Ein Journalist ([ʒʊʁnaˈlɪst]; von französisch journaliste [ʒʊʁnaˈlɪst]) oder eine Journalistin ist tätig mit der Sammlung, Aufbereitung und Verbreitung von Nachrichten sowie zugehörigen Kommentaren und Beiträgen und hat Einfluss auf die öffentliche Meinung. Ein Journalist arbeitet als freier Mitarbeiter, Mitglied einer Redaktion, oder Auslandskorrespondent für Medien, Zeitungen, Zeitschriften oder Nachrichten- bzw. Pressedienste bei Film, Funk oder Fernsehen, als Autor von Büchern, Blogs, Webcasts, Podcasts, Social-Networking- und Social-Media-Sites und E-Mails, oder erstellt als Fotograf Bildberichte.
Nach Definition des Deutschen Journalisten-Verbandes erstreckt sich der Begriff zudem auf die Verbreitung und Veröffentlichung von Meinungen und Unterhaltung sowie auf Mitarbeiter der Pressestellen von Behörden und Unternehmen. Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Es gilt der freie Zugang zum Journalismus aufgrund der Meinungs- und Pressefreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes.
Journalisten arbeiten für unterschiedliche Medien: Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblättern, im Online-Journalismus bei Online-Redaktionen, aber auch im Hörfunk und Fernsehen, für Nachrichtenagenturen oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeiten auf lokaler Ebene oder auch weltweit als Reporter oder Auslandskorrespondent. Im Sinne des Deutschen Journalisten-Verbandes werden auch Mitarbeiter der Pressestellen von Wirtschaftsunternehmen, Behörden oder Organisationen als Journalisten bezeichnet.
Journalisten arbeiten in einer Vielzahl von Tätigkeiten und Funktionen wie Investigativjournalist, Korrespondent, Redakteur, Reporter, Chef vom Dienst, Bildredakteur, Kolumnist, Feuilletonist, Leitartikler, Fotojournalist, Videojournalist, Modejournalist oder Moderator. Es gibt freie Journalisten und angestellte Journalisten. Von vor dem Jahre 2009 etwa 45.000 festangestellten Journalisten in Deutschland arbeitete ein Drittel bei Tageszeitungen und ein Viertel beim Rundfunk. Der Rest verteilte sich auf Zeitschriften, Online-Dienste und auf Mitarbeiter in Pressestellen und Agenturen. Nach Branchenstatistiken erzielten diese Journalisten damals im Durchschnitt ein jährliches Brutto-Einkommen von rund 36.000 Euro mit fallender Tendenz. Neben den angestellten Journalisten gab es auch rund 40.000 freiberufliche Journalisten.
Die Sorgfaltspflicht zählt zu den elementaren journalistischen Aufgaben. Journalisten sind verpflichtet, vor der Verbreitung ihrer Nachrichten diese auf Inhalt, Herkunft und Wahrheitsgehalt zu kontrollieren. Die Landespressegesetze der Bundesländer regeln das Presserecht einfach gesetzlich. Der deutsche Pressekodex erweitert die Regeln journalistischen Arbeitens um eine Selbstverpflichtung, unter anderem „Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“ als oberste Gebote.
In ihrer Arbeit setzen Journalisten unterschiedliche Darstellungsformen ein. Neben der Vermittlung von Fakten (Nachricht, Bericht) werden in anderen Darstellungsformen narrative Elemente genutzt: Interview, Reportage und Feature. Eine Wertung, Einordnung oder Erklärung eines Sachverhaltes findet sich im Kommentar und in der Glosse. Die Darstellungsformen ziehen sich durch alle Medien wie Text, Fotografie, Film oder Hörfunk. Zunehmend entstehen Mischformen.
Im Bereich der Tageszeitungen arbeitet ein großer Teil als Lokaljournalist. Bei überregionalen Tageszeitungen, bei Zeitschriften und in den Bereichen Rundfunk und Fernsehen findet in der Regel eine Spezialisierung auf bestimmte Ressorts statt, z. B. Nachrichten, Sport, Wirtschaft, Kultur, Musik, Wissenschaft, aber auch für Seitengestaltung und Überschriftenformulierung, Recherche, Koordination.
Im Sinne des Deutschen Journalisten-Verbandes sind auch Pressesprecher oder Pressereferenten in den Pressestellen (auch PR- oder Marketingabteilungen) von Wirtschaftsunternehmen, Behörden oder Organisationen als Journalisten tätig. In Pressestellen haben rund 75 % der Mitarbeiter eine journalistische Ausbildung absolviert. Eine Großzahl der deutschen Journalisten arbeitet parallel als freier Journalist in diesen Bereichen.
