Josef „Jupp“ Heynckes (* 9. Mai 1945 in München Gladbach, heute Mönchengladbach) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer.
Während seiner aktiven Zeit als Stürmer galt er als vielseitig, schnell und vor allem torgefährlich. In seinen 369 Bundesligaspielen erzielte er insgesamt 220 Tore. In den 1970er Jahren gewann er als Spieler mit Borussia Mönchengladbach vier deutsche Meisterschaften, den DFB- sowie den UEFA-Pokal und wurde mit der Nationalmannschaft Europa- und Weltmeister.
Als Trainer war Heynckes bei mehreren Vereinen in Deutschland und Spanien sowie kurzzeitig in Portugal tätig. 1998 erreichte er mit dem Champions-League-Sieg für Real Madrid seinen für lange Zeit größten Erfolg, bevor er dies 2013 mit dem FC Bayern München wiederholte. Im selben Jahr gewann er nach 23 Jahren zum dritten Mal die deutsche Meisterschaft und zum ersten Mal in seiner Trainerkarriere den DFB-Pokal, womit er mit Bayern München als erstem deutschen Verein das Triple holte. Anschließend trat er vom Trainerberuf zurück und begab sich in den Ruhestand.
Nach der Entlassung von Carlo Ancelotti wurde er im Oktober 2017 zum vierten Mal Trainer beim FC Bayern München und gewann mit diesem, 29 Jahre nach seinem ersten Titel, seine vierte deutsche Meisterschaft. Im Mai 2018 trat er erneut als Trainer ab.
Heynckes hat als Spieler und Trainer in der Bundesliga insgesamt 1038 Spiele bestritten und 518 davon gewonnen, jeweils so viele wie kein anderer Akteur.
In der deutschen Bundesliga spielte Heynckes als Stürmer von 1965 bis 1967 und von 1970 bis 1978 für Borussia Mönchengladbach sowie von 1967 bis 1970 für Hannover 96.
Seine erfolgreichste Zeit als Spieler waren die 1970er Jahre bei Borussia Mönchengladbach. Mit der Borussia gewann er 1971, 1975, 1976 und 1977 vier deutsche Meisterschaften, 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Pokal. Von 1970 bis 1978 erzielte Heynckes 168 Tore in 226 Bundesligaspielen, was einem Schnitt von 0,74 Toren pro Spiel entspricht. 1974 und 1975 wurde er jeweils Bundesliga-Torschützenkönig mit 30 bzw. 27 Toren, dabei teilte er sich 1974 den Titel mit Gerd Müller. In der Saison 1966/67 erzielte er beim 11:0 gegen den FC Schalke 04 fünf Tore. Beim bislang höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte und gleichzeitig Heynckes letztem Liga-Einsatz, einem 12:0 gegen Borussia Dortmund in der Saison 1977/78, war er ebenfalls mit fünf Toren beteiligt.
Nach insgesamt 369 Bundesligaspielen beendete Heynckes 1978 seine Spielerlaufbahn. Mit 195 Bundesligatoren ist er Rekordtorschütze von Borussia Mönchengladbach, die Gesamtzahl von 220 Toren bedeutete jahrzehntelang Platz drei in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga hinter Gerd Müller mit 365 und Klaus Fischer mit 268 Toren, bevor Ende 2019 Robert Lewandowski an Heynckes, seinem ehemaligen Trainer, vorbeizog. Mit 51 Treffern gehört er auch zu den erfolgreichsten Torschützen in europäischen Vereinswettbewerben. In seinen 64 Spielen erreichte er einen Durchschnitt von 0,80 Toren, der nur von Gerd Müller mit 0,89 übertroffen wird.
In der Geschichte des UEFA-Pokals ist Heynckes, gemeinsam mit Dieter Müller, der für den 1. FC Köln und Girondins Bordeaux spielte – beide erzielten 29 Treffer –, der dritterfolgreichste Torjäger hinter Henrik Larsson mit 40 Toren, der für Celtic Glasgow und Helsingborgs IF antrat, und Waldo vom FC Valencia mit 31 Toren.
Für die deutsche Fußballnationalmannschaft absolvierte er zwischen 1967 und 1976 39 Länderspiele und erzielte 14 Treffer. Mit der Nationalmannschaft gewann er 1972 den Europameistertitel in Belgien und 1974 den Weltmeistertitel im eigenen Land. Im Verlauf dieses Turniers kam er allerdings nur zweimal zum Einsatz.
(alle Borussia Mönchengladbach)
Meister (4): 1971, 1975, 1976, 1977
des Europapokals der Landesmeister: 1976 (6 Tore)
des Europapokal der Pokalsieger: 1974 (8 Tore)
des UEFA-Cups (2): 1973 (12 Tore), 1975 (10 Tore)
der Bundesliga (2): 1974 (30 Tore), 1975 (27 Tore)
Kicker-Stürmer des Jahres: 1975
Kicker-Trainer des Jahres (4): 1981, 1986, 2013, 2018