Die Stadt Kalkar liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal. Eine frühere Schreibweise, gültig bis zum 9. Juni 1936, war Calcar.
Kalkar, das 1230 gegründet wurde und vermutlich 1242 Stadtrechte erhielt, zeichnet sich insbesondere durch ein mittelalterlich geprägtes Stadtbild aus.
Von Eiszeit und Rhein geprägte Landschaft
In der vorletzten Eiszeit (Saaleeiszeit) drangen Gletscher bis an den Niederrhein vor. Hier schoben sie Ablagerungen des Rheins zu Stauchmoränen auf. Zu ihnen gehört der Niederrheinische Höhenzug im Westen des Kalkarer Stadtgebiets. Der Rhein wurde von der Eisfront nach Südwesten abgedrängt.
Während der letzten Eiszeit (Weichseleiszeit) hat das Eis das Niederrheingebiet hingegen nicht mehr erreicht. Es herrschte ein Klima wie in einer Tundra.
Nach dem Rückzug der Gletscher verlagerte sich der Rhein allmählich nach Nordosten. Östlich der Stauchmoränenkette bildete er aufgrund des geringen Gefälles in der heutigen Rheinniederung ein stark verästeltes, seichtes Gewässernetz mit zahlreichen flachen Inseln. Aus aufgewehtem Sand entstanden im Holozän, das vor etwa 11.500 Jahren begann, die Dünen im Gebiet des heutigen Ortsteils Wissel.
Der Lauf des Rheins änderte sich bis in die Neuzeit fortwährend. Die Bildung von Flussschlingen lässt sich besonders deutlich rund um den Kalkarer Ortsteil Grieth verfolgen. So floss der Rhein noch im Mittelalter zeitweilig in weitem Bogen östlich um Grieth herum. Zwischen Grieth und der heute rechtsrheinischen Ortschaft Grietherort bestand eine Landbrücke. Altrheinarme zeugen auch im Kalkarer Stadtgebiet von früheren Rheinschlingen, zum Beispiel das Boetzelaerer Meer in Appeldorn und die Kalflack im Bereich von Bylerward und Emmericher Eyland.
Über die Landschaftsentwicklung im Niederrheingebiet informiert das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve.
Das Stadtgebiet von rund 88 Quadratkilometern erstreckt sich weitgehend in der Rheinniederung zwischen dem Niederrheinischen Höhenzug und dem etwa fünf bis acht Kilometer östlich fließenden Rhein. Der Höhenzug erreicht im Südwesten des Stadtgebietes mit dem Monreberg eine Höhe von rund 68 Metern. Auf dem Höhenzug liegen nur der Ortsteil Neulouisendorf (342 Einwohner) und Teile von Altkalkar.
Die Ortskerne von Altkalkar und das mittelalterlich geprägte Kalkar, deren Bebauungsflächen ineinander übergehen, sind dem Monreberg in der Rheinniederung nördlich vorgelagert. Von den insgesamt 14.069 Einwohnern der Stadt Kalkar lebte Ende 2018 knapp die Hälfte in Altkalkar (4449 Einwohner) und Kalkar (1990 Einwohner) sowie dem wenig östlich liegenden Hanselaer (121 Einwohner).
Abgesehen von Kehrum (482 Einwohner) und Appeldorn (1546 Einwohner) im Süden und Südosten des Stadtgebietes liegen die übrigen Ortsteile am Rhein, der das Stadtgebiet nach Nordosten begrenzt.
Stromabwärts gehören zu Kalkar:
gegenüber von Rees: Niedermörmter (1147 Einwohner),
etwas landeinwärts: Wissel (2061 Einwohner),
direkt am Rhein die früher selbständige Stadt Grieth am Rhein (823 Einwohner),
im äußersten Norden Emmericher Eyland (113 Einwohner) gegenüber von Emmerich.
In Emmericher Eyland mündet die Kalflack in den Rhein. Ihr Verlauf bildet nördlich von Kalkar weitgehend die westliche Grenze des Kalkarer Stadtgebietes. Noch im 19. Jahrhundert wurde die Kalflack bei ausreichend hohem Wasserstand als Schifffahrtsweg zum rund 10 Kilometer südlich gelegenen Kalkar genutzt („Kalkarsche Fahrt“).
Die Stadt Kalkar grenzt im Norden an die Stadt Emmerich am Rhein, im Osten an die Stadt Rees, im Süden an die Stadt Xanten (Kreis Wesel) und die Gemeinde Uedem sowie im Westen an die Stadt Kleve und die Gemeinde Bedburg-Hau.