An diesem Tag

Josef Göppel

Deutscher Politiker, MdL, MdB

Anúncio

Josef Göppel (* 16. August 1950 in Rauenzell; † 13. April 2022) war ein deutscher Politiker der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Von 2002 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2017 war er Energiebeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Afrika.

Nach der Mittleren Reife 1966 begann Göppel eine Berufsausbildung in der Forstwirtschaft, die er 1969 mit der ersten und 1972 mit der zweiten Staatsprüfung für den gehobenen technischen Forstdienst beendete. Von 1973 bis 1994 war er als Förster im Revierdienst tätig.

Josef Göppel war seit 1977 verheiratet und hatte vier Töchter.

Seit den 1990er Jahren litt Göppel unter einer Nierenkrankheit und erhielt infolgedessen schließlich eine Spenderniere seiner Ehefrau, mit der er fünf Jahre bis zu seinem Tod am 13. April 2022 lebte. Ministerpräsident Söder erklärte nach seinem Tod, Göppel sei „ein umweltpolitischer Visionär“ gewesen, der „seiner Zeit voraus“ gewesen sei und „seine Partei geprägt, geprüft und oft auch vorangetrieben“ habe.

Göppel trat 1970 in die CSU ein. Er engagierte sich vor allem in der Umweltpolitik. Von 1991 bis 2017 leitete er den Arbeitskreis „Umwelt und Landesentwicklung“ der CSU. Göppel gehörte außerdem dem Beirat des überparteilichen Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft an. Ab November 2017 war er gemeinsam mit der Grünen-Politikerin Bärbel Höhn Energiebeauftragter für Afrika. Seit 2018 zählte der zu den namhaften Vertretern der Union der Mitte, einer von Stephan Bloch gegründeten Mitgliederinitiative innerhalb der CDU & CSU, die sich vor allem für nachhaltigen Naturschutz und gegen einen Rechtsruck in Deutschland stellen.

Von 1972 bis 2004 war Göppel Mitglied des Stadtrates seines Heimatortes Herrieden, wo er von 1984 bis 2002 Vorsitzender der CSU-Fraktion war. Daneben gehörte er von 1974 bis 1994 dem Bezirkstag von Mittelfranken an. Seit 1996 war Mitglied des Kreistages des Landkreises Ansbach.

Von 1994 bis 2002 war Göppel Mitglied des Bayerischen Landtages.

Von 2002 bis 2017 war Göppel Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Funktion des Obmanns der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die er von 2005 bis 2014 ausübte, entzog ihm die Fraktionsspitze wegen seines mehrfach abweichenden Abstimmungsverhaltens.

Josef Göppel zog stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ansbach in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2002 erreichte er hier 56,4 % der Erststimmen. 2005, 2009 und 2013 wurde er wiedergewählt. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte er nicht erneut.

Göppel wurde häufig als „grünes Gewissen der Union“ tituliert, eine Einschätzung, die er zwiespältig betrachtete, da er die Gefahr sah, von seiner Partei „als Feigenblatt missbraucht zu werden“. Während er in einem Nachruf in der Süddeutschen Zeitung als der bis dato bedeutendste Umweltpolitiker der CSU bezeichnet wurde, gab es in der CSU während seiner aktiven Zeit als Politiker Stimmen, die wegen seiner häufig von der Parteilinie abweichenden Meinung seinen Parteiaustritt forderten. Dies lehnte Göppel, der den Erhalt der Schöpfung als zentrales Motiv seiner politischen Arbeit sah, kategorisch ab. Gemäß Bundestagsverwaltung stimmte Göppel insgesamt 27 Mal gegen Gesetzesvorhaben der unionsgeführten Bundesregierung, zudem stimmte er wiederholt für Initiativen der Grünen.

Als Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt der CSU unternahm er mehrere Vorstöße zur Einführung eines generellen Tempolimits auf der Autobahn.

Als Landtagsabgeordneter prägte Göppel 2001 das erste Umweltprogramm seiner Partei mit. In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter wirkte Göppel am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dessen Reformen mit.

Er stimmte als einziger CSU-Abgeordneter gegen die 2010 von der Koalition geplante Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke. In seiner Fraktion hingegen wurde er wegen seiner Photovoltaikanlage auf dem Dach oft verspottet.

Josef Göppel stimmte im Deutschen Bundestag am 29. September 2011 gegen die Erweiterung des Europäischen-Rettungsfonds EFSF, weil sie nicht mit einer Einführung einer Finanztransaktionssteuer verbunden wurde.

Göppel stimmte im März 2014 als einer von drei Abgeordneten der Großen Koalition im Deutschen Bundestag für Anträge der Grünen, die eine Kennzeichnung von Honig forderten, der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält sowie den Anbau von gentechnisch verändertem Mais verhindern sollten. In den Koalitionsverhandlungen 2013 war Göppel Mitglied der Arbeitsgruppe Energie, stimmte aber letztendlich gegen den Koalitionsvertrag, da er die dort getroffenen Vereinbarungen im Bereich Energie nicht mittragen wollte, u. a. wegen der Zentralisierung der Energiewende.

Göppel war Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Im Jahre 1986 hatte er den ersten Landschaftspflegeverband Mittelfranken gegründet, um die Gegensätze zwischen Naturschützern und Landwirten in seiner Heimatregion zu überwinden.

2014 war Göppel an der Gründung der Regionalstrom Franken Genossenschaft beteiligt, die Kleinerzeuger bündelt und den regional erzeugten Strom unmittelbar an die benachbarten Städte liefert.

2018 unterstützte er das bayerische Volksbegehren gegen Flächenfraß mit einem Vorschlag zur Begrenzung des Landverbrauchs durch Flächenbudgets.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Josef Göppel | World in Stories