John Rocco Rea (* 14. Januar 1944 in Toronto, Ontario) ist ein kanadischer Komponist.
Rea studierte bei John Weinzweig, Gustav Ciamaga, Milton Babbitt und Peter Westergaard. 1968 erhielt er den PRO Canada Award für Kompositionsstudenten, im Folgejahr gewann er mit The Days/Les Jours den dritten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Ballettmusik in der Schweiz.
In der Folgezeit erhielt Rea zahlreiche Kompositionsaufträge, u. a. von der University of Toronto (The Prisoners Play, 1972), den York Winds (Reception and Offering Music, 1976), der Société de musique contemporaine du Québec (Treppenmusik, 1982) und dem National Youth Orchestra (Vanishing Points, 1983). Für Com-possession, ein Auftragswerk der CBC erhielt er den Jules Léger Prize für Kammermusik, der ihm das zweite Mal 1992 für Objets Perdus verliehen wurde.
Von 1973 bis 2019 unterrichtete Rea Komposition, Musiktheorie und -geschichte an der McGill University, wo er von 1986 bis 1991 auch Dekan der Musikfakultät war.
1979 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft für neue Musik Les Événements du Neuf. Nach einem Aufenthalt in Berlin 1979–80 war er 1984 Composer in Residence in Mannheim und 1991 Composer in Residence beim Sommermusikfestival Incontri in Terra di Siena.
Rea komponierte Kammermusik, elektroakustische Werke, Ballette, Bühnenmusiken, Orchester- und Chorwerke. Große Aufmerksamkeit fand seine Neuorchestrierung von Alban Bergs Oper Wozzeck, die 1995 uraufgeführt wurde. Er verfasste auch eine Reihe musiktheoretischer Artikel und gehört zu den Herausgebern der französischsprachigen Zeitschrift für neue Musik Circuit. 2019 wurde er zum Mitglied der Royal Society of Canada gewählt.
Sonatina für Flöte und Klavier, 1965
Piece for Chamber Orchestra, 1967
Prologue, Scene and Movement (classical Latin palindrome) für Sopran, Viola und zwei Klaviere, 1968
Sestina für Kammerensemble, 1968
Fantaisies and/et Allusions für Saxophonquartett und Kleine Trommel, 1969
The Days/Les Jours, Ballett, 1969
What You Will für Klavier zu 2 oder 4 Händen, 1969
Anaphora für Kammerensemble, 1970
The Prisoners Play, Kinderoper, 1973
Reception and Offering Music 'Anaphora IV' für Bläserquintett und Schlagzeug, 1975
Jeux de Scène 'fantaisie-hommage à Richard Wagner' für Horn, Oboe, Cello, Piccoloflöte, Flöte, Klavier, Marimba, drei Glockenspiele und Schmiedeamboss, 1976
Hommage à Vasarely für Orchester, 1977