An diesem Tag

Josef Ebnöther

Schweizer Künstler und Maler

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Josef Ebnöther (* 7. Mai 1937 in Altstätten; † 30. Dezember 2025 in Grabs, eigentlicher Name Joseph Paul Ebnöther) war ein Schweizer Künstler und Maler.

Ebnöthers Bürgerort war Oberriet im Kanton St. Gallen. Ein Abbild des Familienwappens findet sich im Staatsarchiv des Kantons. Er absolvierte von 1952 bis 1955 eine Lehre als Schriftenmaler und Maler beim Museumscustos (Kurator) und Restaurator Eugen Lutz in Altstätten. Aus dieser sowie aus seiner Gesellenzeit sind verschiedene Ornamente und Malereien an Fassaden, an Giebeln und an hölzernen Fensterläden von alten Fachwerkbauten in seiner Geburtsstadt Altstätten zu finden.

Von 1956 bis 1965 besuchte er Kurse an der Kunstgewerbeschule St. Gallen, darunter Seminare für Form und Farbe bei Jürg Schoop, Diogo Graf und Fredi Kobelt. Zwischen 1959 und 1962 unterbrach Ebnöther seine Ausbildung öfters durch Aufenthalte in Paris für Kursbesuche an der Académie de la Grande Chaumière und der École des Beaux-Arts für den figurativen Zeichenunterricht.

In Paris führte sein erster Besuch einer Kunstausstellung zu den Arbeiten von Nicolas de Staël. In einer anderen Ausstellung wurde ihm und einem seiner Studienkollegen von Marc Chagall die Hand geschüttelt, vorbei an vielen anderen Gästen. In späteren Jahren gehörten die DADA-Künstlerin Cornelia Forster sowie einer der Gründer der Erker-Presse, Franz Larese, der Bruder des Schriftstellers Dino Larese, zu seinem Freundeskreis. Franz Larese (1927–2000) vermittelte Ebnöther den Kontakt zur lithographischen Druckwerkstatt Speicher, die in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Farblithographien für ihn erstellte. Larese brachte Ebnöther gleichfalls mit der Fotografin Franziska Messner zusammen, die ihn – wie viele weitere bekannte Künstler (Uecker, A.R. Penck, Dürrenmatt) – auf Schwarz-Weiß-Fotos porträtierte.

Ab 1957 begann Ebnöther seine Tätigkeit als freischaffender Künstler, und ab 1969 folgte die erste wesentliche Einzelausstellung in der Galerie Ida Niggli aus St. Gallen, die seine Werke auf der 1. Art Basel ausstellte. Eine weitere frühere Förderin, die Galerie Iris Wazzau aus Davos, präsentierte seine Werke ebenfalls häufig auf der Art Basel sowie auf internationalen Kunstmessen und brachte ihn dem weltweiten Kunstpublikum näher.

Zwischen 1956 und 1980 unternahm er zahlreiche Studienreisen innerhalb von Europa und nach Afrika. Aufgrund dieser Reisen entstanden zahlreiche gegenständliche als auch abstrahierte Bilder mit Motiven aus diesen Regionen.

1979 stellte die Kantonsschule Trogen den Film Der Maler Josef Ebnöther und seine Umgebung vor, und der St. Galler Bruno Zaugg fertigte 1990 über ihn eine Dokumentation in Form eines Videos an. Weitere vier Filme über den Künstler und sein Œuvre wurden in den folgenden Jahren bis 2023 gedreht. 1992 und 1993 oblag ihm die Seminarleitung des Kunstraumes Dornbirn in Österreich. In der Südschweiz im Tessin hatte Ebnöther bis zum Jahr 2017 drei Arbeitsaufenthalte in der Villa der Fondazione Richard e Uli Seewald, einer Künstlerresidenz in Ronco sopra Ascona.

Ebnöther stellte seine Arbeiten gerne gemeinsam mit Werken von Bildhauern wie Silvio Mattioli, Robert Schad, Herbert Albrecht oder mit Armin Göhringer aus. «Ebnöther denkt [eben] nicht nur in Farben, sondern ebenso in Licht und Architektur.» Im öffentlichen Raum realisierte er Reliefs aus Holz und Stahl. 1998 entstand eine Serie mit Mischtechnik-Arbeiten, die er auf handgeschöpften, französischen Bütten anfertigte, mit denen ebenfalls der US-amerikanische Bildhauer Richard Serra arbeitete. Als Bildhauer ist Ebnöthers gleichnamiger Sohn Josef (* 1956) künstlerisch tätig, bekannt und gerufen unter dem Namen Pli Ebnöther.

