An diesem Tag

Jungfrauengeburt

Der Glaube, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde

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Als Jungfrauengeburt bezeichnet die christliche Theologie die Geburt Jesu von der Jungfrau Maria, die durch das Wirken des Heiligen Geistes schwanger geworden sein soll, wie es in den Evangelien nach Matthäus und nach Lukas im Neuen Testament als Wunder Gottes verkündigt wird. Die Jungfrauengeburt ist seit dem 2. Jahrhundert im altrömischen Taufbekenntnis als Bekenntnissatz belegt. In den drei altkirchlichen Glaubensbekenntnissen, darunter dem Apostolicum, ist es auch dogmatisiert:

Die katholische und die orthodoxen Kirchen lehren darüber hinaus die immerwährende Jungfräulichkeit Marias vor, bei und nach Jesu Geburt. Die Jungfrauengeburt ist zu unterscheiden von der Lehre der unbefleckten Empfängnis Mariens.

Die Geburt Jesu von einer Jungfrau wird in Mt 1,18–25 und Lk 1,26–35 im Kontext anderer Texte zu Jesu Herkunft erzählt. Darunter sind zwei Vorfahrenlisten. Diese väterlichen Stammlinien betonen Jesu Herkunft aus dem erwählten Volk Israel und führen bis zu Josef. Während es in der Liste bei Matthäus 39-mal hintereinander heißt, der Vater habe den Sohn „gezeugt“ (griech. Aktiv: ἐγέννησεν egénnēsen), wird bei Lukas hervorgehoben, dass Jesus „aus Maria hervorgebracht“ (Passiv: ἐγεννήθη egennḗthe, aber nicht ἐτέχθη etéchthē, „geboren“) wurde:

Danach legt das Matthäusevangelium dar, dass Jesus der Messias sei, obwohl er nicht leiblich von König David abstamme. Immerhin sei er gemäß prophetischer Ankündigung in der Stadt Davids geboren worden (Mt 2,1–11 ). Josef, ein Nachfahre Davids, war Jesu Ziehvater, er habe für Maria gesorgt, um seine schwangere Verlobte weder zu beschämen noch zu verstoßen. Maria habe durch das Wirken des Heiligen Geistes empfangen, Mt 1,23 zitiert als biblische Verheißung dazu nach der Septuaginta und mit dem Zusatz der Namenserklärung:

In der Fassung des Matthäus (Mt 1,23) lautet das Zitat:

Dies habe sich wörtlich erfüllt, da Josef vor Jesu Geburt keinen Geschlechtsverkehr mit Maria gehabt habe (Mt 1,25 ).

In Lukas 1,26ff kündigt ein Engel Maria die Geburt des Messias an. Auf ihre Rückfrage, wie das bei einer unberührten Frau möglich sei (V.34), weist der Engel auf die Schöpfermacht des Heiligen Geistes hin (V.35). Dies überbietet Gottes entsprechendes Eingreifen in das Leben der Freundin Marias (V.36ff.). Im Gegensatz zu Zacharias (V.18ff.) hat Maria die Engelsbotschaft im gehorsamen Glauben angenommen (V.38). Darauf wird sie selig gepriesen (V.45) und dankt Gott mit einem Loblied für die Gnade der Messiasgeburt (V.46–55).

Beide Geburtsgeschichten enthalten gemeinsame Motive:

Josef und Maria sind verlobt, nicht verheiratet,

Josef ist Nachkomme König Davids,

ein Engel kündigt Jesu Geburt an,

dieser wird durch den Heiligen Geist empfangen bzw. gezeugt,

er ist Gottes Sohn mit einem unüberbietbaren, endgültigen Auftrag Gottes für ganz Israel und alle Völker.

Diese Aussagen stehen bei den Evangelisten im Rahmen theologischer Aussagen zu Jesu Identität und Sendung: Er werde sein Volk von seinen Sünden erlösen (Mt 1,21), er sei der einzige und einzigartige Sohn Gottes (Lk 1,35) und Herr (Lk 1,43). Ihre Berichte über sein weiteres Leben beziehen sich nirgends mehr ausdrücklich auf eine Jungfrauengeburt. Texte wie Mt 12,46–50, Lk 2,22–52 und Joh 2,1–11 sprechen unbefangen von Jesu Eltern und distanzieren ihn – in Anspielung auf seine ganz andere Herkunft – zugleich von ihnen.

Nach Ulrich Luz sei der „Weissagungsbeweis“ in Mt 1,22 f. exegetisch nicht haltbar, da das hebräische Alma in Jes 7,14 eindeutig keine unberührte Frau meine. Die jüdische Exegese, wonach hier die Geburt eines Königs angekündigt werde, sei immer berechtigt gewesen. Auch einige römisch-katholische Theologen, etwa Hans Küng, sind dieser Sicht gefolgt.

Anders hingegen etwa der Alttestamentler Otto Kaiser: er ist der Ansicht, dass das hebräische Alma, das bei der Übersetzung des hebräischen Textes ins Griechische mit Parthenos wiedergegeben wurde, nicht durchweg eine junge Ehefrau, die noch kein Kind geboren hat, bezeichne, sondern etwa in 1. Mose 24,43 auf eine noch unverheiratete junge Frau (Rebekka) angewendet werde; er vertritt die Meinung, dass das hebräische Wort Alma eine junge Frau im Zeitraum zwischen Geschlechtsreife und erster Empfängnis bezeichne, sodass die griechische Übersetzung Parthenos („Jungfrau“) durchaus dem hebräischen Wort Alma gerecht werde.

Auch der evangelisch-reformierte Dogmatiker Karl Barth bezeichnet in seiner Kirchlichen Dogmatik exegetisch kenntnisreich in deutlicher Abgrenzung zur liberalen Theologie die jungfräuliche Geburt Jesu als Wunder, das die eigentlich grundlegende Voraussetzung der Rede von der Gottessohnschaft Christi sei. Es handle sich seiner Ansicht nach weniger um ein exegetisches als vielmehr ein theologisches Problem, da die jeweiligen Theologen mit unterschiedlichen Weltanschauungen an den biblischen Text herangingen.

Übrige Schriften des Neuen Testaments

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