John Clayton Mayer (* 16. Oktober 1977 in Bridgeport, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Singer/Songwriter und Gitarrist, der sieben Mal mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Seine Songs verbinden die Stilrichtungen R&B, Rock, Pop, Blues und Country-Musik.
John Mayer kam 1977 als Sohn von Margaret (Englischlehrerin) und Richard Mayer (Direktor einer High School) zur Welt. Er wuchs als zweiter von drei Söhnen in der Nähe von Fairfield auf und besuchte dort die High School.
Mayer spielte eine Weile Klarinette, jedoch mit wenig Erfolg. Als er die Gitarreneinlage von Marty McFly (gespielt von Michael J. Fox) in Zurück in die Zukunft sah, begann er sich für dieses Instrument zu interessieren. Als er 13 war, soll sein Vater eine Gitarre für ihn ausgeliehen und ein Nachbar ihm eine Kassette von Stevie Ray Vaughan gegeben haben, was sein Interesse am Blues geweckt habe. Nach zwei Jahren Üben trat er in Blues Bars und anderen Lokalitäten auf. Er wurde Mitglied einer Band, die sich Villanova Junction nannte.
Als Mayer 17 Jahre alt war, ließ er sich wegen Herzrhythmusstörungen behandeln. Später beschrieb er diese Zeit als den Beginn seiner Arbeit als Songwriter. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus schrieb er erste Textpassagen. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er 15 Monate lang an einer Tankstelle, um sich seine erste richtige Gitarre kaufen zu können, eine 1996er Stevie Ray Vaughan Signature Fender Stratocaster.
Mayer besuchte ab dem Wintersemester 1997 das Berklee College of Music in Boston, das er jedoch bereits im zweiten Semester wieder verließ. In Berklee hatte er sich zunächst als Gitarrist weiterentwickeln wollen, er konzentrierte sich aber zunehmend auf das Songwriting. In einem Interview sagte er dazu später, dass er das Ziel, „der beste Gitarrist überhaupt zu werden“, zu Beginn des zweiten Semesters aufgegeben habe, da es unerreichbar sei. Er habe vielmehr erkannt, dass es darauf ankomme, „hörbar“ zu sein.
Anstatt weiter zu studieren, ging er im Sommer 1998 zusammen mit seinem Studienfreund Clay Cook nach Atlanta, um eine Musikerkarriere in Angriff zu nehmen. Zusammen schrieben sie Songs und spielten in verschiedenen Clubs. Nach einer Weile beendeten sie ihre Zusammenarbeit aufgrund musikalischer Differenzen, Mayer blieb in Atlanta und trat nun als Solokünstler auf. In dieser Zeit spielte er vermehrt die akustische Gitarre, da sie ihm die Möglichkeit gab, auch ohne Band aufzutreten.
Mithilfe von Glenn Matuloo nahm er seine erste EP Inside Wants Out auf. Die meisten der acht Songs entstammen der Zusammenarbeit mit Clay Cook, unter anderem auch die erste erfolgreiche Single No Such Thing. Für den ersten Song Back to You wurde eine gesamte Band engagiert, darunter auch der Koproduzent der EP, David Labruyere, am Bass. Mayer und Labruyere gingen daraufhin auf Tour.
Im März 2000 wurde nach einem Auftritt bei der South by Southwest Conference Aware Records, ein Nachwuchs-Label von Columbia, auf ihn aufmerksam. Nach mehreren Festivalauftritten veröffentlichte Aware im Frühjahr 2001 sein Debütalbum Room for Squares, zunächst aber nur im Internet. Nach einer Vereinbarung mit Columbia veröffentlichte diese im September desselben Jahres das Album Room for Squares, das künstlerisch überarbeitet und um den Song 3x5 ergänzt wurde. Das Album brachte zahlreiche Radiohits in den USA hervor, darunter No Such Thing, Your Body Is a Wonderland und Why Georgia. 2003 gewann John Mayer mit Your Body Is a Wonderland einen Grammy in der Kategorie Best Male Pop Vocal Performance.
2003 veröffentlichte er seine erste Live-CD/DVD Any Given Thursday und im selben Jahr erschien sein zweites Studioalbum Heavier Things. Obwohl das Album kommerziell nicht so erfolgreich war wie Room for Squares, landete es ebenso wie die Single Daughters auf Nummer eins der US Billboard Charts. Der Song wurde sogar mit einem Grammy als Song of the Year ausgezeichnet. Außerdem bekam Mayer einen Grammy als Best Male Pop Vocal. 2006 wurde er in der Songwriter Hall of Fame mit dem David Starlight Award geehrt.
