José Rafael Ortiz Rijos (* 25. Oktober 1963 in Aibonito; † 5. Mai 2026 in San Juan) war ein puerto-ricanischer Basketballspieler.
José Ortiz wurde in Aibonito geboren und wuchs in Cayey auf. Dort besuchte er die Benjamin Harrison High School und begann mit dem Basketballspielen. Bereits 1980 debütierte Ortiz im Alter von 17 Jahren für Atléticos de San Germán in der Baloncesto Superior Nacional. 1985 gewann Ortiz mit dem Team die nationale Meisterschaft. Zwei weitere Meistertitel folgten 1991 und 1994. Nach seiner Schulzeit wechselte er an die Oregon State University, wo er von 1985 bis 1987 für deren Collegeteam, die Beavers, aktiv war. In seiner zweiten Spielzeit wurde er All-American. In beiden Saisons erzielte Ortiz pro Spiel im Schnitt 19,8 Punkte.
Nachdem Ortiz 1987 die Oregon State University verlassen hatte, wurde er beim NBA Draft 1987 im 15. Pick von den Utah Jazz gezogen. Ortiz jedoch zog zunächst nach Europa, wo er für CAI Saragossa spielte. 1988 gab er dann sein Debüt bei den Utah Jazz in der NBA. Während seiner ersten Saison kam er in 51 Spielen zum Einsatz. In der Folgesaison waren es deren 13. Als Ortiz 1990 von den Utah Jazz freigestellt wurde, wechselte er zu Real Madrid. Wenig später folgte der nächste Vereinswechsel, dieses Mal zum FC Barcelona, mit dem er 1991 die Copa del Rey de Baloncesto gewann und das Endspiel des FIBA Europapokal der Landesmeister erreichte. Gemeinsam mit Steve Trumbo war Ortiz mit 12 Punkten erfolgreichster Werfer seines Teams, das gegen Pop 84 Split unterlag.
In der Folgezeit war Ortiz für den BC Andorra und den CB Málaga aktiv, ehe er nach Griechenland wechselte. Dort spielte er für Gymnastikos S. Larissas, Iraklio BC und Aris Thessaloniki. Mit Aris wurde Ortiz 1998 griechischer Pokalsieger. Nach seiner Zeit in Europa kehrte er zurück nach Südamerika, zunächst nach Venezuela, wo er mit Guaiqueríes de Margarita 1997 die Meisterschaft gewann. Anschließend spielte Ortiz in seinem Heimatland für Cangrejeros de Santurce. Von 1998 bis 2001 gewann er mit dem Club vier Meistertitel in Folge. Seinen achten puerto-ricanischen Meistertitel gewann Ortiz mit Santurce im Jahr 2003.
1982 debütierte Ortiz in der puerto-ricanischen Nationalmannschaft und nahm ein Jahr später an den Panamerikanischen Spielen in Caracas teil. Bei den Panamerikanischen Spielen 1987 gewann er mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille. Vier Jahre später bei den Panamerikanischen Spielen in Havanna gewann die Mannschaft um Ortiz erstmals Gold.
Darüber hinaus gehörte Ortiz zum Kader bei den Olympischen Sommerspielen 1988, 1992, 1996 und 2004 sowie bei der Weltmeisterschaft 1990, 1994, 1998 und 2002.
1995 gelang Ortiz mit dem puerto-ricanischen Team der Gewinn des Torneo de las Américas. Nach der Weltmeisterschaft 2002 gab er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.
Nach seiner Karriere hatte Ortiz ein Restaurant in Cayey, welches 2003 insolvent ging. 2019 wurde er für seine sportlichen Leistungen in die FIBA Hall of Fame aufgenommen.
Seine Tochter Neira Ortiz ist als Volleyballspielerin aktiv.
Am 29. Juni 2011 beschlagnahmten US-Bundesbeamte im angemieteten Anwesen von Ortiz 218 Marihuana-Pflanzen sowie Munition für ein Gewehr des Typs ArmaLite AR-15. Am 4. November 2011 bekannte sich Ortiz der gegen ihn erhobenen Anklagepunkte für schuldig. In der darauffolgenden Woche wurde er positiv auf Kokain getestet. Richterin Camille Vélez Rivé ordnete daraufhin die sofortige Inhaftierung an. Am 29. März 2012 wurde er zu sechs Monaten Haft verurteilt. 2016 musste Ortiz erneut 45 Tage in Haft, da er angeordnete Sozialstunden nicht vollständig abgeleistet hatte.
Im Jahr 2023 wurde bei Ortiz Darmkrebs diagnostiziert. Am 14. Januar 2025 wurde er operiert und nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt entlassen. Wenige Tage später musste er jedoch erneut eingeliefert werden, woraufhin der puerto-ricanische Basketballverband zu Blutspenden für Ortiz aufrief. Ortiz starb am 5. Mai 2026 im Alter von 62 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung.
José Ortiz in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
José Ortiz – Spielerprofil auf basketball-reference.com (englisch)