Wer bei Presse, Hörfunk oder Nachrichtenagenturen Nachrichten innerhalb einer Redaktion bearbeitet, also redigiert, gilt als Redakteur. Dabei werden Bild- und Text-Redakteur unterschieden. Im Unterschied dazu arbeitet der Reporter vor Ort, etwa bei einem großen Unglück oder einer Naturkatastrophe, recherchiert also die Fakten einer Geschichte. Ein Korrespondent ist für seine Heimatredaktion (Zeitung, Hörfunk, Fernsehen, Nachrichtenagentur) in Berlin, einer Landeshauptstadt oder im Ausland tätig. Außerdem gibt es noch den Moderator, der Sendungen entweder im Fernsehen oder im Hörfunk präsentiert.
2018 gab es etwa 41.250 hauptberufliche Journalisten, festangestellte wie freiberufliche. 2005 waren es noch 48.000, im Jahr 1993 etwa 54.000 – hinzu kommen 100.000 nebenberufliche freie Journalisten, die weniger als 50 Prozent ihres Einkommens mit dem Journalismus verdienen.
Laut Schneider/Raue arbeiteten 2003 für Tageszeitungen circa 14.000 Redakteure, für Zeitschriften etwa die Hälfte, rund 8.000 für die Rundfunkanstalten und 5.000 für Anzeigenblätter.
1993 gab es neben den angestellten Journalisten 18.000 hauptberufliche freie Journalisten, im Jahr 2018 waren es noch 9600. Die meisten arbeiteten für mehr als zwei Redaktionen, immer mehr auch nebenbei für Public Relations oder in der Unternehmenskommunikation. Besonders bei den themenspezifisch arbeitenden Hauptstadt-Journalisten (z. B. Wirtschaftsjournalisten) arbeiten „Freie“, da sich viele kleinere Zeitungen keine eigenen Redakteure in der Hauptstadt bzw. keine für jedes einzelne Ressort leisten können. Diese arbeiten auf Honorar-Basis oder handeln Pauschalverträge aus. Sie bekommen jedoch keine regelmäßigen Aufträge und müssen ein eigenes Büro unterhalten, dazu müssen sie sich an ihren Kunden und deren Themenwünschen orientieren. Ein freier Journalist im Pressewesen wird in der Regel nach gedruckten Zeilen (Zeitungen) oder Seiten (Zeitschriften) honoriert. Viele Moderatoren im Fernsehen sind freie Journalisten. Neben denjenigen, die sich freiwillig gegen eine Festanstellung entschieden haben und gut verdienen, nimmt das Heer der auftragsknappen oder -losen Journalisten mit Nebenjobs deutlich zu. Selbst große Medien haben Festangestellte und freie Mitarbeiter entlassen.
Zeitschriften, Fernsehen und Hörfunk sind auf die „Freien“ angewiesen, da diese billiger und flexibler einsetzbar sind und Verlage sowie Zeitungshäuser in den letzten Jahren umfassend rationalisiert haben, da der Kostendruck wegen sinkender Auflagen gestiegen ist. Der Anteil der freien Journalisten an den Inhalten von Zeitungen und Zeitschriften steigt dabei sehr stark an. Nach Recherchen des Berufsverbandes Freischreiber stammen beispielsweise 55 % der Texte im Wissenschaftsmagazin P.M. von freien Journalisten. 60 % ist ihr Anteil am Zeit-Magazin. Bei der Wirtschaftszeitschrift Brand eins sind es nach Angaben des Verbandes sogar 68 %.
Neben den angestellten und freiberuflichen Journalisten gibt es noch die sogenannten Pauschalisten, die ein Pauschalhonorar bekommen und keine festen Arbeitszeiten haben.
Das Schreiben in Zeitungen wurde noch in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts auf dem Kontinent allgemein als Männersache von hohem Befriedigungsgrad angesehen. Der Journalistenberuf ist weitgehend ein reiner Männerberuf, ist im Nachschlagewerk Publizistik (1971) zu lesen. Aus einer Untersuchung, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse im Jahre 1969 durchgeführt hatte, ging hervor, dass alle Chefredakteure, 98 % der Ressortleiter und 85 % der Redakteure Männer waren. Hierzu führte Noelle-Neumann 1971 an, dass die meisten Journalistinnen mit zunehmendem Alter ihre Berufstätigkeit aufgegeben hätten.
Siegfried Weischenberg ermittelte in der repräsentativen Befragung „Journalismus in Deutschland II“, dass der Frauenanteil der 48.000 Menschen, die 2005 in Deutschland hauptberuflich journalistisch tätig waren, bei 37 % lag, im Jahr 2016 waren es ziemlich unverändert etwa 40 %. 2020 war das Geschlechterverhältnis in Redaktionsteams weiterhin unausgeglichen: In der Zusammenschau von Print- und Online-Ausgaben bei zehn Leitmedien ergibt sich eine Spanne von 15 % bei Focus bis zu 52 % beim Stern.