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Kabul

Hauptstadt von Afghanistan

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Kabul ([ˈkaːbʊl], Paschtu/Dari: کابل, Kābul) ist die Hauptstadt Afghanistans. Sie ist mit rund 4,9 Millionen Einwohnern (2025) die größte Stadt Afghanistans und das ökonomische und kulturelle Zentrum des Landes. Die im Osten Afghanistans gelegene Stadt ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Sie steht unter den größten Städten der Welt auf Platz 92. Hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung steht sie weltweit unter den Städten, die am schnellsten wachsen, an fünfter Stelle. Mit über 3500 Jahren Geschichte ist sie eine der ältesten durchgehend besiedelten Regionen der Welt.

Da Afghanistan ein zentralistischer Staat ist, befinden sich alle Ministerien sowie der Regierungssitz, das Parlament und der Oberste Gerichtshof von Afghanistan in Kabul. Auch die Mehrheit der Banken, Firmen und Universitäten ist hier zu finden.

Die strategische Bedeutung der Stadt ist auf die Nähe zum Chaiber-Pass zurückzuführen, einer wichtigen Verbindung zwischen Afghanistan, Pakistan und Indien. Dieser verbindet die Hauptstadt mit Dschalalabad, einer der größten Städte des Landes. Sie liegt in einem Gebirgskessel am Hindukusch. Mit dem Norden des Landes hin ist die Stadt durch den Salangpass verbunden, durch den viele Güter aus den zentralasiatischen Republiken und aus Russland transportiert werden. Die Stadt wird vom Fluss Kabul mit Wasser versorgt und verfügt über kein eigenes Kanalsystem.

Das kalte halb-aride Klima (BSk) ist der Lage zuzuschreiben. Für die Region sind die Temperaturen relativ niedrig. Die Winter können sehr kalt sein.

Kabul spiegelt die ethnische und sprachliche Vielfalt des Landes wider, wobei jedoch traditionell die persischsprachige Bevölkerung die Mehrheit bildet. Offizielle Zahlen liegen nicht vor, doch setzt sich die Bevölkerung Schätzungen zufolge aus etwa 45 % Tadschiken und 25 % Hazara zusammen, gefolgt von weiteren 25 % Paschtunen. Usbeken, Turkmenen, Paschai und andere bilden kleinere Minderheiten.

In der Hauptstadt ist die Alphabetisierungsrate verhältnismäßig hoch, obwohl die Schulpflicht für Jungen sowie Mädchen überall im Land gilt.

Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von ca. 171.000 im Jahre 1950 auf ca. 4,3 Millionen im Jahre 2020 an. Kabul gehört zu den am schnellsten wachsenden Großstädten der Welt. Für 2050 wird mit einer Bevölkerung von über 17 Millionen Menschen gerechnet.

Kabul ist die bevölkerungsreichste und bedeutendste persischsprachige Stadt des Landes. Der Kabuler Dialekt (persisch کابلى / Kābulī), ein östlicher Dialekt des Persischen, dient als Standardsprache in der Politik, Bildung und in den Medien. Kābulī wird oftmals fälschlicherweise mit der persischen Schriftsprache Dari – einer der beiden offiziellen Landessprachen Afghanistans – gleichgesetzt. Neben Kabuli werden auch andere persische Dialekte wie Hazaragi oder Aimaq, sowie auch andere Sprachen wie Paschtu, Nuristani, Usbekisch oder Urdu gesprochen. Es gibt immer wieder Ausschreitungen zwischen verschiedenen Ethnien und Sprachgruppen.

Wie im restlichen Afghanistan ist der Islam die dominierende Religion. Die meisten Einwohner der Stadt sind Sunniten; schiitische Muslime stellen eine bedeutende Minderheit. Darüber hinaus gibt es eine bedeutende hinduistische Gemeinde. Ehemals gab es in der Stadt auch zoroastrische und jüdische Gemeinden, die jetzt vollständig verschwunden sind. Der Asheqan-wa-Arefan-Schrein ist ein Mausoleum der Brüder und Volksheiligen Abd al-Samad und Abd al-Salam und eine bekannte Pilgerstätte.

