An diesem Tag

Jon Anderson

Britischer Musiker

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Jon Anderson (* 25. Oktober 1944 als John Roy Anderson in Accrington, Lancashire, England) ist ein britischer Rockmusiker und -sänger, der vor allem durch seine Mitgliedschaft bei der von ihm 1968 mitgegründeten Progressive-Rock-Band Yes bekannt geworden ist. Charakteristisches Merkmal Andersons ist sein hoher Gesang. Im Jahr 2009 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger und 2017 als Mitglied von Yes in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Little John’s Skiffle Group und The Warriors (1954–1967)

Schon als Junge musste John Anderson (er strich das h erst später, in seiner Londoner Zeit) zum Einkommen seiner Familie beitragen. Er arbeitete unter anderem als Milchmann. Sein musikalischer Werdegang begann dann 1954, als der Zehnjährige als Waschbrettspieler Mitglied der Little John’s Skiffle Group wurde, die vornehmlich Stücke von Lonnie Donegan spielte. 1962 trat er als Sänger der Band The Warriors seines Bruders Tony bei, die sich zeitweise auch The Electric Warriors nannte.

Die anderen Bandmitglieder waren Michael Brereton (Leadgitarre), Rodney Hill (Rhythmusgitarre), David Foster (Bass) und der spätere King-Crimson-Schlagzeuger Ian Wallace. Die Band spielte vornehmlich in Nordengland und veröffentlichte zwei Singles bei Decca: You Came Along und Don’t Make Me Blue. Während einer Konzertreise nach Deutschland verließ Anderson die Warriors.

Auf dem zweiten Yes-Album Time and a Word finden sich zwei Stücke, die Anderson zusammen mit David Foster geschrieben hatte: Sweet Dreams und das Titelstück Time and a Word.

Anderson veröffentlichte zwei Singles unter dem Künstlernamen Hans Christian: Never My Love, eine Coverversion des damals aktuellen Hits von The Association, und The Autobiography of Mississippi Hobo.

Kurzzeitig war er Mitglied der Band The Gun der Brüder Paul und Adrian Gurvitz. Er hatte allerdings nur einen einzigen Auftritt, bevor er die Band verlassen musste. Die Band hatte danach, im Oktober 1968, einen großen Hit mit Race With the Devil. Das Cover ihres ersten Albums gestaltete der Fantasy-Künstler Roger Dean, der später für zahlreiche Yes-Albumcover verantwortlich zeichnen sollte. Die Gurvitz-Brüder wurden später vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Ginger Baker in der Band Baker Gurvitz Army bekannt.

Im Jahr 1968 hielt sich Anderson mit einem Job im Londoner Club La Chasse über Wasser. Der Clubmanager Jack Barrie stellte ihm den Bassisten Chris Squire vor, der zu dieser Zeit mit seiner Band Mabel Greer’s Toyshop unterwegs war. Anderson trat Squires Band bei, die sich nach einigen Umbesetzungen im Sommer 1968 nach einem Vorschlag des Gitarristen Peter Banks in Yes umbenannte. Die Urbesetzung war: Anderson, Squire, Banks, Bill Bruford (Schlagzeug) und Tony Kaye (Orgel).

Anderson sang mit der Band bis 1978 neun Studioalben ein. Während der Arbeit an dem nie veröffentlichten zehnten Album (Paris Sessions) in Paris verließ er zusammen mit Rick Wakeman aus künstlerischen, finanziellen und persönlichen Gründen die Band. Yes verwarfen daraufhin das mit Anderson erarbeitete Material, ersetzten Anderson und Wakeman durch Trevor Horn und Geoff Downes von den Buggles und schrieben ihr zehntes Studioalbum Drama.

Anderson widmete sich nun verstärkt seiner Zusammenarbeit mit Vangelis (Alben Short Stories, 1980 und The Friends of Mr. Cairo, 1981) und nahm seine mit dem Album Olias of Sunhillow (1976) begonnene Solokarriere mit den Alben Song Of Seven (1980) und Animation (1982) wieder auf.

