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Jungfraujoch

Bergpass, bedeutendes Reiseziel in der Schweiz

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Das Jungfraujoch ist mit 3450 m ü. M. der tiefste Punkt im Verbindungsgrat zwischen dem Mönch und der Jungfrau in den Berner Alpen, auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis. Das Joch ist weit und stark überfirnt. Aufgrund der auch dort stattfindenden Gletscherschmelze sinkt es jedes Jahr im Schnitt einige Dezimeter ab. Es gehört zu den bedeutendsten Reisezielen in der Schweiz.

Auf der Südseite des Jungfraujochs erstreckt sich der Jungfraufirn, einer der Ursprünge des Aletschgletschers, der grösste und längste Gletscher der Alpen.

In der Umgebung des Jungfraujochs befinden sich einige Viertausender der Berner Alpen. Im Nordosten befinden sich der Mönch (4110 m ü. M.) sowie der Eiger (3967 m ü. M.) und im Südwesten die Jungfrau (4158 m ü. M.). Im Süden des Jungfraujochs ist hinter dem Konkordiaplatz das Aletschhorn zu sehen. 200 Meter westlich befindet sich auf dem Grat zur Jungfrau die 3554 Meter hohe Mathildespitze. Etwa 600 Meter östlich des Jochs erhebt sich die Sphinx, eine markante kleine Spitze mit einer Höhe von 3571 Metern.

Ein im Sommer üblicherweise für Spaziergänger präparierter Weg führt vom Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte.

Als Übergang für Fuss- oder Skitouristen vom Berner Oberland ins Wallis oder umgekehrt besitzt das Jungfraujoch praktisch keine Bedeutung. Der Weg vom Wallis über den Aletschgletscher hinauf ist – von der Spaltengefahr im Jungfraufirn abgesehen – leicht.

Der steile Aufstieg vom Berner Oberland her ist jedoch eine beschwerliche Hochtour (Steileis, G 5-6, zeitweise unmöglich).

Seit dem 1. August 1912 ist das Jungfraujoch durch die Jungfraubahn erschlossen. Von Grindelwald oder Lauterbrunnen erreicht man mit der Wengernalpbahn die Station Kleine Scheidegg. Diese Station auf 2061 m ü. M. ist die «Talstation» der Jungfraubahn. Von hier aus muss die Jungfraubahn 9,34 Kilometer bezwingen, davon verlaufen die letzten 7,32 Kilometer unterirdisch durch den Eiger, bis sie am Jungfraujoch ankommt. Die unterirdische Endstation auf 3454 m ü. M. ist der höchstgelegene Bahnhof Europas. Auf ihrem Weg hält die Bahn an der Station Eismeer (3158 m). Bis zum 11. Dezember 2016 gab es einen zusätzlichen Halt an der Station Eigerwand (2864 m).

Die kürzeste Anreise erfolgt von Grindelwald mit dm Eiger Express (2020 eröffnet) zum Bahnhof Eigergletscher, wo die Besucher am Beginn des Tunnels durch den Eiger auf die Jungfraubahn umsteigen können.

Vom Bahnhof gelangt man durch einen Stollen auf die Walliser Seite und zum Aletschgletscher und mit dem schnellsten Aufzug der Schweiz auf den Gipfel der Sphinx: Er überwindet in 25 Sekunden 108 Meter. Die Sphinx trägt eine Aussichtsplattform und ein wissenschaftliches Observatorium, das Sphinx-Observatorium.

Der Bau der Jungfraubahn diente von Beginn an der touristischen Erschliessung der eindrücklichen Bergwelt. Das Jungfraujoch ist eine der ikonischsten Ziele für Touristen in der Schweiz. Etwa 1 Million Touristen (Stand 2024) fahren jährlich zum höchstgelegenen Bahnhof Europas. Die Besucher kommen zu einem guten Teil aus Übersee. 2018 hatten am meisten Personen das Jungfraujoch besucht.

