An diesem Tag

Josef Tal

Israelischer Komponist

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Josef Tal, auch Joseph, (hebräisch יוסף טל; geboren als Joseph Grünthal am 18. September 1910 in Pinne, Deutsches Reich; gestorben 25. August 2008 in Jerusalem) war ein israelischer Komponist. Josef Tal kann als einer der Mitbegründer der israelischen klassischen Musik angesehen werden.

Joseph Grünthal wurde in der Provinz Posen geboren. Im Jahr 1910 zogen die Eltern, Ottilie Bloch und Rabbiner Julius Grünthal, und seine ältere Schwester Gerda nach Berlin, wo die Familie fortan ein privates Waisenhaus leitete. Rabbiner Julius Grünthal war Dozent für semitische Sprachen an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und war spezialisiert auf die Philologie alter Sprachen.

Grünthal studierte an der Musikhochschule Berlin bei Paul Hindemith, Max Trapp (Klavier, Komposition), Heinz Tiessen (Musiktheorie), Max Saal (Harfe), Curt Sachs (Instrumentation), Fritz Flemming (Oboe), Georg Schünemann (Musikgeschichte), Charlotte Pfeffer und Siegfried Borris (Gehörbildung), Siegfried Ochs (Chorgesang), Leonid Kreutzer (Klaviermethodik) und Julius Prüwer (Dirigieren). Paul Hindemith – sein Kompositions- und Theorielehrer – machte Tal mit Friedrich Trautwein bekannt, der an der Hochschule ein Studio für Elektronische Musik leitete. Tal beendete seine Studien an der Hochschule 1931 und heiratete ein Jahr später die Tänzerin Rosie Löwenthal. Tal arbeitete als Klavierlehrer und begleitete Tänzer und Sänger, außerdem war er als Pianist in Stummfilmen tätig.

1934 verließ Grünthal mit seiner Frau und seinem Sohn Rainer Grünthal (1932–1967) – später ein Mitglied des Kibbuz Megiddo, gefallen im Sechstagekrieg – den NS-Staat und emigrierte nach Palästina. Dort arbeitete er kurze Zeit als Fotograf in Haifa und Chadera. Die Familie zog danach in den Kibbuz Beit Alfa und später in den Kibbuz Gescher, wo Tal beabsichtigte, sich seiner Musik zu widmen. Da es für die Familie schwierig war, sich den gesellschaftlichen Regeln im Kibbuz anzupassen, ließ sie sich in Jerusalem nieder, wo Josef Tal berufliche und soziale Kontakte knüpfte. Er trat als Pianist auf, gab Klavierunterricht und spielte gelegentlich Harfe im neu gegründeten Palestine Orchestra. 1937 wurden Tal und Rosie Löwenthal geschieden.

Von 1937 an unterrichtete er auf eine Einladung von Emil Hauser hin Klavier, Musiktheorie und Komposition an dessen 1933 gegründeten Palestine Conservatory. 1948 wurde er zum Leiter der Jerusalemer Akademie für Musik und Tanz berufen, die er bis 1952 leitete. 1940 heiratete er die Skulpturen-Künstlerin Pola Pfeffer. 1951 wurde Tal zum Dozenten an der Hebräischen Universität Jerusalem ernannt, wo er 1961 das Center for Electronic Music in Israel gründete. Er veröffentlichte akademische Artikel und schrieb viele Einträge in der Encyclopaedia Hebraica. 1965 wurde er zum Senior Professor und später zum Leiter des Musikdepartements der Hebrew University ernannt, ein Posten, den er bis 1971 innehatte. Bekannte Schüler sind die Komponisten Ben-Zion Orgad, Robert Starer, Naomi Schemer, Jacob Gilboa, Yehuda Sharett, die Musikologin Michal Smoira-Cohn, der Cellist Uzi Wiesel und die Sopranistin Hilde Zadek.

Tal war ein begeisterter Lehrer. Er vertrat Israel in den Konferenzen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik und nahm an Vorträgen und Symposien in der ganzen Welt teil. Tal war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Josef Tal wurde für sein Schaffen vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Israel-Preis (1970), in den Jahren 1949, 1958 und 1977 mit dem Engel-Preis der Stadt Tel Aviv, dem Berliner Kunstpreis (1975), dem Wolf-Preis (1982), dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse (1984) und dem Johann-Wenzel-Stamitz-Preis (1995).

Amnon und Tamar (Amnon and Tamar) (1959). Oper in einem Akt für Mezzosopran, Tenor, Bariton, Bass, Männerchor und Kammerorchester. Libretto: Recha Freier nach 2 Sam 13 .

Ashmedai (1969; Uraufführung Hamburgische Staatsoper, 9. November 1971). Oper in 2 Akten für 2 Soprane, Mezzosopran, 6 Tenöre, 5 Baritone, 2 Bässe, gemischten Chor, Tonband und Sinfonieorchester. Libretto: Israel Eliraz

Massada 967 (1972). Oper in 15 Szenen für 3 Soprane, 2 Alte, 8 Tenöre, 6 Baritone, 2 Knabensoprane, Erzähler, zweistimmigen Männerchor (Bariton, Bass) und Tonband. Libretto: Israel Eliraz

Die Versuchung (The Temptation) (1975). Oper in 2 Akten für 6 Tenöre, 4 Baritone, Bass, gemischten Chor, Tonband und Sinfonieorchester. Libretto: Israel Eliraz

Der Turm (The Tower) (1983). Oper in 2 Akten für 3 Soprane, Mezzosopran, 7 Tenöre, 4 Bariton, 3 Bässe, 5 Erzähler, gemischten Chor, Tonband und Sinfonieorchester. Libretto: Hans Keller

Der Garten (The Garden) (1987). Kammeroper in 7 Szenen für Sopran, Tenor, Erzähler und Instrumentalensemble. Libretto: Israel Eliraz

Josef (1993). Oper in 2 Akten für 2 Soprane, Mezzosopran, 2 Tenöre, 2 Baritone, Bass, gemischten Chor und Sinfonieorchester. Libretto: Israel Eliraz

Pieces for Piano (1931) für Klavier vierhändig

Three Pieces (1937) für Klavier

Cum Mortuis In Lingua Mortua (1945). 7 Variationen für Klavier über ein Thema von Mussorgski

Six Sonnets (1946) für Klavier

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