An diesem Tag

Joni Mitchell

Kanadische Musikerin und Malerin

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Joni Mitchell, CC (* 7. November 1943 als Roberta Joan Anderson in Fort Macleod, Alberta) ist eine kanadisch-amerikanische Musikerin, Tänzerin, Komponistin und Malerin. Sie zählt mit ihren anfangs vom Folk inspirierten Liedern zu den bedeutendsten Singer-Songwritern der 1960er und 1970er Jahre. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre kamen Jazz- und Jazzfusion-Einflüsse hinzu, in den 1980er Jahren Pop und Rock. Sie begleitete sich auf der Gitarre, seltener am Klavier oder am Dulcimer. Sie hat während ihrer langen musikalischen Karriere sowohl Akustikgitarre als auch E-Gitarre gespielt.

Zwischen 1967 und 2007 veröffentlichte Mitchell 22 Alben. Ihre Lieder wurden oft von anderen Musikern gecovert, allein Both Sides, Now rund 1500 Mal. Seit Mitte der 1970er Jahre arbeitete sie mit vielen Jazzmusikern wie Jaco Pastorius (Weather Report), Charles Mingus, Herbie Hancock, Wayne Shorter (Weather Report), Pat Metheny und Tom Scott sowie The L.A. Express. Im Laufe der Zeit arbeitete sie unter anderem auch mit James Taylor, Neil Young, Bob Dylan und Johnny Cash zusammen.

Joni Mitchell ist eine Autodidaktin an der Gitarre, die Pete Seegers Lehrbuch How to Play Folk-Style Guitar verwendete. Nach eigenen Angaben verwendete sie während ihrer gesamten Karriere mehr als 50 alternative oder offene Stimmungen auf der Gitarre.

Joni Mitchell wuchs in der kanadischen Kleinstadt North Battleford auf, als einziges Kind von Myrtle Marguerite (McKee) und dem Air-Force-Soldaten William Andrew Anderson, der nach dem Krieg Lebensmittelhändler wurde. Die Vorfahren ihrer Mutter waren Schotten und Iren; ihr Vater entstammte einer norwegischen und wahrscheinlich samischen Familie.

Seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie Raucherin. Im Jahre 1953 erkrankte sie an Kinderlähmung (wie auch Neil Young) und war viele Wochen im Krankenhaus. Eine Folge der Infektion war eine Schwächung der linken Hand. Als sie elf war, zog ihre Familie nach Saskatoon um.

Um 1960 wollte Mitchell Gitarre spielen lernen; aus Geldmangel entschied sie sich zunächst für die Ukulele. Danach brachte sie sich das Gitarrenspiel mit einem Pete-Seeger-Songbuch selbst bei. Da ihre linke Hand durch die Kinderlähmung geschwächt war, entwickelte sie alternative Gitarrenstimmungen, um dies zu kompensieren; später nutzte sie diese Stimmungen, um in ihrem Songwriting ungewöhnliche Harmonie- und Strukturansätze zu entwickeln:

Nach der Schule begann sie 1960 am Alberta College of Art in Calgary ein Kunststudium, das sie nach einem Jahr abbrach. 1961 ging sie nach Toronto, um sich als Musikerin zu behaupten. Sie stellte fest, dass viele Lieder als Eigentum anderer Sänger betrachtet wurden – ihr wurde mehrfach gesagt: „Das kannst du nicht singen. Das ist mein Lied.“ Sie begann deshalb, eigene Lieder zu schreiben. An Halloween 1962 hatte sie ihren ersten bezahlten Auftritt im damaligen Louis Riel Coffee House in Saskatoon. Sie schätze sich als gutaussehend ein und sagte 2015:

Im Jahr 1964 wurde sie schwanger. Vor ihrer konservativen Familie verheimlichte sie die Schwangerschaft und gab das am 19. Februar 1965 geborene Mädchen zur Adoption frei, da sie nicht für das Kind sorgen konnte. 1997 fand sie ihre Tochter wieder, doch 2001 zerbrach die Beziehung wieder.

