An diesem Tag

Julius Döpfner

Deutscher Geistlicher, Bischof von Würzburg/Berlin, Erzbischof von München und Freising

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Julius August Kardinal Döpfner (* 26. August 1913 in Hausen bei Bad Kissingen; † 24. Juli 1976 in München) war ein deutscher römisch-katholischer Priester und Bischof. Er war Bischof von Würzburg und Berlin sowie Erzbischof von München und Freising und ab 1958 Kardinal. Er wurde während des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962 bis 1965 zu einer „der prägendsten Figuren der katholischen Kirche“.

Julius August Döpfner wurde als viertes von insgesamt fünf Kindern des Hausdieners Julius Matthäus Döpfner (1876–1923) und dessen Frau Maria Döpfner, geborene Büttner (1875–1934), in Hausen bei Bad Kissingen (Unterfranken) in eine fast mittellose Rhönbauern-Familie geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Döpfners Geschwister waren Maria Anna Döpfner, verh. Metz (1905–1983), Otto Joseph Döpfner (1909–1979) und Paul Alfons (1919–2007). Außerdem wurde dem Ehepaar im Jahr 1906 ein Sohn (ebenfalls mit Namen Julius) geboren, der jedoch im folgenden Jahr starb.

Döpfner beschreibt seinen Vater als einen noblen und tiefgläubigen Mann sowie seine Mutter als „eine starke Frau, die sich als Witwe hingebungsvoll um ihre Kinder gekümmert hat“. Als sein Vater Julius Matthäus Döpfner am 11. November 1923 an den Folgen einer Bauchoperation starb, soll er dem Hausener Kaplan August Martin am Sterbebett das Versprechen abgenommen haben, dem kleinen Julius den Priesterberuf zu ermöglichen, wovon Mutter Maria allem Anschein nach nichts wusste.

Seine Mutter Maria war die Schwester eines Hausener Schreiners. Sie führte ein umfangreiches Tagebuch, in dem sie am 15. Februar 1927 die Armut der Familie und ihre eigenen häufigen Krankheiten sowie die ihres Mannes schilderte. Wie Döpfner rückblickend bemerkte, lag ein gewisser Erfahrungsernst über seiner ansonsten glücklichen und unvergesslichen Kindheit. Als prägend beschrieb er die religiösen Erfahrungen, in Elternhaus, Pfarrgemeinde und Diözese.

Vor Döpfners Geburtshaus befand sich die zweite Station („Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern“) des früher durch den Ort zum Friedhof verlaufenden Kreuzweges (heute befindet sich der Kreuzweg komplett auf dem Hausener Friedhof). Kurz vor seinem Tod gab Döpfner am 11. Juni 1976 dem Bayerischen Rundfunk ein Interview unter dem Titel Meine fränkischen Jahre, in dem er davon ausging, dass ihn diese Kreuzwegstation zumindest unbewusst zu der Wahl seines bischöflichen Mottos “Praedicamus Crucifixum” (1. Kor 1,23 , deutsch: „Wir verkündigen den Gekreuzigten“) inspiriert habe. Auf dem Friedhof wurden auch Julius Döpfners Eltern beerdigt. Im Jahr 2017 hat die Familie Döpfner das Grab aufgelassen. Im gleichen Jahr wurde die von der Münchner Bildhauerin Christine Stadler geschaffene Gedenktafel für Döpfner an die Anlage südlich der Hausener Pfarrkirche (Lourdes-Grotte) versetzt. Bei der Erstellung der Tafel hatte die Künstlerin Döpfners Geburtsdatum fälschlich mit dem „28.08.“ angegeben.

Döpfners Geburtshaus wurde später abgerissen und durch einen Neubau ersetzt (Kardinal-Döpfner-Straße 27).

Auf Anraten des örtlichen Kaplans Martin sowie seiner Lehrer wurde Döpfner im Jahr 1924 auf das Gymnasium der Augustiner in Münnerstadt geschickt. Zu Fuß lief der Zehnjährige von Hausen nach Münnerstadt zur Aufnahmeprüfung und bestand diese. Zu Fuß dauert dieser Weg neuneinhalb Stunden. Trotz der ärmlichen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, brachte er gute Zeugnisse mit nach Hause.

