KKR & Co. Inc. (früher Kohlberg Kravis Roberts & Co.) mit Sitz in New York City ist eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft. Gegründet wurde KKR 1976 von Jerome Kohlberg, Jr., Henry Kravis und George R. Roberts.
Während sie in den 1960er und 1970er Jahren die Abteilung für Unternehmensfinanzierung bei Bear Stearns leiteten, tätigten Jerome Kohlberg Jr. und später Henry Kravis sowie George R. Roberts eine Reihe von Investitionen, die sie als „Bootstrap“-Investitionen bezeichneten. Sie richteten ihr Augenmerk auf Familienunternehmen, von denen viele in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden waren und nun mit Nachfolgeproblemen konfrontiert waren. Für viele der Gründer dieser Unternehmen fehlte eine tragfähige Ausstiegsmöglichkeit, da die Unternehmen oft zu klein für einen Börsengang waren und die Gründer zögerten, an Wettbewerber zu verkaufen.
Bis 1976 hatten sich die Spannungen zwischen Bear Stearns und den drei Mitarbeitern zugespitzt: Vor allem der Geschäftsführer Cy Lewis hatte wiederholt Vorschläge zur Gründung eines eigenen internen Investmentfonds abgelehnt. Dies veranlasste sie dazu, ihr eigenes Unternehmen zu gründen: Kohlberg Kravis Roberts & Co (bald darauf zu „KKR“ abgekürzt).
Im Jahr 1979 schloss KKR einen riskanten, wegweisenden Leveraged Buyout im Wert von 380 Millionen US-Dollar ab, bei dem das börsennotierte Unternehmen Houdaille Industries – ein bekannter Hersteller von Werkzeugmaschinen und industrieller Ausrüstung übernommen und von der Börse genommen wurde. Das Vorhaben endete jedoch in einem Misserfolg, der Auflösung des seit einem halben Jahrhundert bestehenden Unternehmens und dem Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen, obwohl die Gläubiger einen Gewinn erzielten. Unterstützt wurden die Geschäfte von KKR in dieser frühen Phase von dem später verurteilen Junk-Bond-König Michael Milken.
KKR war maßgeblich am Private-Equity-Boom der 1980er Jahre beteiligt, erwarb sich jedoch gleichzeitig einen Ruf für seine feindlichen Übernahmen. 1987 trat Kohlberg im Alter von 61 Jahren zurück. Später gründete er seine eigene Private-Equity-Gesellschaft, Kohlberg & Co. Henry Kravis trat seine Nachfolge als Seniorpartner an. Unter der Leitung von Kravis und Roberts war das Unternehmen 1988 für den Leveraged Buyout von RJR Nabisco verantwortlich. Mit einem Volumen von 25 Milliarden US-Dollar war RJR Nabisco damals die größte Übernahme der Geschichte. Portraitiert wurde die Übernahme samt Bieterkrieg in dem Buch Barbarians at the Gate von 1990, einem Bestseller.
Der RJR Nabisco-Deal belastete die Bilanz allerdings nachhaltig und wurde zu einem Misserfolg. Anfang der 1990er Jahre veranlassten die Marktbedingen KKR dazu, seine Strategie zu ändern: Anstelle großer fremdfinanzierter Übernahmen setzte das Unternehmen auf Branchenkonsolidierungen, die als leveraged buildups oder rollups bezeichnet wurden, bei dem verschiedene Unternehmen aufgekauft und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen wurden. Mitte der 1990er Jahre erholten sich die Anleihemärkte und 1996 gelang es KKR, den Großteil der Mittelbeschaffung für einen Private-Equity-Fonds abzuschließen, der mit 6 Milliarden US-Dollar damals einen Rekordwert darstellte: den KKR 1996 Fund.
Bis 2008 nahm KKR 17,6 Milliarden US-Dollar für den KKR 2006 Fund ein, mit dem das Unternehmen eine Reihe von Übernahmen durchführte, die zu den größten in der Geschichte zählen. Die 44 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des texanischen Energieversorgers TXU Energy durch KKR im Jahr 2007 war der größte fremdfinanzierte Buyout der Private-Equity-Branche im 21. Jahrhundert. Im Oktober 2009 wurden Aktien von KKR & Co. an der Euronext an die Börse gebracht. 2010 wurde das Unternehmen auch an der New York Stock Exchange gelistet.