Nach den gescheiterten XYZ-Sessions hatte Chris Squire zusammen mit dem Yes-Schlagzeuger Alan White und dem südafrikanischen Sänger und Gitarristen Trevor Rabin das Projekt Cinema gegründet (s. 90125). Die Plattenfirma hielt es allerdings für notwendig, dass die neue Band einen alleinigen Frontmann bekam. Als Squire an Anderson herantrat, war dieser von dem neuen Songmaterial so begeistert, dass er spontan zusagte auf dem neuen Album zu singen. Eine Umbenennung in Yes lag damit, schon aus Marketinggründen, nahe, da man somit keine neue Band auf dem Markt etablieren musste.

Während der Arbeiten an den beiden nun folgenden Yes-Alben 90125 und Big Generator übernahm Rabin immer mehr die Führung der Band, die seit den 1970er Jahren Anderson innezuhaben gewohnt war. Frustriert verließ dieser 1988 die Band zum zweiten Mal und gründete mit drei ehemaligen Yes-Mitgliedern das Projekt Anderson, Bruford, Wakeman, Howe.

Nach nur einem Album (betitelt Anderson Bruford Wakeman Howe) und einer erfolgreichen Welttournee des neuen Yes-Projekts fusionierte Anderson die beiden Bands zu einem achtköpfigen Yes-Lineup, das großen kommerziellen Erfolg zu versprechen schien. Als dieser jedoch nach einem aus sehr heterogenem Material der beiden Bands zusammengestückelten Album (Union, 1991) und einer weiteren Welttournee ausblieb, reduzierte man Yes auf Druck der Plattenfirma auf die 80er-Besetzung Anderson, Kaye, Rabin, Squire, White.

Damit war Anderson wieder Vollmitglied bei Yes.

Von 2004 bis 2008 legten Yes die längste Pause ihrer Bandgeschichte ein. Manche behaupten, dass diese lange Abstinenz weniger auf die gesundheitlichen Probleme Andersons (und Wakemans) zurückzuführen sei, sondern ihre Gründe eher darin gehabt habe, dass Andersons spirituelle Führerin, die „Divine Mother“ Audrey Kitagawa (die ihm, wie er selbst sagt, dabei hilft, „in die vierte Dimension zu sehen“), dringend davon abgeraten habe, vor dem Jahr 2008 live aufzutreten. Dies war jedenfalls von Anderson als Grund für die Absage eines Auftritts an der PG School of Rock Music im Juli 2007 angegeben worden, und man hatte schon früher Gründe spiritueller Natur von ihm gehört. Mittlerweile hat das Management aufgrund der Verärgerung mancher Fans (und der anderen Bandmitglieder, vor allem Steve Howes, Squires und Whites) allerdings von dieser Erklärung Abstand genommen und wieder die gesundheitlichen Gründe ins Spiel gebracht.

Eine für den Sommer 2008 geplante Yes-Comeback-Tournee wurde am 4. Juni 2008 aufgrund gesundheitlicher Probleme Andersons abgesagt. Einige Wochen zuvor war dieser mit einem akuten Asthma-Anfall ins Krankenhaus eingeliefert worden, infolge dessen er für zwei Minuten klinisch tot war. Trotz schneller Erholung rieten ihm seine Ärzte von einer Konzerttournee ab. Für Anderson kam zuerst Benoît David als Sänger, mit dem das Album Fly from Here aufgenommen wurde, und ab 2012 Jon Davison.

Im Rahmen einer Livetournee zum 50. Band-Geburtstag trat eine neue Formation unter dem Namen Yes Featuring Jon Anderson, Trevor Rabin, Rick Wakeman in Erscheinung. Als zusätzliche Livemusiker neben Anderson, Rabin und Wakeman wirkten Lee Pomeroy und Lou Molino III mit. Die Tournee führte die Band durch zahlreiche Städte in Europa, insbesondere auch in das O2 Apollo Manchester.

Im Sommer 1975 nahm Anderson für das Album Heaven and Hell des griechischen Keyboarders Vangelis den Song So Long Ago, So Clear auf. Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit, die mit dem ersten Jon-&-Vangelis-Album Short Stories mit der Singleauskopplung I Hear You Now 1980 erfolgreich zu werden begann. Das Duo veröffentlichte bis 1983 drei Alben, ein viertes, letztes, kam 1991 dazu.

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