An diesem Tag

Joseph Haydn

Österreicher Komponist der Wiener Klassik

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Franz Joseph Haydn (* 31. März oder 1. April 1732 in Rohrau, Erzherzogtum Österreich; † 31. Mai 1809 in Wien) war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik.

Joseph Haydn verbrachte den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn als Hofmusiker auf dem Landsitz der ungarischen Fürsten Esterházy, deren Orchester und Oper er leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit den Worten: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden.“

Nach zwei höchst erfolgreichen Aufenthalten in England 1791/92 und 1794/95 verbrachte Haydn den Rest seines Lebens in Wien, wo er die Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten schrieb.

Haydns 1797 uraufgeführte Vertonung des Gedichts Gott erhalte Franz, den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz! – das Kaiserlied – wurde zu den österreichischen Kaiserhymnen und, mit anderem Text, die deutsche Nationalhymne.

Kindheit und Jugend (1732–1749)

Joseph Haydn wurde als zweites von zwölf Kindern des Wagners und späteren Marktrichters Mathias Haydn und dessen Ehefrau Maria Haydn (geborene Koller) (die als Köchin arbeitete) im Markt Rohrau an der Leitha, Obere Hauptstraße 25, im heutigen Niederösterreich, geboren. Von den zwölf Kindern überlebten nur sechs das Kindesalter. Die beiden überlebenden Brüder Haydns waren der Komponist Michael Haydn und der Tenor Johann Evangelist Haydn. Zwar konnten beide Eltern keine Musiknoten lesen, aber nach Haydns Erinnerungen wurde in seiner Familie und mit den Nachbarn häufig gesungen. Seine musikalische Begabung wurde entdeckt, als er noch ein kleines Kind war.

Im Alter von sechs Jahren wurde Haydn 1738 zu Verwandten in das nahe Hainburg an der Donau geschickt, wo ihn sein Vetter Frank bzw. Frankh musikalisch unterrichtete. Im Jahr 1740 wurde er von Georg von Reutter, dem musikalischen Direktor des Stephansdoms in Wien, bemerkt, als dieser durch die Provinzen reiste, um talentierte Chorknaben zu finden. Reutter nahm Haydn mit nach Wien, wo er neun Jahre als Chorsänger lebte, davon die letzten vier in Gesellschaft seines jüngeren Bruders Michael. Die falsche Behauptung, Haydn habe 1741 beim Begräbnis Antonio Vivaldis gesungen, basiert auf einer Verwechslung der Ministranten mit den Chorknaben.

In der Domkapelle erhielt Haydn Gesangs-, Klavier- und Violinunterricht. Reutter korrigierte Haydns erste Kompositionen, gab ihm aber keinen geregelten Kompositionsunterricht. Dennoch lernte Haydn viel – großenteils im Selbstunterricht und wohl allein schon dadurch, dass er in jungen Jahren an einem für die Musik wichtigen Ort war. Ob er bereits in dieser Zeit oder erst in späteren Jahren Johann Matthesons Der vollkommene Capellmeister und die Kompositionslehre Gradus ad Parnassum von Johann Joseph Fux durchstudierte, ist nach den Quellen nicht eindeutig zu entscheiden. Beide Werke nannte der erwachsene Komponist als grundlegend für seine Entwicklung.

Freischaffender Musiker (1749 – ca. 1757)

1749 war Haydns Stimmbruch abgeschlossen, so dass er die hohen Stimmen im Chor nicht mehr singen konnte. Er wurde aus seiner Stelle entlassen und begann eine Karriere als freier Musiker. Im Laufe dieser beschwerlichen, zehn Jahre dauernden Periode ging Haydn vielen verschiedenen Tätigkeiten nach, unter anderem als Kammerdiener und Begleiter des italienischen Komponisten Nicola Porpora. Er bemühte sich, die Lücken in seiner Ausbildung zu füllen, und schrieb schließlich seine ersten Streichquartette und seine erste Oper. Während dieser Zeit stieg Haydns professionelles Ansehen allmählich.

Zwischen 1754 und 1756 war Haydn auch freischaffend für den Wiener Hof tätig. Er fungierte als „Extra Musicus“ bei Bällen der kaiserlichen Familie während des Karnevals und wurde in der Fastenzeit auch als supplierender Sänger in der Hofkapelle verwendet.

Seit 1754 gab der junge Haydn der 1744 in Wien geborenen späteren Komponistin Marianna Martines Klavierunterricht. Zu Beginn dieser Ausbildung soll Marianna Martines schon hervorragend gespielt haben. Haydn wohnte im selben Haus und erteilte ihr täglich gegen freie Kost Unterricht.

Musikdirektor beim Grafen von Morzin (ca. 1757–1761)

Um 1758 erhielt Haydn seine erste wichtige Stelle als Musikdirektor des Grafen Karl von Morzin auf Schloss Dolní Lukavice (Lukavec) bei Pilsen. Auf dieses Jahr datierte Haydn seine erste in Morzins Diensten komponierte Sinfonie. Als Musikdirektor dirigierte er ein kleines Orchester, und für dieses Ensemble schrieb er seine ersten Sinfonien, Streichtrios, Cassationen und Streichquartette. Diese verbreiteten sich bald, in den Druck gelangten sie nicht.

Am 26. November 1760 heiratete Joseph Haydn im Wiener Stephansdom die zwei Jahre ältere Maria Anna Theresia Keller (1730–1800), die Tochter von Johann Petrus Keller, einem aus Hamburg stammenden und damals noch wohlhabenden, hofbefreiten Perückenmacher. Die Ehe stellte sich bald als unglücklich heraus: Seine Frau hatte wenig Verständnis für seine Musik, und die Ehe blieb kinderlos, was Haydn sehr bedauerte.

Graf Morzin geriet bald darauf in finanzielle Schwierigkeiten, die ihn zwangen, seine musikalischen Unternehmungen aufzugeben.

Kapellmeister bei den Esterházys (1761–1790)

Haydn wurde schnell eine ähnliche Stelle von der Familie Esterházy angeboten, einer der wohlhabendsten und wichtigsten Magnatenfamilien im Königreich Ungarn, und er trat 1761 in die Dienste des Fürsten Esterházy, zunächst als Vizekapellmeister. Als der Kapellmeister Gregor Joseph Werner 1766 starb, wurde Haydn zum Ersten Kapellmeister befördert. Nun konnte er auch geistliche Werke komponieren, was Werner sich bis dahin vorbehalten hatte. Sein 1767 verfasstes Stabat Mater hebt sich sowohl im zeitlichen Umfang als auch in der Instrumentierung von anderen Vertonungen dieser Sequenz ab.

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