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Julius Bernhard von Rohr

Sächsischer Kameralist, Naturwissenschaftler und Schriftsteller

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Julius Bernhard von Rohr (* 28. März 1688 in Elsterwerda; † 18. April 1742 in Leipzig) war sächsischer Kameralist, Naturwissenschaftler in der Frühzeit der Aufklärung und als Schriftsteller einer der bekanntesten Autoren der neueren deutschen Hausväterliteratur.

Er war der Sohn des Juristen und Rittergutsbesitzers Julius Albert von Rohr (1647–1712) und der Christine geb. von Rohr. Auf dem väterlichen Gut Elsterwerda aufgewachsen und erzogen, besuchte er ab 1705 die Universität Leipzig, um Rechtswissenschaften zu studieren. Daneben hörte er u. a. auch naturwissenschaftliche Vorlesungen. Nach dem 1710 erfolgten Studienabschluss begab er sich auf mehrere Reisen nach Hamburg und zur Kaiserwahl nach Frankfurt am Main. 1712 kehrte er zur Fortsetzung der Studien nach Leipzig zurück, wo er eine zweite Dissertation vorlegte.

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters, der wegen Schulden das Familien-Stammgut Elsterwerda veräußern musste, schlug er das Erbe aus und war nun gezwungen, sich einen eigenen Lebensunterhalt zu suchen. Er begann, Unterrichtsstunden zu geben und veröffentlichte mehrere Schriften. Da er öffentlich für Christian Wolff Partei ergriffen hatte, stand er im Verdacht, der Verfasser einer Schmähschrift gegen Nikolaus Hieronymus Gundling gewesen zu sein, was aber nicht der Fall gewesen sein soll. Dies erschwerte ihm jedoch seine Karriere, sodass er 1713 Kursachsen verließ und zeitweilig nach Holland und Hannover ging. 1714 kehrte er zurück und wurde zunächst Beisitzer in der Stifts- und Erblandsregierung Merseburg. 1726 wurde er in die Niederlausitz versetzt, die damals zum Herzogtum Sachsen-Merseburg gehörte. 1731 wurde er Kammerrat des Herzogs von Sachsen-Merseburg, und 1732 erwarb er eine Domherrenstelle beim Domkapitel Merseburg, was mit seiner Rückversetzung nach Merseburg verbunden war. 1738 trat er in den Ruhestand.

Nach einer sorgenvollen Beziehung zu einer Dame, der er in seinem Juristischen Traktat von dem Betrug bey den Heyrathen ein unrühmliches Denkmal setzte, heiratete er erst kurz vor seinem Tod Anna Rebekka Köhler. Aus dieser Ehe stammt der Sohn Julius Philipp von Rohr, der später Arzt in Halle (Saale) wurde.

Neben seinen kameralistischen und naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen machte sich Julius Bernhard von Rohr vor allem mit seinen beiden zeitgenössischen Reiseführern für den Ober- und Unterharz einen bleibenden Namen.

De retractu gentilitio filiorum in feudis. Dissertation, 1710

De jure principum circa augendas et conservandas subditorum opos. Dissertation, 1712

Der Mathematischen Wissenschaft Beschaffenheit und Nutzen. 1713

Unterricht von der Kunst der Menschen Gemüther zu erforschen. 1713 (Digitalisat)

Compendieuse Haushaltungs-Bibliothek. 1716 (Ausgabe 1726: Digitalisat)

Einleitung zur Staatsklugheit. 1718 (Digitalisat)

Nöthiger und nützlicher Vorrath Von allerhand auserlesenen Contracten, Verträgen, Recessen, Bestallungen, ... und andern dergleichen Concepten, Die sowol bey der Hauß-Wirthschafft Ueberhaupt Als insonderheit bey dem Acker-Bau, der Vieh-Zucht, Jagd- und Forst-Sachen, Wasser und Fischereyen, Bierbrauen, Weinbau, Bergwercken ... vorzufallen pflegen ... Nach der Ordnung des vollständigen Haußhaltungs-Rechts. Leipzig 1719, (Digitalisat)

Vollständiges obersächsisches Haußwirtschaftsbuch. Leipzig 1722.

Physikalische Bibliothek. 1724

Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft Der Privat-Personen. Berlin 1728 (Digitalisat); 2. Aufl. 1730 (Digitalisat)

Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Hrsg. von Gotthardt Frühsorge. VCH Acta Humaniora, Weinheim 1990, ISBN 3-527-17603-9.

Sächsisches und Brandenburgisches Land- und Hauswirtschaftsbuch. Nürnberg 1730.

Einleitung zu dem allgemeinen Bürgerlichen Recht. Nürnberg 1731.

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