Mit über 3500 Jahren Geschichte ist sie eine der ältesten durchgehend besiedelten Orten der Welt. Wann Kabul gegründet wurde, ist jedoch unklar. Einige Mythen beschäftigen sich mit dem Ursprung der Stadt. Dem Avesta und Schahnama zufolge wurde Kabul von Esfandiyar gegründet, einem legendären iranischen Helden. In dem ab der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. entstandenen Rigveda wird die Gegend am Kabulfluss als Kabura oder ähnlich bezeichnet. Während der Herrschaft der Achämeniden gehörte Kabul zur Satrapie Gandhara und war neben der Hauptstadt Taxila ein wichtiger Handelsknotenpunkt am Hindukusch.

Unter den Kuschanen wurde Kabul ein Zentrum der graeco-buddhistischen Kultur der Region, wurde aber wenig später von den Sassaniden erobert und wieder in das Perserreich eingegliedert. Vom 5. bis ins späte 7. Jahrhundert herrschten hier verschiedene Gruppen der iranischen Hunnen.

Vom 7. Jahrhundert bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. regierten erst die buddhistischen Turk-Schahi, dann die hinduistischen Kabulschahian (Könige von Kabul) bzw. Hindu-Shahi (Hindu-Dynastie). Sie leisteten den arabischen Invasoren lange Zeit erfolgreich Widerstand. Die Islamisierung von Kabul begann mit dem Sendungsbewusstsein der Ghaznawiden im 11. Jahrhundert. 1504 wurde Kabul von Babur (1483–1530) erobert und zur Hauptstadt seines Machtbereiches gemacht.

Nadir Schah von Persien (1688–1747) nahm die Stadt 1738 ein. Unter Timur Schah Durrani, dem zweiten Sohn Ahmad Schah Durranis (des Begründers Afghanistans), wurde sie 1776 zur Hauptstadt von Afghanistan. Davor war Kandahar die Hauptstadt.

Kabul wurde von den Briten 1839 während des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges eingenommen und 1842 aus Rache nach der Niederlage beim Rückzug teilweise niedergebrannt. Die Briten nahmen die Stadt 1879 nach einem Massaker am britischen Gesandten Louis Cavagnari und seinem Stab im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg erneut ein.

Die Amani-Oberrealschule Kabul wurde 1924 gegründet.

Die Sowjetunion besetzte Kabul am 27. Dezember 1979 mit zuvor eingesickerten Truppen, liquidierte Präsident Hafizullah Amin im Tajbeg-Palast und machte die Stadt zu ihrem Hauptquartier während ihres zehnjährigen Kriegs gegen die Mudschahedin-Rebellen. Während dieser Zeit verdreifachte sich die Bevölkerung der Stadt, nicht zuletzt durch Binnenflüchtlinge.

Nach dem Zusammenbruch der von der Sowjetunion eingesetzten Regierung unter Präsident Nadschibullah 1992 wurde Kabul Zentrum des Bürgerkriegs, in dem sich die verschiedenen Mudschaheddin-Gruppierungen gegenseitig bekämpften. In dieser Zeit verloren in den Straßen von Kabul über 50.000 Menschen ihr Leben. Dabei wurde auch der Großteil Kabuls vernichtet, der bis dato vor den Auswirkungen des Krieges verschont blieb.

1995 standen die von Pakistan unterstützten Taliban-Milizen bis 15 Kilometer vor der Stadtgrenze und eroberten Kabul im darauffolgenden Jahr. Die Taliban riefen in Kabul mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern einen streng islamischen Staat aus. In der Zeit ihrer Herrschaft änderte sich kaum etwas am zerstörten Zustand der Hauptstadt.

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