An diesem Tag

Julia Fischer (Geigerin)

Deutsche Violinistin

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Julia Fischer (* 15. Juni 1983 in München) ist eine deutsche Geigerin, die seit 2006 neben ihrer internationalen Konzert-Karriere auch als Musik-Professorin unterrichtet – zunächst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und seit 2011 an der Hochschule für Musik und Theater München. Gelegentlich tritt sie auch als Pianistin auf.

Julia Fischer erhielt als Tochter der aus der Slowakei stammenden Pianistin Viera Fischer, geborene Krenková, und des Mathematikers Frank-Michael Fischer ihren ersten Geigenunterricht im Alter von vier Jahren bei Helge Thelen in Gilching bei München. Wenig später begann sie auch mit dem Klavierspiel und wurde von ihrer Mutter und Ansgar Janke unterrichtet. Zwei Jahre später wechselte sie zum Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg, wo sie Geigenunterricht bei Lydia Dubrowskaja erhielt. Im Alter von acht Jahren gab sie ihr erstes Violinkonzert mit Orchesterbegleitung. Mit neun Jahren begann sie ihr Studium an der Musikhochschule München bei Ana Chumachenco. Zu dieser Zeit wurde die Geige zu ihrem bevorzugten Instrument. Ihren Schulabschluss absolvierte sie 2002 am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting bei München mit dem Abitur.

2006 wurde Fischer Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Sie war damals die jüngste Professorin an einer deutschen Hochschule. 2011 wurde sie auf eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater München berufen.

Sie lebt mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern in Gauting bei München.

Zu Julia Fischers Förderern gehörten seit 1997 Lorin Maazel, Christoph Eschenbach und Marek Janowski. Ab 1998 begann ihre internationale Konzerttätigkeit. Dabei spielte sie u. a. unter der Leitung der Dirigenten Herbert Blomstedt, Asher Fisch, Rafael Frühbeck de Burgos, Ruben Gazarian, Bernard Klee, Yakov Kreizberg, Emmanuel Krivine, Sir Neville Marriner, Jun Märkl, Yehudi Menuhin, Jukka-Pekka Saraste, Giuseppe Sinopoli, Jeffrey Tate, Juri Temirkanow, Michael Tilson Thomas, Bruno Weil, Simone Young und David Zinman.

Sie arbeitete mit Orchestern zusammen wie dem New York Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia Orchestra, Boston Symphony, Baltimore Symphony und dem Seattle Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern, den Sankt Petersburger Philharmonikern, dem RAI Torino, dem Russischen Nationalorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und den Münchner Philharmonikern. Fischer unternahm Tourneen mit dem Gewandhausorchester, der Academy of St. Martin in the Fields, dem Royal Philharmonic Orchestra, der Dresdner Philharmonie, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Mit diesem debütierte sie 2003 an der Seite von Chang Han-na in der Carnegie Hall mit dem Brahms-Doppelkonzert.

Artist in Residence war sie beim Nederlands Philharmonisch Orkest unter der Leitung von Yakov Kreizberg sowie bei der Dresdner Philharmonie und bei der Frankfurter Konzertdirektion Pro Arte.

Fischer konzertierte auch bei zahlreichen Musikfestivals wie dem London’s Mostly Mozart Festival, dem Aspen Music Festival, dem Ravinia Festival, dem Prager Frühling, dem St. Petersburg Winter Festival, dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und spielte im Jahr 2007 beim G8-Gipfel in Heiligendamm.

Zu ihren Kammermusikpartnern zählen die Pianisten Milana Chernyavska, Martin Helmchen, Jan Lisiecki, Oliver Schnyder, Jean-Yves Thibaudet und Lars Vogt, die Cellisten Gustav Rivinius, Daniel Müller-Schott und Danjulo Ishizaka sowie die Bratschistin Tabea Zimmermann.

Fischer gibt jährlich zwischen 70 und 80 Konzerte mit ungefähr fünfzig Programmen. Ihr Repertoire umfasst über 40 Werke mit Orchesterbegleitung und etwa 60 Werke der Kammermusik.