Ab 1999 arbeitete er mit der Schweizer Lyrikerin Elsbeth Maag in verschiedenen Kunstprojekten zusammen. 2006 wurden in Zürich Werke von den beiden Josephs, von Joseph Beuys und von Josef Ebnöther, in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt. Für die Fasnacht seiner Geburtsstadt entwarf der Künstler 2019 die Jubiläumsplakette für die Röllelibutzen. 2025 wurde des Bleiglasfenster im Pfarrheim in Lüchingen enthüllt, das Ebnöther künstlerisch gestaltete.

Ebnöther lebte und arbeitete in Altstätten, hoch oben im Ortsteil Lüchingen, mit Blick über das St. Galler Rheintal. Das Haus wurde ins Ortsbildinventar aufgenommen, und den Hanggarten stattete er mit zahlreichen Skulpturen internationaler Bildhauer aus.

Bei Ebnöthers erstem öffentlich bekannten Ölgemälde Italia, das er 1956 mit 19 Jahren malte, sprach der Museumsdirektor Roland Scotti von einer «Inkunabel». Bei dieser Strandszene sei alles da, «[...] was den Künstler die nächsten, nun fast fünfzig Jahre beschäftigen wird: Die Elemente Wasser, Erde, Luft, vielleicht gar das Feuer im brandigen Meer; [...].» Das Bild war figürlich gemalt, doch erste Bildreduktionen waren bemerkbar. Der Museumsdirektor Dieter Ronte formulierte:

In dieser Lebensphase entstanden Bilder, die Anklänge an die Farbfeldmalerei zeigen, wie Komposition, 1964, Öl auf Leinwand. Er orientierte sich anfangs an den Werken von Mark Rothko, Amedeo Modigliani und Nicolas de Staël.

Frühwerk und Beginn der Abstraktion

Ungefähr ab 1965 wurden seine Bilder stärker «formal reduziert und zu farbintensiven Flächen abstrahiert.» Im Frühwerk sowie später malte er des Öfteren seine Ölgemälde auf Jute und mischte Sand in seine Farben. Er arbeitete häufig mit Malspachteln, Malmessern und Rakeln. Außerdem entstanden erste Farblithographien und Gouachen.

Nach der Errichtung seines Hauses 1971 inspirierte ihn die Aussicht über die sich öffnende Talung des Rheins. Es entstanden dazu zahlreiche Bilder mit dem Titel Rheintal, zum Teil mit dem Hinweis auf die jeweilige Jahreszeit. «Ebnöther liebt den Herbst und den beginnenden Winter. Diese Zeit bedeutet ihm Ruhe und In-sich-gekehrt-Sein, die Jahreszeit hat etwas Endzeitartiges, erfüllt mit der Hoffnung auf einen Neubeginn.» Abstrahierte Werke mit den Bildtiteln Weg oder Herbst sind Bildtitel, denen man über alle Jahrzehnte immer wieder begegnete.

Auftragsarbeiten und sakrale Bilder

Erste private Aufträge erhielt der Künstler ab 1959. Seit 1967 bekam er auch öffentliche und kirchliche Aufträge. Es handelte sich um Ölgemälde, große Holz- und Stahlreliefs, Mosaikbilder, Wandteppiche und um Glasfenster.

Unter den Auftragsarbeiten waren im Jahr 2025 das Glasfenster für das katholische Pfarrheim Lüchingen sowie in den Jahren 2019/20 künstlerische Arbeiten im Zusammenhang mit der Ökumenischen Bibelwoche in Deutschland. Zuvor hatte Ebnöther von 1992 bis 1993 den künstlerischen Entwurf aller Glasfenster der Kirche St. Josef in Kempen bei Düsseldorf gestaltet sowie die Umsetzung realisiert. Dabei nehmen die gesamten Glasfenster eine Fläche von 220 m² ein. Deren Herstellung übernahm die Glasmanufaktur Derix aus Rottweil. Bei diesem Kunstprojekt lernte er den Bildhauer Ulrich Rückriem kennen und schätzen, der ihn bezüglich seiner vielen folgenden Tisch-Bilder nachhaltig beeinflusst hat. Das Tisch-Motiv als «[...] weit gespanntes Symbol von Kommunikation, Geborgenheit und Opferstätte prägt die Bilder eines ganzen Jahrzehnts (Landschafts-Tisch, 1992; Tisch, 1996). Bis [...] [zu seinem Tod] nahmen religiöse Motive beziehungsweise deren subjektive Neuinterpretation einen wichtigen Stellenwert in Ebnöthers Werk ein (Wandgestaltung Friedhof Lüchingen, 2001; [...]).» In diesen Kontext fielen die abstrakten Karfreitag-Ölgemälde von 1985 bis 2025 auf, auch wenn Ebnöther keine dogmatischen Kirchenbilder malte.

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