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Kader Attia

Französischer Installationskünstler und Fotograf

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Kader Attia (* 30. Dezember 1970 in Dugny, Département Seine-Saint-Denis) ist ein französischer Installationskünstler und Fotograf.

Kader Attia wurde als Kind algerischer Eltern nördlich von Paris geboren. Er wuchs in Frankreich und Algerien auf. In den Jahren 1991 bis 1993 erhielt er seine erste künstlerische Ausbildung an der École Duperré in Paris, bevor er zu weiteren Studien bis 1994 an die Escola Massana nach Barcelona ging. Von 1996 bis 1998 studierte er wieder in Paris an der École nationale supérieure des arts décoratifs de Paris. In dieser Zeit hatte er seine ersten Einzelausstellungen in Brazzaville in der Republik Kongo und in Paris.

Kader Attia beschäftigt sich künstlerisch mit der Erfahrung von Entbehrung und Unterdrückung, Gewalt und Verlust bei der Entwicklung von Nationen und Individuen. In seinen begleitenden soziokulturellen Forschungen führte er den Begriff und das Konzept der „Reparatur“ („Repair“) ein, das eng mit den Kategorien von Verlust und Wunden, aber auch mit Kategorien wie Wiedererlangung und Wiederaneignung verbunden ist. Attia geht es um „eine künstlerische Rückeroberung gestohlener Geschichte und verschleppter sowie zweckentfremdeter Kunst“. „Reparatur“ zielt dabei auf die durch den Kolonialismus verursachten physischen und kulturellen Zerstörungen ab. Das Konzept „Repair“ greift weit über das Subjekt hinaus. Es verknüpft das Subjekt mit Philosophie und Wissenschaft. Es bezieht das Subjekt in evolutionäre Prozesse wie Natur und Kultur sowie Mythos und Geschichte ein. Kader Attia präsentierte dieses „ästhetisch beeindruckende und ethisch anspruchsvolle Konzept“ erstmals 2012 auf der documenta 13.

Getrieben von der Dringlichkeit sozialer und kultureller „Repairs“ und Wiedergutmachungen, zielt Kader Attias Kunst darauf ab, Zerbrochenes wieder zu vereinen. Gruppen- wie Einzelausstellungen stehen dann unter Titeln wie „The Museum of Emotion“ (The Hayward Gallery, London), „Narben erinnern uns daran, dass unsere Vergangenheit real ist“ (Fundacio Joan Miro, Barcelona), „Auch im Beton wachsen Wurzeln“ (MacVal in Vitry-sur-Seine), „Opfer und Harmonie“ (Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/Main), „Die Verletzungen sind hier“ (Musée Cantonal des Beaux Arts de Lausanne) oder „Contre Nature“ (Beirut Art Center).

Kader Attia lebt und arbeitet in Berlin und Algier. Er war Kurator der 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst 2022.

2016 wurde Kader Attia mit dem Marcel-Duchamp-Preis ausgezeichnet. 2017 folgte der Preis der Miró Foundation in Barcelona und der Yanghyun Art Prize in Seoul.

2014: Kunstpreis Berlin in der Sparte Bildende Kunst

2016: 2. Kunstpreis Ruth Baumgarte

2016: Prix Marcel Duchamp für den Film Refléchir la mémoire

2000: La Piste de l’Atterrissage. Diashow, L’Atelier, Centre National de la Photographie, Paris

2001: L’État des choses, part. 1. Kunst-Werke Berlin, Berlin; Kuratorin: Catherine David

2002: Alter Ego. Kamel Mennour Gallery, Paris.

2003: Correspondence, Art Basel 34, Basel.

2003: Fault Lines. 50. Biennale di Venezia, Venedig; Kuratorin: Gilane Tawadros

2004: Hallal. Kamel Mennour Gallery, Paris

2005: Biennale d’art contemporain de Lyon, Lyon

2006: Kader Atta. Musée d’art contemporain de Lyon, Lyon

2007: Do what you want, but don’t tell anybody, Galerie Christian Nagel, Berlin. Momentum 9, ICA, Boston

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