Im April 2026 gab KKR bekannt, dass es rund 23 Milliarden US-Dollar für seinen jüngsten Buyout-Fonds für Nord- und Südamerika eingenommen habe, eine Rekordsumme für das Unternehmen.
Nach eigener Aussage hält KKR Beteiligungen an Industriefirmen gewöhnlich für den Zeitraum von etwa sechs bis sieben Jahren. In dieser Zeit wird versucht, die Firma profitabel zu machen, und mit den Erträgen das für den Kauf aufgenommene Fremdkapital bedient. Nach abgeschlossener Restrukturierung erfolgt der Ausstieg aus der Beteiligung, zum Beispiel durch Börsengang oder Secondary Buyout. KKR wurde erstmals im Jahr 1988 bekannt, als es den Mischkonzern RJR Nabisco Inc. für 25 Milliarden US-Dollar übernahm. Die Firma bestand im Wesentlichen aus dem Tabakkonzern R.J. Reynolds, dem Lebensmittelkonzern Nabisco und der Marke Del Monte Foods. Der Gesamtkonzern wurde zwischen 1989 und 1999 in Einzelteilen verkauft.
Ende 2019 schloss KKR seinen bis dato größten Fonds für Investments in Europa mit einem Volumen von 5,8 Milliarden Euro. Damit will das Unternehmen verstärkt in europäische, und vor allem deutsche, Firmen in den Branchen Gesundheit, Finanzdienstleistungen und Einzelhandel investieren.
KKR investiert seit vielen Jahren auch in Deutschland durch Beteiligung an Firmen oder den Kauf von Firmen und hält in ihrem Portfolio eine Reihe von bedeutenden deutschen Unternehmen. Seit November 2004 leitet Johannes Huth das Europa-Geschäft von KKR.
Zu den Firmen, bei denen aktuell eine Beteiligung besteht, zählen u. a.:
Acceleratio Capital N.V. mit 96,7 Prozent via Squeeze-out des deutschen Marktforschungsinstituts GfK.
Metabowerke GmbH, ein Hersteller von Elektrowerkzeugen, der 2017 von Hitachi Koki übernommen wurde
Seit 2019 baut der Medienmanager und ehemalige Fernsehmoderator Fred Kogel gemeinsam mit KKR aus mehreren Beteiligungen den Medienkonzern Leonine auf. Im Kern stehen das 2019 übernommene TV-Unternehmen Tele München Gruppe, die von Günther Jauch gegründete i&u TV, Wiedemann & Berg Film und die Universum Film. Der Konzern wurde 2024 mit der KKR-Beteiligung Mediawan zusammengeschlossen.
Am 12. Juni 2019 kündigte KKR ein freiwilliges Übernahmeangebot der Axel Springer SE an, die das Unternehmen mit 6,8 Milliarden Euro bewertete. Im Jahr 2020 kaufte KKR die Mehrheit am Axel Springer Verlag und erhielt die Bewilligung, die Aktie von der Börse zu nehmen (→ Delisting). KKR bildete ein Konsortium mit Friede Springer und Mathias Döpfner. Der Bestand der Welt-Gruppe war laut den Angebotsunterlagen an das Erreichen wirtschaftlicher Ziele geknüpft, was zu Spekulationen über Kosteneinsparungen und Stellenabbau führte. Zum Axel Springer Verlag gehören neben der Welt unter anderem die Bild, Bild.de, Bild am Sonntag, Sport Bild, N24 Doku, Business Insider und Travelbook.
Im Mai 2020 verkaufte Coty einen Anteil von 60 % an Wella und anderen Marken im Bereich professionelle Kosmetik- und Haarprodukte an KKR; dies geschah in einer strategischen Partnerschaft, bei der Coty weiterhin als Minderheitsaktionär in diesen Aktivitäten verbleibt und KKR zudem Aktien an Coty erwarb.
Im Dezember 2020 erwarb KKR eine Mehrheitsbeteiligung an der Berliner Immobilienfirma Velero. Das Unternehmen übernahm zeitgleich ein Immobilienportfolio von 7.500 Wohnungen.