Das Jungfraujoch wird mit «Top of Europe» beworben.

Beim Jungfraujoch selbst gibt es für Besucher keine Übernachtungsmöglichkeit. Die Stollen werden nachts verschlossen, so dass auch freies Biwakieren nicht möglich ist. Die Mönchsjochhütte ist die nächste Übernachtungsgelegenheit.

Seit 1912, mit der Eröffnung der Jungfraubahn, wird für das Wohlergehen der Besucher auf dem Jungfraujoch gesorgt. Mehrere Restaurants, aber auch spezielle Aussichtsplattformen und Erlebnisse wurden eigens dafür geplant und realisiert.

Bereits bei der Eröffnung weihte man das provisorische «Touristenhaus» mit dem damals höchstgelegenen Restaurant Europas ein. Mit seiner Eröffnung 1924 ergänzte das neue «Berghaus Jungfraujoch» – mit Giebeldach und in die Felswand gebaut – dieses Touristenhaus. Es wurde als „Das Haus über den Wolken“ bekannt. Im Erdgeschoss befanden sich eine geräumige Wartehalle mit geheiztem Fussboden, Bahn- und Postschaltern und ein Bazar. Besonders ins Auge stach die «Walliserstube», die mit der Arvenholztäfelung und Anwendung von Naturstein eine besondere Charakteristik erhielt. Gäste aus aller Welt übernachteten in einem der 18 gemütlichen, holzgetäfelten Schlafzimmer mit Waschbecken und Krügen auf dem Nachttisch. Auf der Aussichtslaube stand man am Ursprung des längsten und grössten zusammenhängenden Gletschers der Alpen, dem Aletschgletscher. 1972 wütete im Berghaus ein Feuer mit erheblichen Folgen: Lediglich das Bahnbüro, die Perronanlage in der rückwärtigen Felsenkaverne sowie die Forschungsstation konnten vor dem Feuer geschützt werden. Nach dem Unglück lud die Jungfraubahn Architekten zu einem Wettbewerb ein, ein neues Gebäude zu entwerfen. Der Gewinner war Ernst E. Anderegg mit dem im Hang eingefügten «Top of Europe», das 1987 eingeweiht wurde.

Sphinx-Observatorium und Forschungsstation

Bereits vor Baubeginn der Jungfraubahn war die Einrichtung eines Observatoriums und einer meteorologischen Forschungsstation vom Gründer der Bahn, Adolf Guyer-Zeller, geplant. 1931 konnten die Laboratorien für Meteorologie, Glaziologie, Strahlungsforschung, Astronomie, Physiologie und Medizin auf (3571 m ü. M.) mit einem Felsenheim für 13 Forscher eingeweiht werden. 1937 wurde das Sphinx-Observatorium bezogen. 1950 wurde dem Observatorium die Kuppel für astronomische Beobachtungen aufgesetzt, die seither immer wieder den modernsten Erfordernissen der Wissenschaft angepasst wird. Das Forschungsgebäude selbst ist nicht zu besichtigen.

Unterhalb des Sphinx-Observatoriums und östlich des Bahnhofs und der Restaurants befindet sich die Hochalpine Forschungsstation, eine an die Universität Bern angegliederte Forschungseinrichtung der International Foundation High Altitude Research Stations Jungfraujoch and Gornergrat. Die Gästezimmer der Forschungsstation sind die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf dem Jungfraujoch, aber nur Wissenschaftlern und den Betreuern vorbehalten.

Auf dem Jungfraujoch sind dank der Höhe beispielsweise Messungen in der freien Atmosphäre möglich. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) betreiben verschiedene wissenschaftliche Messungen und Beobachtungen. 2025 wurde vom Bundesamt für Gesundheit Europas höchste Radioaktivitäts-Messstation in Betrieb genommen. Mithilfe dieser Messstation sollen radioaktive Wolken über der Schweiz und Schadstoffbelastung frühzeitig erkannt werden.

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