Josef Dierzer Ritter von Traunthal (* 15. Februar 1800 in Linz; † 8. November 1857) war ein österreichischer Textilindustrieller, Politiker und Bürgermeister von Linz.
Dierzer, Sohn des Schafwollzeugfabrikanten Johann Nep. Dierzer (1763–1822), übernahm nach dessen Ableben das väterliche Unternehmen. Er gilt als Industriepionier, unter anderem war er Mitbegründer der Lambacher Flachsspinnerei in Stadl-Paura und neuer Unternehmen der Textilbranche wie in Theresiental oder Linz-Kleinmünchen. 1851 wurde Dierzer als Ritter von Traunthal in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.
Dierzer war von 1850 bis 1857 Gemeinderat der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz und vom 21. bis 23. März 1854 Vizebürgermeister. Nach dem Kurzzeit-Bürgermeister Johann Heinrich Jungwirth war Dierzer von 23. März 1854 bis 12. November 1856 Bürgermeister (juristisch genau genommen provisorischer Gemeindevorstand). Dierzer war auch der erste Präsident der neu gegründeten Handelskammer Oberösterreich.
Nach dem Tod Josef Dierzers führte seine Frau Cäcilie Dierzer (1808–1897) die Betriebe weiter. Deren Söhne Josef und Emil Dierzer von Traunthal übernahmen schließlich Teppichfabrik und Baumwollspinnerei. Emil war auch politisch aktiv und unter anderem 20 Jahre lang Landeshauptmann-Stellvertreter von Oberösterreich. Die Mitglieder der Familie Dierzer sind am St. Barbara-Friedhof in Linz bestattet.
Vinzenz Kotzina: Dierzer, Josef, Ritter von Traunthal. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 657–658 (deutsche-biographie.de).
Dierzer von Traunthal Josef. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 184.
Dierzer-Traunthal, Josef. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2., überarbeitete Auflage (nur online).