An diesem Tag

Juan Prim

Spanischer General und Staatsmann (1814-1870)

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Juan Prim y Prats, katalanisch Joan Prim i Prats (* 6. Dezember 1814 in Reus, Spanien; † 30. Dezember 1870 in Madrid), war ein spanischer General und Politiker sowie Ministerpräsident von Spanien.

Herkunft und Werdegang bis 1840

Prims Vater Pablo war Oberstleutnant der spanischen Armee und übernahm nach seinem Rückzug aus dem Militärleben das Notariat, das Prims Großvater in Reus geführt hatte.

Juan Prim schloss sich nach seiner Schulausbildung mit 19 Jahren beim Beginn des Ersten Carlistenkrieges 1834 einem Freikorps namens Tiradores de Isabella II. (‚Schützen Isabellas II.‘) an. Diese Freikorps unterstützten das reguläre Heer beim Kampf für Maria Christina von Sizilien, die Witwe Ferdinands VII., die als Regentin die Herrschaft für ihre Tochter Isabella II. beanspruchte.

In den folgenden sieben Bürgerkriegsjahren stieg er in den auf der Seite der Regentin Maria Christina kämpfenden Truppen infolge einer Reihe mutiger und siegreicher Militäraktionen, bei denen er mehrmals verletzt und seine Pferde getötet wurden, Stufe für Stufe auf: Nach der Einnahme von Sant Pere de Vilamajor durch eine von ihm geführte Kompanie gegen zahlenmäßig überlegene karlistische Truppen und weiteren siegreichen Aktionen wurde er zum Hauptmann ernannt. Nach der Einnahme von Sant Miquel de Taradella wurde ihm das Kreuz des Heiligen Ferdinand Erster Klasse verliehen. Diese Auszeichnung erhielt er in der Folgezeit erneut, neben der Beförderung zum Oberst. Mit 26 Jahren galt er seinen Anhängern als Symbolfigur für Mut und militärischen Erfolg.

Regierung Esparteros (1840–1844)

Nach dem liberalen Putsch von La Granja (1840) vertiefte sich der Riss zwischen den Moderados und den Progressisten, die von Calatrava und Mendizábal geführt wurden und mit Espartero den neuen Regenten stellten. Als Prim 1841 für die Provinz Tarragona in das spanische Parlament gewählt wurde, schloss er sich den Progressisten an.

Für Prim als Mitglied einer Freiwilligeneinheit bestand die Gefahr der Nichtanerkennung seiner militärischen Ränge nach der Demobilisierung der Freikorps des Karlistenkriegs. Im Gegensatz zu den meisten seiner Mitkämpfer wurde Prim jedoch aufgrund seines hohen Prestiges als Oberst in das offizielle Heer übernommen. Darüber hinaus ernannte Espartero ihn zum Unterinspekteur der Karabiner in Andalusien. Als solcher konnte Prim verhindern, dass konservative Führer unter Ramón Narváez, die die Regentschaft an Maria Cristina zurückgeben wollten, über Gibraltar nach Spanien zurückkehren konnten.

Dennoch überwarf sich Prim mit Espartero und beschuldigte ihn, durch seine freihändlerische Handelspolitik britischen Textilien zu große Importfreiheiten zu gewähren, um die nicht wettbewerbsfähige katalanische Textilindustrie zu schädigen und so Katalonien stärker der Zentralgewalt unterordnen zu können. Die Entfremdung beider Politiker manifestierte sich bei der Niederschlagung der 1843 ausgebrochenen Erhebung in Barcelona vor dem Hintergrund der durch Esparteros Handelspolitik verschlechterten wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen. Prim wirkte zunächst an ihrer Bekämpfung mit. Nach der harten Niederschlagung des Aufstandes durch die Bombardierung der Stadt vom Montjuïc aus, die Espartero unternommen hatte, gehörte er jedoch zu den Kritikern der Politik Esparteros.

Bald begannen in Madrid politische Intrigen und darauf 1843 in Málaga, Granada und Almería militärische Aufstände gegen Espartero. Prim und Lorenzo Milans del Bosch zettelten gleichzeitig in Reus einen Aufstand gegen Espartero an. Barcelona schloss sich dem Aufstand an und kurz darauf ganz Katalonien. Zur Niederschlagung des Aufstandes zog General Martín Zurbano von Barcelona gegen Tarragona und von dort nach Reus. Unter Protesten der Bürger seiner Heimatstadt, die sich ohne Verteidigung Zurbano schutzlos ausgeliefert sahen, zog Prim nach Barcelona, um einen blutigen Einfall Zurbanos, der ihm den freien Abzug ermöglichte, in Reus zu vermeiden. Prim traf sich dort mit einem Vertreter einer Pariser Geheimgesellschaft exilierter Militärs unter der Führung von O’Donnell und Narváez und verbot den konservativen Generälen, über Barcelona einzureisen, damit sie nicht vor ihm in Madrid einträfen. Diese Generäle marschierten daraufhin über Valencia nach Madrid, wo sie vor Prim eintrafen. Espartero wurde ohne große Gegenwehr gestürzt und floh nach England, während der einen Tag vor Prim in Madrid eingetroffene Narváez die Regierungsgewalt übernahm. Isabella II. wurde mit 13 Jahren für volljährig erklärt und als Königin und Regentin proklamiert. Unter Narváez begann die Dekade der sogenannten Moderados (dt. Die Gemäßigten) in der Regierungsverantwortung.

