Juri Gennadjewitsch Paschtschinski (russisch Юрий Геннадьевич Пащинский, englische Transkription: Yury Paschinskiy; * 15. Juli 1982 in Moskau, Russische SFSR) ist ein russischer Billardspieler.
Er gehörte in der Mitte der 2000er-Jahre zu den dominierenden Spielern in der Billardvariante Russisches Billard. In dieser Zeit gewann er vier WM-Medaillen, darunter der Weltmeistertitel 2005 in der Disziplin Freie Pyramide und der zweite Platz 2007, und wurde 2008 Europameister. 2012 wurde er erneut Vizeweltmeister, diesmal in der Kombinierten Pyramide.
Daneben tritt er gelegentlich im Snooker an, in dem er 2001 russischer Meister wurde.
Juri Paschtschinski wurde 1982 in Moskau geboren. Als er neun Jahre alt war, starb sein Vater und er zog anschließend zu seinen Großeltern nach Rostow am Don. Wenige Jahre später kehrte er in die Hauptstadt zurück, in der er den Schulabschluss ablegte und heute neben seiner Spielerkarriere als Billardtrainer tätig ist.
Paschtschinski hat einen jüngeren Bruder und ist Vater eines Sohnes.
Juri Paschtschinski begann im Alter von zwölf Jahren in Rostow am Don mit dem Billardspielen. Mit 15 Jahren erzielte er seine ersten regionalen Erfolge und im Jahr 2000 gewann er mit dem Asian Cup erstmals ein internationales Turnier. Seine erste bekannte WM-Teilnahme folgte zwei Jahre später im hessischen Willingen, als er durch Siege gegen Azat Gurbanow und Maratas Kasajevas in die Runde der letzten 32 einzog, in der er dem Weißrussen Aljaksandr Schylkin mit 2:4 unterlag. Auch bei der Europameisterschaft kam er in die Runde der letzten 32. Daneben gewann er 2002 den Longoni Russia Cup und erreichte das Finale beim Balkanpokal.
Im Dezember 2003 besiegte Paschtschinski beim internationalen Top-16-Turnier unter anderem den Weltmeister Jaroslaw Wynokur und zog ins Finale ein, in dem er sich seinem Landsmann Jewgeni Stalew mit 4:9 geschlagen geben musste. Im folgenden Jahr gewann er den Longoni Russia Cup und verlor im Finale des Balkanpokals gegen Kirill Anischtschenko (3:7). Bei der WM 2004 gewann er unter anderem gegen Earl Strickland und Meder Dschyldschymyschew und schied im Viertelfinale knapp gegen Wladimir Petuschkow (5:6) aus. Im selben Jahr gewann er seinen ersten von mindestens zehn russischen Meistertiteln.
Ab 2005 nahm er gelegentlich an Europacupturnieren teil, doch es dauerte vier Jahre, ehe er bei einem Turnier der Serie über das Achtelfinale hinaus kam. Im Dezember 2005 verlor Paschtschinski in Almaty bei der Weltmeisterschaft in der Freien Pyramide sein Auftaktspiel gegen Artem Mojissejenko. Anschließend besiegte er unter anderem Oleksandr Palamar, Jerbol Achmetdschanow und Eduard Galijanz und zog ins Endspiel ein, in dem er durch einen 7:6-Sieg gegen Kirill Anischtschenko Weltmeister wurde.
Anfang 2006 wurde Paschtschinski gemeinsam mit Pawel Kusmin und Anna Maschirina durch einen Finalsieg gegen Weißrussland Mannschaftsweltmeister. Ein Jahr später gelangte das russische Team erneut ins Finale, diesmal mussten sich Paschtschinski, Anna Maschirina und Sergei Pletnew jedoch der kasachischen Auswahl geschlagen geben. Während Paschtschinski 2006 bei den meisten Turnieren früh ausschied, gewann er beim Dynamische-Pyramide-Weltcup nach einer Halbfinalniederlage gegen Qanybek Saghyndyqow das Spiel um Platz drei mit 7:1 gegen Māris Vartiks und erreichte bei der Freie-Pyramide-WM 2006 als Titelverteidiger das Halbfinale, in dem er seinem Nachfolger Pawel Mechowow mit 3:5 unterlag.
Im Jahr 2007 gelangte Paschtschinski bei fast allen Turnieren mindestens ins Halbfinale. Erstmals wurden in drei Disziplinen eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Nachdem er im April in der Kombinierten Pyramide in der Vorrunde ausgeschieden war, erreichte er in der Dynamischen Pyramide das Halbfinale, in dem er gegen Oleksandr Palamar (3:7) verlor, bevor er im November bei der Freie-Pyramide-WM unter anderem durch einen Sieg gegen Arman Baklatschjan ins Endspiel einzog, in dem er sich dem Kasachen Qanybek Saghyndyqow mit 6:7 knapp geschlagen geben musste. Im selben Jahr gewann er unter anderem zwei Turniere des Moscow Open Cup und erreichte das Finale beim Märzturnier der Rossijskaja-gaseta-Turnierserie, bei der Europameisterschaft (1:7 gegen Oleksandr Palamar) und beim Kremlin Cup (3:7 gegen Kirill Anischtschenko).
