An diesem Tag

José Antonio Kast

Präsident Chiles

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José Antonio Kast Rist (* 18. Januar 1966 in Santiago de Chile) ist ein chilenischer Anwalt, Politiker und seit dem 11. März 2026 Präsident von Chile.

Zuvor war Kast Mitglied der Abgeordnetenkammer und repräsentierte den Distrikt 24 von Peñalolén und La Reina. Er war bis 2016 Mitglied der Unión Demócrata Independiente und danach bis 2019 parteilos. Er gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles und kandidierte ohne Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2017 und 2021. Bei der Präsidentschaftswahl 2025 wurde er schließlich zum Präsidenten gewählt.

Der deutschstämmige Kast wird dem rechten bzw. rechtsextremen Lager zugeordnet und vertritt eine Law-and-Order-Politik sowie marktliberale und christlich-konservative Positionen. Zudem bezieht er sich als erster Präsident seit dem Ende der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet 1990 offen auf dessen politische Tradition. Er gilt als Alliierter des ultrarechten Netzwerks um Staatschefs wie Donald Trump, Javier Milei und Giorgia Meloni und Parteien wie der AfD.

Kast gehört der deutschen Minderheit in Chile an. Er wurde als Sohn von Michael Kast Schindele und Olga Rist Hagspiel geboren. Im Gegensatz zu anderen Nachkommen von Deutschen bauten sich seine Eltern mit ihren Kindern ihr Leben in Chile außerhalb der deutschen Kolonie auf. Sein Vater emigrierte im November 1950 von Bayern nach Chile und holte ein Jahr später seine Frau mit den zwei kleinen Kindern nach. Sie gründeten dort Ende der 1950er Jahre eine Wurstfabrik und eröffneten 1962 einen Imbiss, woraus Cecinas Bavaria und das Restaurant Bavaria entstanden. Sie hatten zehn Kinder. José Antonio Kast ist ein Bruder des Wirtschaftswissenschaftlers und Ex-Ministers und Zentralbankchefs unter Pinochet Miguel Kast (1948–1983) und Bárbara Kast, sowie der Onkel des Senators der Evópoli, Felipe Kast und des Architekten und Politikers Pablo Kast.

Kast besuchte eine deutsche Schule in Santiago de Chile und studierte Rechtswissenschaften an der Katholischen Universität von Chile, wo er erste Kontakte mit dem Movimiento Gremialista (Gildenbewegung) aufnahm. Er kandidierte für die Präsidentschaft der Studentenvereinigung (FEUC).

1989 war er an der Gründung einer Anwaltskanzlei beteiligt. Am 19. August 1991 wurde er vor dem Obersten Gerichtshof als Anwalt vereidigt. Darüber hinaus war er Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Recht und Gesellschaft am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften der Katholischen Universität von Chile.

Beim Referendum von 1988, in dem der Diktator Augusto Pinochet das Volk darüber abstimmen ließ, ob Chile zur Demokratie zurückkehren solle, stimmte der damals 22-jährige Kast mit „Ja“ für die Weiterführung der Regierung Pinochets und gegen die Zulassung weiterer Kandidaten.

Kast ist mit María Pía Adriasola verheiratet und hat neun Kinder. Einer seiner Söhne, José Antonio Kast Adriasola, wurde bei den Parlamentswahlen 2025 zum Mitglied der Abgeordnetenkammer gewählt.

Der deutschstämmige José Kast ist praktizierender Katholik und Mitglied der Schönstattbewegung, die in Chile besonders viele Anhänger hat, da ihr Gründer Josef Kentenich dort einige Zeit gelebt hat.

Zwischen 1996 und 2000 war er Stadtrat von Buin. Im Jahr 2001 wurde er als Mitglied der Abgeordnetenkammer für den Bezirk 30 von San Bernardo gewählt. Er war der Generalsekretär der Unabhängigen Demokratischen Union, aus der er austrat, um für die Präsidentschaft zu kandidieren.

Präsidentschaftswahlkampf 2017

Am 18. August 2017 meldete er offiziell seine unabhängige Kandidatur beim Wahldienst an; er erhielt 43.461 Unterschriften. Er wurde unter anderem von rechten, konservativen, libertären und nationalistischen Organisationen sowie von Veteranengruppen unterstützt. Kast trat unter anderem für weniger Steuern, weniger Regierung, gegen Abtreibungen und gegen die Einwanderung Vorbestrafter ein. Seine Unterstützung der Militärregierung führte während seines Wahlkampfes zu Kontroversen, insbesondere was seinen Vorschlag betrifft, für Menschenrechtsverletzungen unter Pinochets Regierung Verurteilte zu begnadigen, wenn diese alt und krank sind. Bei den Präsidentschaftswahlen erhielt er 523.213 Stimmen, was 7,93 % der Gesamtstimmen und den vierten Platz ausmachte, obwohl Umfragen nur eine Unterstützung von 2–3 % gezeigt hatten. In der zweiten Runde der Wahl unterstützte er den späteren Wahlsieger Sebastián Piñera.

Etablierung in der Politik (2018–2022)

Im April 2018 gründete Kast die politische Bewegung Acción Republicana. Als Kast im März 2018 während einer Rundreise an chilenische Universitäten einen Vortrag an der Arturo-Prat-Universität in Iquique halten wollte, wurde er von Demonstranten körperlich angegriffen, die seine politischen Ansichten ablehnten. Kast warf der Universidad de Concepción und der Universidad Austral de Chile Zensur vor. Er lobte das „wirtschaftliche Erbe“ des chilenischen Diktators Augusto Pinochet und äußerte die Idee, zur Eindämmung der Einwanderung einen Graben auszuheben.

Bei den Wahlen in Brasilien 2018 unterstützte Kast Jair Bolsonaro.

Im Mai 2019 gründete er die Denkfabrik Republikanische Ideen und im Juni 2019 die chilenische Republikanische Partei.

Während der chilenischen Proteste 2019 lehnte er die gewalttätigen Ausschreitungen und die Zerstörung von privatem und öffentlichem Eigentum ab und verteidigte das Konzept von Law and Order.

Bei der chilenischen Volksabstimmung über die Änderung der chilenischen Verfassung im Jahr 2020 unterstützte er die Option „Ablehnen“, die mit 21,72 % gegen die Option „Zustimmen“ mit 78,28 % unterlag. Im selben Jahr verteidigte er rückblickend den Putsch durch Pinochet von 1973 als das, was notwendigerweise getan werden musste.

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