An diesem Tag

John Milton

Englischer Dichter und Beamter (1608–1674)

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John Milton (* 9. Dezember 1608 in London; † 8. November 1674 in Bunhill bei London) war ein englischer Dichter, politischer Denker und Staatsbediensteter unter Oliver Cromwell.

Milton beschäftigte sich in seinen Gedichten und Prosawerken mit persönlicher Schuld, drückte sein Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung aus und behandelte die dringenden Angelegenheiten und politischen Unruhen seiner Zeit. Er schrieb in englischer, lateinischer und italienischer Sprache und wurde schon zu Lebzeiten weltberühmt und einflussreich, aber vor allem wegen seines entschiedenen Eintretens für ein republikanisches Regierungssystem auch umstritten. Seine unter Vorzensur entstandene Areopagitica gehört zu den bedeutendsten Werken für Rede- und Pressefreiheit der Geschichte.

Sein bekanntestes Werk ist das epische Gedicht Paradise Lost (deutsch Das verlorene Paradies). Bis heute ist sein Einfluss in der angelsächsischen Literatur und Kultur sichtbar.

John Milton wurde 1608 in London als Sohn des Komponisten John Milton (1562–1647) und seiner Ehefrau Sarah Jeffrey geboren. Wegen seines Übertritts zum Protestantismus war sein Vater von dessen katholischem Vater enterbt worden.

Seine Erziehung erhielt John Milton zunächst im puritanischen Elternhaus, wo sein Vater ihn auf ein Literaturstudium vorbereitete, dann in der Schule von St Paul’s School, bis er 1624 mit fünfzehn Jahren in das Christ’s College der Universität Cambridge aufgenommen wurde.

1632 erwarb er an der Universität Cambridge den Titel eines Master of Arts. Zu dieser Zeit hatte er bereits ausführlich die antiken Klassiker studiert, selbst Dichtungen in englischer und lateinischer Sprache (z. B. Hymn on the Nativity) verfasst und sich mit Geschichte und klassischer Literatur auseinandergesetzt.

Mit den Methoden des Unterrichts an Schulen und Universitäten war er nicht einverstanden. Sie liefen seiner Ansicht nach lediglich auf bloße mechanische Abrichtung hinaus. Ein von seinem Vater vorgeschlagenes Theologiestudium lehnte er mit der Begründung ab, er werde sich nie zu dem Sklavendienst bereitfinden, die Artikel der bischöflichen Kirche zu unterschreiben.

Nachdem Milton 1628 Bachelor und 1632 Master of Arts geworden war, verließ er Cambridge, um zu seinem Vater zurückzukehren, der in Horton (Buckinghamshire) einen Landsitz besaß. Dort konnte er seinen Studien weiter nachgehen; er beschäftigte sich vor allem mit Shakespeare und seinen Zeitgenossen, außerdem mit Ben Jonson und schrieb daraufhin den Comus, ein allegorisches Maskenspiel, wie seit Jakob I. am englischen Hof in Mode. Im Comus wird der Sieg der Keuschheit über die Versuchung an einem jungen Mädchen dargestellt, das von den ausgelassenen Geistern der Nacht, Comus und seinem Gefolge, umschwärmt wird.

Ferner entstanden damals die Arcades, die Elegie Lycidas, eine Klage um den Tod eines Freundes, und die berühmten Gedichte L’Allegro („Der Heitere“) und Il Penseroso („Der Gedankenvolle“), beide erst 1645 in den Juvenile Poems erschienen, in denen sich am deutlichsten die damalige Gefühlshaltung Miltons zeigt. Im Allegro besingt er die Schönheit der Literatur und der Erde, der englischen Wälder, der Jagd und bäuerlicher Feste. Doch höher bewertet er im Penseroso das Glück des Denkens, die Einheit von Seele und Welt in der philosophischen Betrachtung, der Allegorie oder der Tragödie und hymnischen Gesängen, die ihn zu einer Vision führen.

Milton war bereits berühmt, als er 1638, vom Tod seiner Mutter erschüttert, eine Reise auf den Kontinent antrat. In Paris verkehrte er mit Hugo Grotius. Anschließend hielt er sich mehrere Jahre in Italien (Florenz, Rom) auf, wo er sich mit den italienischen Epen befasste. Seine Offenheit und seine gelehrte neulateinische Dichtung verschafften ihm Freunde in den intellektuellen Kreisen, und er besuchte 1638 den Astronomen Galileo Galilei, der in Arcetri unter Hausarrest stand, sowie andere Persönlichkeiten. In Genf besuchte er seinen besten Freund Charles Diodati († 1638).

Der Ausbruch des Englischen Bürgerkrieges veranlasste ihn zur Rückkehr nach London. Dort war er erfolgreich pädagogisch tätig und wandte dabei andere Methoden an, als er selbst erlebt hatte.

Seine Beteiligung an der politischen und kirchenkritischen Bewegung beginnt mit fünf publizistischen Abhandlungen (Prelatical Episcopacy, Reason of Church etc., 1641 und 1642), in denen Milton sich gegen die bischöfliche Macht in der anglikanischen Kirche wendet. Die Konstantinische Schenkung, welche die weltliche Macht und den Reichtum der Papstkirche gegründet hätte, bezeichnete Milton mit Dantes Worten als „die wahre Büchse der Pandora“. Den Katholizismus beschrieb er in diesen Schriften als eine politische Partei, die unter dem Schein einer Kirche die priesterliche Tyrannei anstrebe. „Die Lehre und die Ausübung der Freiheit waren das Thema seines Lebens.“

Ehen und Schriften über die Ehescheidung

Mit 35 Jahren heiratete John Milton die 16-jährige Mary Powel, Tochter eines Landadeligen in Oxfordshire. Der Ehe, die von den verschiedenen Lebenskonzepten belastet war, entstammten vier Kinder, Anne (* 7. Juli 1646), Mary (* 25. Oktober 1648), John (16. März 1651 – Juni 1652) und Deborah (* 2. Mai 1652). Drei Tage nach der letzten Entbindung verstarb Mary. Robert Graves schrieb einen Roman über diese Ehe (Wife to Mr. Milton).

Am 12. November 1656 heiratete Milton Katherine Woodcock. Sie starb am 3. Februar 1658, nachdem sie vier Monate zuvor eine Tochter (Katherine) geboren hatte, die aber nach dem Tod der Mutter am 17. März ebenfalls starb. Seine dritte Ehe, am 24. Februar 1663 mit Elizabeth Mynshull (* 1638) eingegangen, endete mit Miltons Tod.

1643 bis 1645 verfasste Milton vier Schriften über die Ehescheidung. Er wollte die Entscheidung über die Trennung einer Ehe nicht Gerichten, sondern dem einzelnen Mann überlassen. Um dieselbe Zeit schrieb Milton, mit der Erziehung der Kinder einiger Freunde beschäftigt, ein Buch über Erziehung, in welchem er einen an klassischer Bildung ausgerichteten Jugendunterricht forderte.

Mittlerweile hatten die Presbyterianer im „langen Parlament“ die Oberhand gewonnen; sie erwiesen sich noch unduldsamer als die königliche Regierung und beschlossen 1643, dass für den Druck jeder Schrift eine Lizenz eingeholt werden müsse. Gegen diese Politik richtete Milton an das Parlament die Areopagitica (1644), in der er die Pressefreiheit verteidigte.

Die folgenden vier Jahre (1645 bis 1649) arbeitete Milton an einer „Geschichte Englands in der angelsächsischen Epoche“.

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