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Josef Anton Koch

Schweizer Unternehmer und Politiker

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Josef Anton Koch (* 10. Februar 1834 in Obersommeri; † 7. Juni 1898 in Frauenfeld; heimatberechtigt in Obersommeri) war ein Schweizer Unternehmer und Politiker.

Josef Anton Koch wurde in eine katholische Familie in Obersommeri im Bezirk Arbon geboren. Sein Vater, der Landwirt Jakob Koch, war in der Region ansässig.

Im Jahr 1860 heiratete Josef Anton Koch Anna Maria (geb. Stähelin).

Er besuchte die Volksschule in Obersommeri, allerdings liegen über die Jugend und Ausbildung von Josef Anton Koch nur wenige Informationen vor. Bis 1863 führte er einen Fachhandel für Strick- und Wirkwaren. Diese kaufmännische Tätigkeit bildete die Basis für seine spätere Arbeit in verschiedenen Verwaltungsräten.

Nach der Aufgabe seines Geschäfts im Jahr 1863 schlug Koch eine Laufbahn im öffentlichen Dienst ein. Von 1863 bis 1874 amtierte er als Steuerkommissär der Bezirke Gottlieben, Tobel und Bischofszell. Diese Position verschaffte ihm detaillierte Kenntnisse der lokalen Wirtschaftsstrukturen und brachte ihn in Kontakt mit Bürgern verschiedener gesellschaftlicher Schichten.

Im Jahr 1874 wurde Koch zum kantonalen Zeughausverwalter und Kriegskommissär ernannt. Dieses Amt übte er bis 1891 aus. Mit dieser Funktion war sein Umzug nach Frauenfeld verbunden. Nach 1891 war Koch als eidgenössischer Depotverwalter tätig, bevor er als Rentier in den Ruhestand trat.

Parallel zu seiner Verwaltungstätigkeit war Koch in der Wirtschaft aktiv. Er war Mitglied sowie zeitweise Präsident des Verwaltungsrates der Gasgesellschaft Frauenfeld. Zudem gehörte er den Verwaltungsräten der Frauenfeld-Wil-Bahn, des Thurgauer Tagblatts und der Thurgauer Kantonalbank an.

In der Schweizer Armee war Koch als Infanterieoffizier tätig und erreichte 1874 den Rang eines Oberstleutnants im Generalstab. Zudem engagierte er sich im Schiesswesen. Von 1862 bis 1863 sowie von 1869 bis 1890 war Koch Präsident des Thurgauer Kantonalschützenvereins. In dieser Funktion organisierte er das Eidgenössische Schützenfest, das 1890 in Frauenfeld stattfand.

Koch gehörte mehreren Militärkommissionen an und befürwortete die Armeereorganisation, die 1895 in einer Volksabstimmung von den Stimmbürgern abgelehnt wurde.

Im Jahr 1859 übernahm Koch im Alter von 25 Jahren das Amt des Gemeindeammanns von Sommeri, das er bis 1865 innehatte.

Von 1880 bis zu seinem Tod im Jahr 1898 amtierte Koch als Ortsvorsteher von Frauenfeld. In dieser Zeit wurden unter seiner Leitung verschiedene Infrastrukturprojekte realisiert. In seine Amtszeit fielen die Einführung einer zentralen Wasserversorgung, die Installation der Gasbeleuchtung sowie die Errichtung einer Krankenanstalt in Frauenfeld. Die Umsetzung dieser Projekte erfolgte in Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung. Als Ortsvorsteher leitete Koch die kommunale Entwicklung.

Im Jahr 1861 wurde Koch für die Gemeinde Sommeri in den Grossen Rat des Kantons Thurgau gewählt, dem er mit Unterbrechungen bis 1874 angehörte. Von 1868 bis 1869 war er zudem Mitglied des Verfassungsrates des Kantons.

Die Ernennung zum kantonalen Zeughausverwalter im Jahr 1874 unterbrach zunächst seine Mitgliedschaft im Grossen Rat. Mit dem damit verbundenen Umzug nach Frauenfeld verlagerte sich sein politischer Wirkungskreis in die Kantonshauptstadt.

Ab 1874 kandidierte Koch wiederholt für den Regierungsrat des Kantons Thurgau sowie für die Bundesversammlung. Im Jahr 1881 unterlag er bei den Regierungsratswahlen den bisherigen Amtsinhabern.

Koch positionierte sich politisch als freisinniger Katholik. Damit stiess er sowohl bei den Freisinnigen als auch bei den Katholisch-Konservativen auf Vorbehalte, weshalb er nach neuen politischen Allianzen suchte.

Gründung der Demokratischen Partei

Im Jahr 1890 war Koch an der Gründung der Thurgauer Volkswirtschaftlich-demokratischen Partei (später Demokratische Partei) beteiligt und übernahm deren ersten Vorsitz. Die Partei positionierte sich zwischen den traditionellen Lagern und verfolgte soziale sowie wirtschaftliche Reformen. Die neu gegründete Partei bot der Wählerschaft eine Alternative zu den etablierten Gruppierungen. Sie vertrat volkswirtschaftliche Anliegen sowie die Interessen breiterer Bevölkerungsschichten ohne eine ausschliesslich konfessionelle Ausrichtung.

Koch blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1898 Vorsitzender der Demokratischen Partei des Kantons Thurgau. Zudem war er Mitglied der Grütlibewegung, die sich für Volksrechte und soziale Reformen einsetzte.

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