Sie traf 1964 Neil Young in Toronto, mit dem sie fortan eine Freundschaft verband. Sein Lied Sugar Mountain gehörte bald zu ihrem Repertoire; ihr Stück Circle Game gilt als eine Antwort auf dieses Lied. Im Jahre 1973 widmete ihr Young sein Lied Sweet Joni. Auf ihrem späteren Album Hejira spielte er Mundharmonika; 1976 gab es einen überraschenden ersten gemeinsamen Live-Auftritt.

Im Jahre 1965 lernte Mitchell auch ihren späteren Ehemann Chuck Mitchell kennen, einen Folksänger aus Michigan. Mit ihm zog sie nach Detroit in die USA, wo sie gemeinsam Musik machten. Das junge Ehepaar blieb jedoch nicht lange zusammen, und in der Zeit der Trennung schrieb sie viele Lieder. 1967 wurde die Ehe wieder geschieden.

Im Jahre 1967 schrieb sie das Lied Both Sides, Now, das Al Kooper an Judy Collins vermittelte. Das Lied wurde ein großer Hit und später von Frank Sinatra, Bing Crosby und vielen anderen interpretiert; rund 1500 Mal wurde es gecovert. Mitchell selbst veröffentlichte das Lied erst 1969 auf ihrem zweiten Album Clouds.

Sie ging nach New York und wurde zu einem Insidertipp in der dortigen Clubszene, die in den 1960er Jahren in Greenwich Village der Nabel der Folkmusik war. Sie trat dort insbesondere im legendären Gaslight Cafe auf. In dieser Zeit war sie ein knappes Jahr mit ihrem Landsmann Leonard Cohen liiert und schrieb mehrere Songs über ihr Verhältnis mit Cohen, u. a. Chelsea Morning, Rainy Night House und A Case of You.

David Crosby, der die Byrds verlassen hatte und nun Crosby, Stills, Nash and Young angehörte, bot sich an, ihr erstes Album zu produzieren, das 1968 unter dem Titel Joni Mitchell erschien. Mit Crosby hatte sie eine kurze Romanze.

Ab 1968 hatte sie eine zweijährige Beziehung mit Graham Nash. 1969 zog sie nach Los Angeles und kaufte dort im Szene-Stadtteil Laurel Canyon einen Bungalow, 8217 Lookout Mountain Avenue. In das Haus zog Graham Nash; er schrieb dort an Mitchells Piano Our House, das 1970 auf dem Album Déjà Vu erschien. Am 17. Mai 1969 brachte der Rolling Stone ein erstes großes Feature über Mitchell.Der Einladung, auf dem Woodstock-Festival (15. bis 18. August 1969) aufzutreten, folgte sie nicht, da ihr damaliger Manager Elliot Roberts bereits vereinbart hatte, dass sie am 19. August 1969 an der TV-Show des bekannten Moderators Dick Cavett teilnimmt und zu befürchten war, dass sie auf dem Rückweg nach New York im Stau steckenbleibt.

Aufgewühlt von der Energie, die von diesem Festival auf die gesamte Generation ausging, schrieb sie mit dem Lied Woodstock die Hymne auf das Festival. Crosby, Stills, Nash and Young und auch Matthews Southern Comfort (Platz 1 der britischen Charts) hatten mit Coverversionen des Songs einen großen Hit.

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre hatte Mitchell große künstlerische und kommerzielle Erfolge, zunächst mit dem Album Ladies of the Canyon (1970); Mitchell wurde von der alternativen Lebensweise im Laurel Canyon inspiriert.

Vom Sommer 1970 bis zum Frühjahr 1971 war sie mit James Taylor liiert; bei drei Liedern auf dessen Album Mud Slide Slim and the Blue Horizon, darunter You’ve Got a Friend, beteiligte sie sich als Background-Sängerin. Das Zerbrechen der Beziehung aufgrund von Taylors Erfolg verarbeitete sie auf Blue (1971). Das Lied My Old Man handelt von Graham Nash. Auf vier Liedern begleitete sie sich mit einem Dulcimer.

Es folgte 1972 das Album For the Roses.

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