2004 nahm er Livekonzerte seiner US-Tournee auf, diese wurden auf iTunes veröffentlicht unter dem Titel AS/IS. Mayer machte Werbung für Apple, Volkswagen und Blackberry.
Mayer begann mit verschiedenen Künstlern außerhalb seines Genres zu arbeiten. Er arbeitete an dem Song Go! von Common (Kanye West, MK12, Convert, Jason Webb, Rosali), des Weiteren war er an Kanye Wests Bittersweet Poetry beteiligt. Mayer erntete großes Lob von gestandenen Größen des Hip-Hop wie z. B. Jay-Z oder Nelly. Mayer antwortete auf die Frage, warum er in der Hip-Hop-Szene auftauche, „It’s not music out there right now. That's why, to me, hip-hop is where rock used to be“.
In dieser Zeit veränderte Mayer seinen Stil und entfernte sich mehr und mehr vom Acoustic-Pop. 2005 begann er mit Blues-Größen wie mit B. B. King, Buddy Guy und Eric Clapton oder mit den Jazz-Größen John Scofield und Herbie Hancock zusammenzuarbeiten. Mayer ließ immer mehr Blues und Jazz in seine Musik einfließen. In seinem Spielstil ließ er sich von Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Robert Cray und Freddie King beeinflussen. Seit seinem Album Born and Raised, das 2012 erschienen ist, sind seine Lieder zunehmend von Country-Musik inspiriert. So entfernte sich sein Stil wieder etwas von der ursprünglichen Blues-, Jazz- bzw. Pop-Sparte.
Am 15. Januar 2005 trat Mayer zusammen mit dem Bassisten Pino Palladino und dem Schlagzeuger Steve Jordan im Rahmen eines Benefizkonzertes zugunsten der Opfer der Erdbeben im Indischen Ozean 2004 auf. Nach diesem Auftritt schlug er vor, weiter als Trio zusammenzuarbeiten, woraufhin die drei Musiker noch im selben Jahr als John Mayer Trio auf Tour gingen.
Im Rahmen dieser Tour entstand das Live-Album Try! John Mayer Trio Live in Concert, das am 22. November 2005 veröffentlicht wurde. Neben eigens für das Trio geschriebenen Titeln sind auch eine Neuinterpretation von Daughters sowie mit Wait Until Tomorrow (Jimi Hendrix Experience) und I Got a Woman (Ray Charles) zwei Cover berühmter Bluesmusiker enthalten. 2006 war Try! in der Kategorie Best Rock Album für einen Grammy nominiert.
Die Gründung des John Mayer Trio ging einher mit dem Beginn der Aufnahmen zu Mayers drittem Studioalbum, für das er schon zuvor Steve Jordan als Koproduzenten engagiert hatte. Continuum erschien am 12. September 2006 in den USA, am 19. Januar 2007 in Deutschland.
Als Singles wurden Waiting on the World to Change, Gravity und Dreaming with a Broken Heart ausgekoppelt, die sich in den US-Charts gut platzierten. Continuum stieg auf Platz 2 in die Billboard Top 200 ein und wurde zweifach mit Platin ausgezeichnet.
Nach Meinung der Kritik markiert das Album einen wichtigen Schritt in Mayers Entwicklung als Musiker, Mayer selbst spricht davon, dass er durch Continuum einen Sprung nach vorne gemacht habe. Insgesamt wurde das Album positiv aufgenommen und 2007 als Album Of The Year für einen Grammy nominiert. Es gewann den Grammy schließlich als Best Pop Vocal Album, zudem wurde Mayer für „Waiting on the World to Change“ der Grammy für den besten Pop-Song eines männlichen Künstlers (Best Male Pop Vocal Performance) verliehen. Nominiert war Mayer zudem in der Kategorie Best Solo Rock Vocal Performance für „Route 66“ aus dem Soundtrack zu Cars.
Nur drei Monate nach Continuum veröffentlichte Mayer die EP The Village Sessions, die er zusammen mit Robbie McIntosh einspielte. Enthalten sind akustische Versionen von Songs, die zuvor bereits auf Continuum oder Try! erschienen waren, sowie eine Aufnahme von Waiting on the World to Change mit Ben Harper als Gastmusiker. Die auf der EP enthaltene Version von Belief wurde am 6. Dezember 2007 in der Kategorie Best Male Pop Vocal Performance für die Grammy Awards 2008 nominiert.