Im November 2022 störten zwei Klimaschutz-Aktivisten der Letzten Generation einen Auftritt Fischers in der Hamburger Elbphilharmonie, indem sie sich vor dem Beginn des Konzerts an das Dirigentenpult klebten. Das Publikum reagierte mit Buhrufen. Fischer kommentierte später, es gelinge „der Weltgemeinschaft offenkundig nicht, die größte Krise der Menschheit, die Klimakatastrophe, gemeinschaftlich anzugehen“. Darüber müsse gesprochen werden und nicht über die Aktion der Aktivisten. Ein Konzertsaal könne „durchaus ein Ort des politischen Austauschs sein“.

Julia Fischer spielte früher eine Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1728, eine Leihgabe der „Blue de Brasil“ der Fazenda Ipiranga, und von 2000 bis 2004 die Stradivari „Booth“ aus dem Jahre 1716, eine Leihgabe der Nippon Music Foundation. Heute spielt sie ein Instrument von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1742 und eine Geige von Philipp Augustin (2011).

Bereits im Alter von vier Jahren begann Julia Fischer neben der Geige auch das Klavierspielen zu lernen, sie übte auf beiden Instrumenten mit derselben Intensität. Als Pianistin war sie mehrmals Preisträgerin beim Wettbewerb Jugend musiziert. An ihrem zwölften Geburtstag (1995) spielte sie Robert Schumanns Introduktion und Allegro appassionato mit dem Orchester eines Konservatoriums in der Slowakei, dies war ihr erster Auftritt als Pianistin mit einem Orchester. Nach ihrer Entscheidung für eine Karriere als Geigerin spielte sie weiterhin Klavier – manchmal auch vor Publikum. Beispielsweise gab sie im Januar 2007 nach einem Violin-Duoabend in Hamburg eine vierhändige Zugabe mit ihrem Klavierpartner Oliver Schnyder, sie spielten einen Norwegischen Tanz von Edvard Grieg.

Im Jahr 2007 gab Julia Fischer 100 Konzerte als Geigerin. Während des ganzen Jahres bereitete sie sich zugleich auf ihr offizielles Debüt als Pianistin vor, das bei einem Neujahrskonzert 2008 in Frankfurt am Main stattfand: Unter der Leitung von Matthias Pintscher spielte sie, begleitet von der Jungen Deutschen Philharmonie, das Violinkonzert Nr. 3 in h-Moll von Camille Saint-Saëns und anschließend das Klavierkonzert a-Moll von Edvard Grieg. Sie wiederholte diesen Doppelauftritt im Januar 2008 in Sankt Petersburg. Bei der Aufnahme sämtlicher Werke von Franz Schubert für Violine und Klavier (2009/10) spielte sie zusammen mit ihrem Klavierbegleiter Martin Helmchen auch Schuberts Fantasie in f-Moll für Klavier zu vier Händen ein (siehe Diskografie).

Im Jahr 2015 war auf ihrer Website zu lesen, sie sei seit den Konzerten im Januar 2008 „weiterhin mindestens ein Mal pro Jahr bei Kammermusikkonzerten am Klavier zu erleben“. Im Jahr 2023 sagte sie in einem Interview, sie spiele bei ihren gelegentlichen Auftritten als Pianistin immer Kammermusik mit Freunden, weil diese leichter zu spielen sei als ein Klavierkonzert. Sie tue das nach wie vor gern. Als Beispiel nannte sie einen Auftritt mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott im vorigen Jahr, bei dem sie Schuberts Arpeggione-Sonate spielten. Bei einem Kammermusikkonzert im Rahmen des Gstaad Menuhin Festivals 2024 spielte sie beide Instrumente: zuerst Violine bei einem Streichquartett von Smetana, dann Klavier bei einem Klavierquintett von Dvořák.

1995: 1. Preis beim Internationalen Yehudi-Menuhin-Wettbewerb

1996: 1. Preis beim Eurovision Young Musicians Wettbewerb in Lissabon

1997: Prix d'Espoir der Stiftung der Europäischen Industrie

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