John Wimber (* 25. Februar 1934 in Peoria, Illinois, USA; † 17. November 1997 in Santa Ana, Orange County, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Musiker, Gründungsdirektor der Abteilung für Gemeindewachstum am Fuller Theological Seminary und Gründer der Vineyard-Church-Bewegung. Er war einer der führenden Personen der charismatischen Bewegung in Nordamerika und Europa in den Achtziger und Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts.
Wimber war ein Sohn von Basil Elton Wimber (1912–1979) und seiner Frau Elizabeth Christy (1917–1944) und wuchs in einer nichtreligiösen Familie auf. Er wurde während einer Ehekrise im Mai 1963 Christ, nachdem er mehrere Jahre in der Jazzband Righteous Brothers als Keyboarder gespielt hatte. In den folgenden Jahren besuchte er die Yorba Linda Friends Church, eine Quäker-Gemeinde, und führte durch persönliche Bekehrungstätigkeit hunderte von Leuten zu Christus. 1970 graduierte er an der Azusa Pazific University, im gleichen Jahr wurde für fünf Jahre zweiter Pastor seiner Quäkergemeinde.
1974 wurde er Gründungsdirektor der Abteilung für Gemeindewachstum am Charles E. Fuller Institute of Evangelism and Church Growth, das vom Fuller Theological Seminary und von der Fuller-Evangelisationsvereinigung gegründet wurde. Er leitete dieses Institut bis 1978. Gleichzeitig wuchs seine Bibelgruppe zu einer Hauskirche heran. 1977 fand der erste Gottesdienst mit Wimber als Pastor statt. Er begann für Kranke zu beten und seine Gemeindeglieder für den Dienst der Krankenheilung zu schulen. Als sich diese Gruppe weiter in eine charismatische Richtung entwickelte, führte dies zur Trennung von der Quäker-Gemeinde, zu der die Gruppe ursprünglich gehört hatte. Wimber schloss sich nach 1974 mit seiner Gemeinde Kenn Gulliksens Gemeinde in Yorba Linda an, die zum Calvary-Chapel-Gemeindeverband von Chuck Smith gehörte. 1982 wurde dann mit Vineyard Christian Fellowship eine unabhängige Organisation mit 21 Gemeinden gegründet, aber Gulliksen überließ Wimber die Führungsaufgabe. In den nächsten fünfzehn Jahren wuchs die Organisation auf 2.400 verbundene Kirchen in 95 Ländern.
1981 bis 1985 konnte Wimber am Fuller Theological Seminary weitere Vorlesungen zu den Themen Zeichen, Wunder und Kirchenwachstum halten. Danach war er auch weltweit als Vortragsredner unterwegs, oft wurden ganze Kongresse zu solchen Themen veranstaltet, wo er als Hauptreferent auftrat.
1993 wurde bei Wimber Krebs diagnostiziert, der mit Chemotherapie erfolgreich behandelt wurde. 1997 wurde eine Bypass-Operation notwendig. Während der Rekonvaleszenz von diesem Eingriff starb Wimber am 16. November 1997 an einer Hirnblutung.
Aus der Gemeinde entstand 1982 eine selbständige, unabhängige Kirche, die Anaheim Vineyard Christian Fellowship. Zusammen mit Ken Gulliksen und seiner Gemeinde, die auch zu den Calvary Chapel gehört hatte, bilden sie die Vineyard Christian Fellowship. Wimber war von 1977 bis 1994 Pastor dieser wachsenden Gemeinde, die zuerst in Yorba Linda und ab 1983 in Anaheim beheimatet war. Es schlossen sich weitere unabhängige Gemeinden der Vineyard-Bewegung an.
1985 gründete er die Association of Vineyard Churches (AVC), deren internationaler Direktor er wurde. Anfänglich lehnte er eine Expansion nach Europa ab, jedoch änderte er seine Meinung nach 1990, und die Expansion wurde bewusst vorangetrieben.
1995 schloss Wimber die Toronto Airport Vineyard-Gemeinde, wo der Toronto-Segen seinen Anfang nahm, aus der Vineyard-Bewegung aus, weil für ihn gewisse Manifestationen wie Tierlaute zu weit gegangen waren. Ein Jahr später trennte er sich von der Metro Vineyard Fellowship in Kansas City, wo sich die Kansas City-Propheten weltweite Beachtung verschafft hatten. Sie wurden ausgeschlossen, weil sie sich nicht über das Maß und die Form zusätzlicher Prophetien über die Bibel hinaus einigen konnten, denn Wimber lehnte eine Verschriftlichung neuer Prophetien außerhalb der Bibel ab.
In der gleichen Zeit begann er mit der Verselbständigung der Gemeinden in den USA, Kanada, Großbritannien, Südafrika und Neuseeland, weil diese Gemeindeverbände eine gewisse Größe erreicht hatten, die unabhängige Existenz und Wirksamkeit erlauben.
Nach seinem Tod 1997 wurde sein Mitarbeiter Bob Fulton sein Nachfolger.
Whimber war verheiratet mit Carol, es ist ein Sohn namens Christopher Earl Wimber (1957–1998) bekannt.
John Wimber wurde einer der prägenden Leiter der charismatischen Bewegung durch seine Ausstrahlung, Integrität, Ehrlichkeit, Lebensfreude und Anerkennung seiner eigenen Grenzen. Während seiner Tätigkeit am Fuller Theological Seminary kam Wimber auch in Kontakt mit vielen Christen aus der Dritten Welt. Oft wuchsen deren Kirchen, und ihr Weltbild war weit weniger von der Aufklärung geprägt, so dass Wunder und Geisterfahrungen weit mehr Platz fanden als im Westen. Er war ein bekannter Redner auf internationalen charismatischen Konferenzen, die auch zweimal in Deutschland stattfanden. Schwerpunkte seiner Reden waren Evangelisation, Gebet, Heilung durch die Kraft des Heiligen Geistes, Wunder und Gemeindewachstum. 1989 bis 1991 spielte auch kurz Prophetie eine wesentliche Rolle.
John Wimber wurde von konservativen Evangelikalen wie dem deutschen Pastor Wolfgang Bühne und dem österreichisch-deutschen Theologen Alexander Seibel und weiteren Personen kritisiert. Sie warfen ihm vor, Synkretismus zwischen biblischen und anderen Praktiken zu betreiben. Mit seinem gewinnenden Wesen sei er anpassungsfähig gewesen und habe mit viel Charme große Versprechungen bezüglich Krankenheilungen, Prophetien und Erweckungen gemacht, die sich dann nicht wirklich erfüllt hätten.
John Wimber schrieb mehrere Bücher, teilweise zusammen mit Kevin Springer, die einen wesentlichen Einfluss auf die charismatische Bewegung hatten:
A Brief Sketch of Signs and Wonders through the Church Age. Vineyard Christian Fellowship, Placentia 1984.
Signs and Wonders and Church Growth. Vineyard Ministries International, Placentia 1984.
Power Evangelism. Hodder & Stoughton 1986. (Chosen Books, Bloomington 2009; 2013, ISBN 978-1-4447-5027-0).
Power Healing. HarperOne 1987. (2009. ISBN 978-0-06-069541-5).