Während der Ära der Moderados (1843–1854)

Prim wurde zunächst von der neuen Regierung bzw. ihrem Kriegsminister Serrano zum Gouverneur und Generalkommandanten von Barcelona ernannt, um dort eine radikal-revolutionären Erhebung (die Jamancia) zu bekämpfen. Als Auszeichnung für deren Niederschlagung und die Befriedung der Stadt wurde Prim zum Grafen von Reus und Vicomte (Vizconde) del Bruch ernannt, mit Vererbbarkeit des Titels.

Prim kehrte darauf nach Madrid zurück und wurde von der Regierung zum Militärkommandanten von Ceuta ernannt. Diesen Posten lehnte er jedoch ab, zog sich aus dem Staatsdienst zurück und verließ Spanien. Bei seiner Rückkehr im Oktober 1844 wurde er angeklagt, weil er angeblich eine Verschwörung und einen Mordversuch gegen Narváez unternommen haben sollte. Er wurde zu sechsjähriger Festungshaft verurteilt, doch bereits 1845 begnadigt. Prim zog sich erneut ins Ausland zurück.

Nach dem Rücktritt Narváez’ ernannte ihn der amtierende Kriegsminister einer der in kurzer Zeit einander nachfolgenden Regierungen (unter Florencio García Goyena), Fernando Fernández de Córdova, ein Freund Prims, 1847 zum Generalkapitän der Insel Puerto Rico. Durch seine harte Politik war Prim auf Puerto Rico nicht besonders beliebt, unter anderem ließ er den Guerillakämpfer El Águila erschießen, nachdem dieser nach seiner ersten Befreiung sein Unterwerfungsgelübde gebrochen und Prims Pferd gestohlen hatte. Prim schlug darüber hinaus einen Aufstand in Santa Cruz und auf der dänischen Antilleninsel Saint Thomas nieder. Für letztere Aktion erhielt er den Dannebrog-Orden. Dennoch wurde er bereits 1848 abberufen.

Prim präsentierte sich daraufhin als Kandidat für das spanische Parlament in verschiedenen katalanischen Wahlbezirken und wurde als Abgeordneter für Vic gewählt. Seitdem wirkte er als einer der progressivsten und damit für die moderate Regierung unbequemsten Anführer in der Deputiertenkammer. Als Prim sich nach der Auflösung des Parlaments bei den Neuwahlen von 1851 wieder als Kandidat für Vic aufstellen ließ, ernannte ihn die Regierung erneut zum Generalkapitän von Puerto Rico, um seine Wahl zu verhindern. Prim akzeptierte das Amt und trat von seiner Kandidatur zurück. Als nach der Wahl seine Berufung annulliert wurde, stand Prim ohne Amt und Funktion dar. Ein progressistischer Abgeordneter, der in zwei Wahlbezirken gewonnen hatte, bot Prim daraufhin einen seiner Sitze, den er in Barcelona erhalten hatte, an. Prim, der seit der Niederschlagung des Jamancia-Aufstandes in Barcelona nicht besonders beliebt war, warb für sich, indem er versprach, zum entschiedensten Verfechter bürgerlicher Freiheiten und der Interessen Kataloniens zu werden, und wurde gewählt.

Die Regierung Bravo Murillo löste 1852 die Cortes erneut auf und regierte per Dekret. Um einem Putsch vorzubeugen, wurde Prim nach Frankreich ausgewiesen. Obwohl er erst fünf Tage vor den angesetzten Neuwahlen nach Spanien zurückkehren durfte, wurde Prim erneut für Barcelona in das Parlament gewählt und nahm wiederum seine Rolle als Oppositionsführer wahr. Nach der erneuten Auflösung des Parlaments begab sich Prim wiederum nach Frankreich. Als der Krimkrieg begann, bat Prim Ende 1853 um seine Entsendung als spanischer Militärkommissar in die Türkei. Dies wurde ihm gewährt. Er nahm an den Militäroperationen der Donauarmee gegen Russland teil und war unter anderem strategischer Berater der Artillerie beim Angriff auf die Insel Totorkan. Der Sultan verlieh ihm den Medjidie-Orden und den Ehrensäbel. 1854 erreichte ihn die Nachricht vom Sturz der Regierung der Moderados in Spanien und er kehrte eilig in sein Heimatland zurück.

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