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Jules Michelet

Französischer Historiker

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Jules Michelet (* 21. August 1798 in Paris; † 9. Februar 1874 in Hyères, Département Var) war ein französischer Historiker des 19. Jahrhunderts.

Nach Lehrtätigkeiten am Collège Rollin (Paris, 1821) und an der École normale supérieure (1830) wurde er Sektionschef am Nationalarchiv. Michelet war ein Verfechter der Demokratie, patriotisch bzw. nationalistisch gesinnt und ebenso heftiger Gegner der Klerikalen. In seinen Werken deutete er die Geschichte Frankreichs in diesem Sinne: Hauptakteur ist das Volk (le peuple), Ziel ist die Schaffung einer französischen Nation (la nation). Zu den besonders glorifizierten Ereignissen in seiner monumentalen Histoire de France (1833) zählen das Auftreten der Jeanne d’Arc und die Französische Revolution. Aufgrund der universalen Errungenschaften der Revolution, die der gesamten Menschheit Nutzen gebracht hätten, gebührt Frankreich Michelet zufolge ein besonderer Platz unter den Nationen. Damit wurde er zum Vater der republikanisch-nationalen („jakobinischen“) Geschichtsschreibung, die vor allem zur Zeit der Dritten Republik einflussreich war.

1838 wurde er Mitglied der Académie des sciences morales et politiques sowie Professor für Geschichte am Collège de France. Nach heftigem Streit verlor der überzeugte Republikaner 1851 unter Kaiser Napoleon III. seine Lehraufgabe und die Archivarsstelle. In der Folgezeit wandte er sich moral-philosophischen Themen zu und verfasste zahlreiche, seinerzeit viel gelesene Schriften.

1874 starb Jules Michelet in Hyères an der Côte d’Azur und wurde dort auch beerdigt. Zwei Jahre später wurde er umgebettet auf den Friedhof Père-Lachaise (Div. 52).

Seine Schrift Le peuple führt erstmals den Begriff der Masse als Kategorie der Politik und der Geschichte ein. Auch verwendete er als erster „Renaissance“ für eine historische Epoche. Nach ihm wurde der Begriff dann durch Jacob Burckhardt bekannt.

Die Brüder Goncourt charakterisieren seine Geschichtsschreibung in ihren Tagebüchern wie folgt: „alle niederen Partien im Licht, die hohen im Dunkeln“. Er sei „ein Historiker mit einem Opernglas“. Einmal schlug Michelet ihnen vor, eine Geschichte der einflussreichen Kammerzofen zu schreiben, die in den Verlauf der Geschichte eingegriffen haben.

27. April 1833 Ritter der Ehrenlegion

Tableau chronologique de l’histoire moderne de 1453 à 1739. Brüssel 1840 (EA Paris 1825).

Tableau synchronique d’histoire moderne de 1453 à 1648. Paris 1826.

Précis d’histoire moderne. Bibliothèque Diderot, Lyon 2015 (EA Paris 1827, Digital)

Introduction à l’Histoire Universelle (1831)(Die dritte Auflage 1843 ist betitelt: Introduction a l’histoire universelle suivie du discours d’ouverture. Prononce en 1834 a la Faculte des lettres, et d’un fragment sur l’education des femmes au moyen age)

Deutsch: Einleitung in die allgemeine Geschichte. Hallberger, Stuttgart 1834.

Abrégé d’histoire de France. Paris 1881 (EA Paris 1833)

Précis de l’histoire de France jusqu’à la Révolution.

Histoire romaine. Hachette, Paris 1831 (2 Bände)

Mémoires de Luther. Écrit par lui-même (= Les temps retrouvé). Mercure de France, Paris 2006, ISBN 978-2-7152-2647-0 (EA Paris 1835)

Origines du droit français. Cherchées dans les symboles et les formules du droit universel. Paris 1838 (EA Paris 1837)

Histoire de France. Paris 1867 (EA Paris 1833ff in 5 Bänden)

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