Auf Grund seines Wunsches, Priester zu werden, wechselte er 1925 – nach einem Jahr in Münnerstadt – an das bischöfliche Knabenseminar Kilianeum zu Würzburg und legte 1933 an der Oberschule am Rennweger Ring das Abitur als Klassenbester ab. Seine Abiturrede ließ bereits kritische Töne gegen die Nationalsozialisten erkennen, die im Monat zuvor an die Macht gekommen waren. Lehrer Josef Borst, der Leiter von Döpfners Abiturklasse, sah sich veranlasst, Döpfners Abschlussrede zu entschärfen.

Am Kilianeum wurde Döpfners theologische und pastorale Ausrichtung stark von Regens Kilian Joseph Meisenzahl beeinflusst. Über Meisenzahl lernte Döpfner die Lehren des umstrittenen Würzburger Theologen Herman Schell kennen, dessen Persönlichkeit Döpfner beeindruckte.

Zu dieser Zeit begann eine ausführliche Korrespondenz zwischen Döpfner und seinem Schulfreund Georg Angermaier, die von 1932 bis 1944 bestand und in der Döpfner ausführlich seine theologischen Ansichten beschrieb.

Im Oktober 1933 begann Döpfner an der Universität Würzburg ein Studium der Theologie. Kirchengeschichte studierte er bei Sebastian Merkle, einem Freund von Herman Schell, sowie Philosophie bei Hans Meyer und dem Privatdozenten Hans Pfeil, einem Gegner der religiösen Strömungen des Nationalsozialismus. Hier wurde Döpfner auch Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Normannia Würzburg im KV.

Nach einem Semester wechselte er mit einem Stipendium an das Collegium Germanicum der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Am Germanicum wurde Döpfner vor allem von Jesuitenpater Ivo Zeiger geprägt. Kritisch sah Döpfner den jesuitischen Führungsstil der Uniformität und Unterordnung; er war der Überzeugung, dass es in der modernen Welt auf selbstbewusste Einzelpersönlichkeiten ankommen würde.

Döpfners äußerer Widerstand gegen die Studienbedingungen am Germanicum legte sich mit dem Tod der Mutter im Jahr 1934. Wie er seinem Studienfreund Angermaier schrieb, war nun eine elementare Bindung zum Elternhaus in der Heimat gekappt, »ohne daß die unendlich zarte Liebe zu diesem Wurzelgrund litt oder verkümmerte«. Es war unter anderem die finanzielle Opferbereitschaft seiner Familie, durch die er sich nun verpflichtet fühlte, das Studium trotz aller Bedenken zu einem guten Ende zu führen.

Seine Konflikte mit dem Germanicum kompensierte Döpfner mit seiner Heimatverbundenheit und seiner Liebe zur Natur. So pflegte er bis zu seiner Zeit als Kardinal Wanderungen in den Bergen und am Meer zu unternehmen sowie seinen Urlaub in seinem Heimatort Hausen zu verbringen.

Dem mit ihm befreundeten Hausener Pfarrer Karl Hockgeiger schrieb Döpfner zahlreiche Briefe, in denen er seine Zeit am Germanicum ausführlich schilderte.

Im Studium stand er bewusst zu seiner Entscheidung, Priester zu werden – aber nicht nur ein „wissenschaftlicher“ Priester wollte er sein, sondern ein „tiefgebildeter“ Priester, der sich auch menschlich, priesterlich und organisatorisch in seine Tätigkeit einbringt.

In der Kirche Il Gesù in Rom empfing er am 29. Oktober 1939 durch den späteren Kurienkardinal Luigi Traglia das Sakrament der Priesterweihe. Am 1. November 1939 beging er in der gleichen Kirche am Grabaltar des Ignatius von Loyola seine Primiz. Als Primizbild wählte er Ausschnitte aus dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, als Primizspruch sein späteres bischöfliches Motto „Praedicamus crucifixum“.

Am 7. Juli 1940 feierte Döpfner nach Ankündigung vom 6. Juli 1940 in der lokalen Saale-Zeitung seine Heimatprimiz in Hausen. Der Empfang fand vor der Hausener Klosterscheune des Klosters Hausen statt.

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