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José Maria Ferreira de Castro

Portugiesischer Schriftsteller und Journalist

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José Maria Ferreira de Castro (* 24. Mai 1898 in Oliveira de Azeméis; † 29. Juni 1974 in Porto) war ein portugiesischer Schriftsteller und Journalist, der einen Teil seiner Jugend in Brasilien verbrachte. Er schrieb vorwiegend über die Lebensbedingungen armer und entrechteter Menschen, die er am eigenen Leibe kennengelernt hatte. Er gilt als Vorläufer des portugiesischen Neorealismus. Mit anderen Beobachtern betont Kindlers Neues Literaturlexikon, de Castros Sprache – in die er häufig die volkstümliche Umgangssprache Brasiliens und Portugals integriere – sei trotz ihrer Poesie „ganz und gar unprätentiös“, trotz „innigster Anteilnahme“ stets gelassen. Sein erfolgreichster Roman die Kautschukzapfer von 1930 wurde in 15 Sprachen übersetzt.

De Castros Jugend war von Armut geprägt. Der Vater starb früh. Mit 12 Jahren kam der Sohn nach Brasilien (1910). Aber die Hoffnung der vielen damaligen Auswanderer trügte; de Castro hatte sich mühselig als Tagelöhner durchs Land beziehungsweise – von 1912 bis 1914 – als Kautschukzapfer durch den Regenwald zu schlagen. Immerhin brachten ihm diese Erfahrungen später einen literarischen Welterfolg ein. Bis 1919 war er in der nordbrasilianischen Hafenstadt Belém journalistisch tätig. Nach Europa zurückgekehrt, studierte de Castro in Lissabon, wurde zunächst Redakteur der Tageszeitung O Século, dann Direktor des Wochenblatts O Diabo. Jetzt konnte er öfter Reisen unternehmen. 1926 wurde er Präsident des Journalistenverbandes. Der Durchbruch als Erzähler gelang ihm 1928 mit seinem Roman Die Auswanderer. Bald darauf zählte de Castro zu den bekannten Gegnern Salazars. 1938 heiratete er die Malerin Helen Muriel. 1962 wurde er Präsident des Schriftstellerverbandes. De Castro starb 1974 nach einem Schlaganfall. In seinem Geburtshaus wurde ein Museum eingerichtet.

Sendas de Lirismo e de Amor, 1925

A Peregrina do Mundo Novo, 1926

A Casa dos Móveis Dourados, 1926

Emigrantes, Roman, 1928, deutsch Auswanderer, Wien 1953

A Selva, Roman, 1930, deutsch Die Kautschukzapfer, Hamburg 1933, Düsseldorf 1953

Terra Fria, Roman, 1934, deutsch Karge Erde, Bremen 1955, Frankfurt/Main 1955

Sim, uma Dúvida Basta, 1936, erschienen 1994

O Intervalo, 1936, erschienen 1974

Pequenos Mundos, Velhas Civilizações, 1937

A Lã e a Neve, Roman, 1947, deutsch Wolle und Schnee, Bremen 1954

As Maravilhas Artísticas do Mundo, Band I, 1959

As Maravilhas Artísticas do Mundo, Band II, 1963

Alexandre Cabral: Ferreira de Castro, o seu drama e a sua obra, Lissabon 1940

F. J. Pereira: Ferreira de Castro. Ficcionista, in: Estudos 33, 1955, Nr. 342, Seite 586–605

J. Brasil: Ferreira de Castro, Lissabon 1961

Livro do cinquentenário de vida lieterária de Ferreira de Castro 1916-1966, Lissabon 1967

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