An diesem Tag

José Froilán González

Argentinischer Formel-1-Rennfahrer

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José Froilán González (* 5. Oktober 1922 in Arrecifes; † 15. Juni 2013 in Buenos Aires) war ein argentinischer Automobilrennfahrer, Formel-1-Vize-Weltmeister von 1954 und Le-Mans-Sieger.

José Froilán González galt schon als Jugendlicher als begabter Athlet und begeisterter Schwimmer. Durch seinen Vater, den Inhaber einer großen Chevrolet-Vertretung, und seinen Onkel Julio Pérez, einen ehemaligen bekannten Langstreckenfahrer der 1930er-Jahre, kam er zum Motorsport. Hinzu kam, dass sein Geburtsort eine Naturrennbahn beherbergt.

Staatspräsident Juan Domingo Perón erhob kraft seiner diktatorischen Befugnisse den Rennsport zur nationalen Angelegenheit, als er ab 1947, bewusst während des europäischen Winters, in Buenos Aires und anderen Städten des Landes die sogenannte Temporada ausrichten ließ, bei der es sich um eine Rennserie mit mehrheitlich formelfrei ausgeschriebenen Wettbewerben handelte, die von den europäischen Fahrern, wie zum Beispiel Jean-Pierre Wimille, begeistert aufgenommen wurden.

Auch der italienische Motorsport-Star der Vorkriegszeit, Achille Varzi, ging dort erfolgreich an den Start und war bald der populärste ausländische Sportler. Angetan von der örtlichen Rennszene ermutigte Varzi die lokalen Rennsportler, allen voran Juan Manuel Fangio, ihr Glück in Europa zu versuchen.

Als Varzi beim Training zum Grand Prix der Schweiz 1948 in Bremgarten tödlich verunglückte, versucht sein Vater durch die Gründung eines Rennteams sein Andenken zu ehren: Der argentinische Automobil-Club erwarb zwei Maserati 4CLT/48 und wollte sie im Sommer 1949 mit den Piloten Fangio und Benedicto Campos in Europa an den Start gehen lassen. Daraufhin bot Varzi ihnen die „Palazzo-Varzi“-Werkstatt in Galliate als Teamstandort an, wodurch das Team den Namen „Equipo Argentino Achille Varzi“ tragen durfte.

Kurz zuvor startete González seine ersten Rennsportversuche, die aufgrund seiner Statur schnell seine Spitznamen begründeten: Aufgrund seines runden Kopfes tauften ihn seine Landsleute „El Cabezon“ (Wasserkopf), in Europa nannte man ihn den argentinischen Puma, auf den britischen Inseln den „Pampasstier“. Er fiel auf einigen Monoposto mit Chevrolet- bzw. Ford-Motor weniger durch gute Resultate als durch halsbrecherische Manöver und wilde Drifts auf, bei denen die Wagen regelmäßig durch Materialermüdung scheiterten. Um den finanziellen Hintergrund abzusichern, richtete sein Vater ihm ein Speditionsgeschäft ein. Als José mit einem Maserati einen richtigen Formel-Wagen erhielt, errang er mit einem sechsten Rang beim Grand Prix Mar del Plata und einem siebten Rang in Rosario bessere Platzierungen.

Erst der Wechsel von Fangio zum Werksteam von Alfa Romeo 1950 ermöglicht den Aufstieg González’. Im argentinischen Le Cumbre errang er seinen ersten Sieg und konnte dann auch mit den blau-gelben Rennern in Europa sein Debüt feiern. Das Team der „Equipo Argentino Achille Varzi“ hatte mit dem ehemaligen Chefmechaniker Varzis, Amedeo Bignami, zwar einen guten technischen Leiter, der Fuhrpark umfasste jedoch zeitweilig bis zu zehn Rennwagen. Maseratis starteten in der Formel 1, Ferrari in der Formel 2, mit Gordini oder Talbot-Lago-Sportwagen bestritt man Sportwagenrennen. Außerdem empfand man die Dominanz der Alfetta als erdrückend.