Im Mai 2008 wurde Paschtschinski durch einen 7:0-Finalsieg gegen den Aserbaidschaner Seyxun Ağayev Europameister. Die EM war das einzige Turnier des Jahres, bei dem Paschtschinski über das Viertelfinale hinaus kam. Während er bei der Rossijskaja-gaseta-Turnierserie zweimal in der Runde der letzten acht scheiterte, schied er unter anderem bei den beiden Weltmeisterschaften (in der Kombinierten Pyramide gegen Zuxriddin Hoshimov und in der Freien Pyramide gegen Jewhen Palamar) und beim Kremlin Cup 2008 im Achtelfinale aus.
Anfang 2009 gewann Paschtschinski im Finale gegen seinen Landsmann Wagif Bagirow mit 7:2 zum ersten Mal ein Turnier des Freie-Pyramide-Europacup. Nachdem er beim Kremlin Cup, bei dem er im Achtelfinale gesetzt war, eine Auftaktniederlage hinnehmen musste, schied er bei der EM 2009 als Titelverteidiger in der Runde der letzten 32 gegen Anatoli Dmitrijew aus. Auch bei der Freie-Pyramide-WM 2009 scheiterte er im Sechzehntelfinale, diesmal unterlag er dem Ukrainer Wadym Korjahin.
Im März 2010 gewann Paschtschinski durch einen 7:5-Finalsieg gegen Anatoli Dmitrijew die Prince Open. Während er unter anderem beim Kremlin Cup und bei der zweiten Ausgabe der Prince Open früh ausschied, gelangte er im selben Jahr fünfmal ins Viertelfinale, unter anderem bei den Asian Open, bei der Freie-Pyramide-WM, bei der er gegen Danylo Besuhlow (5:6) verlor, und bei der Europameisterschaft.
Anfang 2011 sicherte sich Paschtschinski beim Auftaktturnier des Freie-Pyramide-Weltcup die Bronzemedaille, nachdem er im Halbfinale gegen Oleksandr Palamar ausgeschieden war. Nachdem er beim zweiten Weltcupturnier im Achtelfinale ausgeschieden war, setzte er sich beim Gouverneurspokal Kemerowo im Finale gegen Wladimir Wainzwaig mit 7:6 durch und erreichte das Halbfinale der EM 2011, in dem er dem Ukrainer Pawlo Radionow mit 4:6 unterlag. Bei der russischen Meisterschaft im Triathlon gewann er die Bronzemedaille. Bei den anderen Turnieren schied er früh aus, so kam er bei drei Ausgaben der Prince Open lediglich einmal ins Sechzehntelfinale und scheiterte beim Kremlin Cup in der Runde der letzten 128. Bei der Freie-Pyramide-WM 2011 erreichte er die Runde der letzten 32. Im Dezember 2011 musste er beim Einladungsturnier Champions Cup in Astana im Achtelfinale gegen Äujes Jeljubajew eine Auftaktniederlage hinnehmen.
Anfang 2012 gelangte Paschtschinski bei vier Turnieren ins Endspiel; er wurde im Finale gegen Fjodor Sogomonow (7:0) russischer Meister und gewann gegen Vijay Drangoy (7:6) den Weltcupauftakt, bevor ihm beim Gouverneurspokal Kemerowo gegen Andrei Freise (7:6) die Titelverteidigung gelang. Im März kam er nach fünf Jahren zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft wieder über das Viertelfinale hinaus und unterlag bei der Kombinierte-Pyramide-WM im Endspiel seinem Landsmann Alexander Tschepikow (4:7). Bei den weiteren Turnieren des Jahres scheiterte er hingegen zumeist frühzeitig, so kam er etwa bei der Europameisterschaft und der Dynamische-Pyramide-WM nicht über die Vorrunde hinaus und schied bei der Freie-Pyramide-WM 2012 in der Vorrunde aus.
Im folgenden Jahr zog Paschtschinski im April beim Sporthall Cup ins Finale ein, in dem er sich dem Titelverteidiger Artur Piwtschenko mit 1:10 geschlagen geben musste. Zu seinen besten Ergebnissen des Jahres gehörten daneben das Erreichen des Viertelfinales beim Lemajew-Pokal und der Einzug ins Achtelfinale bei der Kombinierte-Pyramide-WM, beim Moskauer Bürgermeisterpokal und bei den Prince Open. Bei der Freie-Pyramide-WM hingegen musste er eine Zweitrundenniederlage hinnehmen.
2014 gelangte Paschtschinski nur einmal ins Halbfinale, beim Gouverneurspokal Kemerowo. Während er bei den Prince Open zumindest ins Viertelfinale kam, scheiterte er bei den anderen internationalen Turnieren frühzeitig. Im folgenden Jahr ließen seine Ergebnisse weiter nach; sein bestes Ergebnis auf der internationalen Ebene war 2015 der neunte Platz beim Imperija-Pokal.