An diesem Tag

Jostein Gaarder

Norwegischer Schriftsteller (* 1952)

Anúncio

Jostein Gaarder [ˈju:staɪn ˈgɔːrdər] (geboren am 8. August 1952 in Oslo, Norwegen) ist ein norwegischer Schriftsteller von Romanen und Kurzgeschichten mit zumeist philosophischem Hintergrund. Weltweit bekannt wurde er mit seinem Buch Sofies Welt von 1991, das bis 2017 in 65 Sprachen übersetzt wurde und sich über 40 Millionen Mal verkaufte.

Gaarders Zielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche. 1993 erhielt er den norwegischen Bokhandlerprisen und 2004 den Willy-Brandt-Preis.

Jostein Gaarder studierte Philosophie, evangelisch-lutherische Theologie und norwegische Literaturwissenschaft / norwegische und skandinavische Linguistik an der Universität Oslo. 1976 schloss er das Studium ab. Anschließend unterrichtete er zehn Jahre lang das norwegische Fach Idéhistorie (inhaltlich nicht zu vergleichen mit der nur namensgleichen Ideengeschichte, idéhistorie ist das geschichtliche Studium des Europäischen Gedankengangs/der europäischen Philosophie), sowohl in der Kinder- als auch der Erwachsenenbildung, bevor er sich als freier Schriftsteller etablierte.

Er hat mit seiner Ehefrau, der Theaterwissenschaftlerin Siri Dannevig, zwei Kinder und lebt mit seiner Familie heute in Oslo.

Das Buch Das Kartengeheimnis erschien 1990 und wurde ein Jahr später mit dem Preis der norwegischen Literaturkritiker ausgezeichnet.

Mit seinem ursprünglich als Kinderbuch gedachten, aber auch von vielen Erwachsenen gelesenen Werk Sofies Welt, das er 1991 schrieb, erlangte er 1993 Weltruhm und den Durchbruch als Schriftsteller. Für dieses Buch erhielt er 1994 den deutschen Jugendliteraturpreis. Es ist inzwischen in über 50 Sprachen übersetzt worden und wurde 1999 verfilmt.

In seinem Jugendroman 2084 – Noras Welt, der im Jahr 2013 erschien, thematisierte Jostein Gaarder den Klimawandel.

Gaarder sieht das Problem der globalen Erwärmung und die dazugehörige Frage „Wie können wir die Lebensbedingungen auf der Erde erhalten?“ als wichtigste philosophische Frage unserer Zeit. Er befürwortet die Fridays-for-Future-Demonstrationen und möchte, dass an Schulen ein stärkeres Bewusstsein für dieses Thema vermittelt wird.

Gaarder löste Anfang August 2006 durch seinen Kommentar „Gottes auserwähltes Volk“ („Guds utvalgte folk“) in der norwegischen Zeitung Aftenposten eine Kontroverse aus. Bezug nehmend auf die Militäraktionen Israels im Libanon schrieb er u. a. (Auszüge der Übersetzung aus dem Englischen nach Übersetzung aus dem Norwegischen durch das Simon-Wiesenthal-Zentrum Paris):

Zahlreiche Stimmen warfen Gaarder auf Grundlage dieses Essays Antisemitismus vor, andere verteidigten ihn gegen diesen Vorwurf.

Einer seiner israelischen Verlage, Schocken Publishing House, kündigte am 9. August 2006 auf Grund seines anti-israelischen Kommentars den Vertrag mit Jostein Gaarder auf. Schocken-Verlegerin Racheli Edelman erwog die Erhebung juristischer Schritte gegen Jostein Gaarder.

Am 12. August schrieb Gaarder in der Aftenposten eine Klarstellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Dort erklärt er u. a.:

Am 8. September führte das Deutschlandradio ein Interview mit Gaarder, in dem er erklärte, seine Israel-Kritik sei einer „Angst um Israel“ entsprungen, ähnlich wie er Angst um sein Kind hätte, wenn es sich gewalttätig gegenüber anderen verhielte. Zum Antisemitismus-Vorwurf sagte er, es sei „dumm und gefährlich“, Israel-Kritiker als Antisemiten zu bezeichnen. Antisemitismus sei „das Schlimmste, was es gibt. Es ist so ähnlich, als wenn man pädophil ist.“ In dem Interview gab er außerdem zu verstehen, dass er das Existenzrecht Israels anerkenne und es nie in Abrede gestellt habe. Die Äußerung „wir erkennen Israel nicht länger an“ habe er in dem Sinne verwendet, einer Gruppe oder Person, in diesem Fall Israel, die Anerkennung für dessen Leistungen und Taten zu entziehen.

Sofies Welt. Der Hörverlag, München 2003, ISBN 3-89940-255-3. (4 CDs 400 Min., gelesen von Gunda Aurich, Christoph Bantzer, Ulrike Bliefert, Peter Fitz, Matthias Habich u. a.)

Die Frau mit dem roten Tuch. Der Hörverlag, München 2012, ISBN 978-3-86717-573-9. (gekürzt, 4 CDs 277 Min., gelesen von Beate Himmelstoß und Hans Kremer)

2084 – Noras Welt. Der Hörverlag, München 2013, ISBN 978-3-8445-1189-5. (ungekürzte Lesung, 1 MP3-CD 283 Min., gelesen von Rosalie Thomass)

Otto A. Böhmer: Sofies Lexikon. Hanser, München 1997, ISBN 3-446-18913-0.

Karl-Josef Durwen: Sofies Spiegelwelt, tredition, Hamburg 2019, ISBN 978-3-7482-9624-9.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Jostein Gaarder | World in Stories