González’ Debüt während der Saison 1950 beim Grand Prix von Monaco verlief überraschend: Im Qualifikationstraining landete er auf dem dritten Platz, wurde dann aber eines der Opfer einer Massenkollision in der Tabakkurve, die zwei Drittel des Fahrerfeldes dezimierte. Beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix von Albi errang er einen zweiten Platz, bei den WM-Läufen überwogen jedoch Ausfälle aufgrund von Defekten.

Durch den Start von Mercedes-Benz mit den Vorkriegs-Kompressor-Modellen vom Typ W 154 bei der argentinischen Temporada 1951 geriet González in das Blickfeld Enzo Ferraris.

Mit der Streckenführung hatte man zuvor Fangio betraut, der zu dieser Zeit in der Annahme war, er würde selbst dort einen leichten, wendigen Formel-2-Ferrari pilotieren. Daher legte er einen kurvigen Kurs fest, vor dem Rennen war er aber bei Mercedes untergekommen. Stattdessen startete González mit einem Ferrari 166 mit 2-Liter-Kompressor, sodass er souverän den Grand Prix „Juan Péron“ vor Hermann Lang und den „Donna Evita Péron“ vor Karl Kling gewinnen konnte, weil die Doppel-Kompressor-Motoren Probleme mit der Luftfeuchtigkeit hatten und aufgrund des längeren Radstandes in den engen Kurven ins Hintertreffen gerieten. Die „Equipo Argentino Achille Varzi“ hatte mit den Talbot-Lago-Modellen für die Automobil-Weltmeisterschaft 1951 keine konkurrenzfähigen Wagen, außerdem verließ der gesundheitlich angeschlagene Bignami das Team.

Kurz vor dem Grand Prix von Frankreich in Reims-Gueux musste Ferrari-Stammfahrer Piero Taruffi krankheitsbedingt absagen, sodass González ins Werksteam aufrückte und im Rennen auf einem aussichtsreichen zweiten Platz lag. Doch entsprechend der damals gängigen Praxis musste er nach einem Boxenstopp dem in der Zwischenzeit ausgefallenen Alberto Ascari den Wagen überlassen, damit dieser für die WM wichtige Punkte erhielt. González sagte später dazu: „Ich fühlte mich verletzt. Ich nahm an, ich hätte in irgendeiner Weise einen der mysteriösen Tests bei Ferrari nicht bestanden (…), dennoch wollte mir keiner sagen, was ich falsch gemacht hätte (…).“

Beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone fuhr González Trainingsbestzeit – eine Sekunde vor Fangio und zwei Sekunden vor Ascari. Er gewann das Rennen mit 50 Sekunden Vorsprung vor Fangio und errang damit den ersten Sieg eines Ferrari in einem Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Mit diesem Sieg, zwei zweiten und einem dritten Platz belegte González in der Endabrechnung den dritten Rang hinter Fangio und Ascari.

Bei den folgenden Rennen des Jahres 1952 in Uruguay und Brasilien auf einem Kompressor-Ferrari kämpften Fangio und González regelmäßig um die Siege.

Als 1952 (wie dann auch im folgenden Jahr) die Fahrerweltmeisterschaft in der Formel 2 ausgetragen wurde, fuhren beide Argentinier für Maserati, aber der Wagen (A6GCM) war noch unausgereift und litt an massiven technischen Problemen. Auch der schwere Unfall Fangios in Monza im Juni war ein empfindlicher Rückschlag für das Team.

Einzig der zweite Platz von González beim Grand Prix von Italien zum Saisonende zeigte das Potenzial des Wagens, das Fangio und González mit der deutlich verbesserten Modifikation in der Automobil-Weltmeisterschaft 1953 ausleben wollten. Maserati bestritt die Saison mit drei argentinischen Fahrern, da Onofre Marimón ins Team aufgenommen wurde. In diesem Jahr wurde Fangio Vizeweltmeister, González Sechster.

Rückkehr zu Ferrari – Vizeweltmeisterschaft

Danach trennten sich die Wege der Argentinier: Marimón blieb bei Maserati, Fangio wechselte nach zwei WM-Läufen auf Maserati zu Mercedes und González kehrte zu Ferrari zurück.

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