An diesem Tag

John Lee Hooker

US-amerikanischer Bluesmusiker

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John Lee Hooker (* möglicherweise am 22. August 1917 in Tutwiler bei Clarksdale, Mississippi; † 21. Juni 2001 in Los Altos, Kalifornien) war ein einflussreicher US-amerikanischer Bluessänger, Songwriter und Gitarrist. Hooker gilt als Vertreter des Delta Blues, den er meist mit elektrischer Gitarre in seinem unverwechselbaren Stil vortrug. Seine musikalische Karriere dauerte mehr als fünf Jahrzehnte. Zu seinen bekanntesten Stücken gehören die Titel Boogie Chillen’ (1948), Crawling King Snake (1949), Dimples (1956), Boom Boom (1962), One Bourbon, One Scotch, One Beer (1966) und The Healer (1989).

Das Geburtsjahr von Hooker ist nicht klar. Er selbst nannte als Geburtsjahr 1915, 1917, 1920 und 1923. Sein Biograph Charles Shaar Murray hält 1917 für zutreffend. In einem Interview mit dem Spiegel von 1993 sagte Hooker, dass er sein Geburtsdatum gefälscht habe, um in die Armee eintreten zu können: Er sei 1920 geboren.

Hooker wurde auf einer Farm in Tutwiler nahe Clarksdale geboren und war eines von elf Kindern von William Hooker (geboren etwa 1865) und Minnie Ramsey (geboren etwa 1875). Hookers Vater William war Farmer, genauer gesagt Teilpächter (sharecropper), und nebenbei Prediger und Pastor der makedonischen Kirche am Ort. Als Kind sang John Lee Hooker im Gospelchor.

Der Bluesmusiker Tony Hollins, der eine Zeitlang mit Hookers Schwester Alice ausging, schenkte dem etwa achtjährigen John Lee eine Gitarre, eine Silvertone, mit der dieser sich eingehend beschäftigte. Die Gitarre führte zu Konflikten mit Hookers Vater, der ihm nicht erlaubte, sie ins Haus zu bringen. Sie musste in der Scheune aufbewahrt werden. Hookers Vater bezeichnete Blues als „Teufelsmusik“. Hooker schwänzte die Schule und übte stattdessen auf der Gitarre im Wald. Er lernte sein Leben lang weder lesen noch schreiben. Hooker war recht klein für sein Alter und stotterte zeitlebens.

Nach der Scheidung seiner Eltern heiratete seine Mutter den Farmer William Moore. Nur John Lee zog zu seiner Mutter, die Geschwister dagegen zum Vater. Hookers Stiefvater machte selbst Blues und unterstützte ihn musikalisch. Er ermunterte den jungen John Lee dazu, sich neben dem Chorgesang auch für andere Musikrichtungen zu interessieren und schenkte ihm seine zweite Gitarre. Von seinem Stiefvater, der häufig von Bluessängern wie Blind Lemon Jefferson, Charley Patton und Blind Blake besucht wurde, lernte Hooker das Gitarrespielen. In einem Interview sagte Hooker, dass sein Stiefvater ihn zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil gebracht habe: „[…] was ich heute spiele, es ist haargenau sein Stil.“ Wie groß dieser stilistische Einfluss von Moore letztlich war, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen, da es von ihm keine Plattenaufnahmen gibt. Der Musikkritiker Robert Palmer zählt Hooker zur Tradition des Delta Blues.

Der junge Hooker lehnte die harte Landarbeit ab. Um das Jahr 1933, Hooker war etwa 16 Jahre alt, riss er von zu Hause aus und ging nach Memphis, wo er einige Zeit bei einer Tante lebte. Nach einer kurzen Rückkehr nach Mississippi verließ er seine Familie endgültig und sah seine Eltern und seinen Stiefvater nicht mehr wieder. Er zog zunächst durch die Südstaaten, um mit seiner Musik sein Geld zu verdienen. Bis auf die Bekanntschaft mit dem Gitarristen Robert Nighthawk war die Zeit in Memphis nicht sehr fruchtbar für Hooker, so dass er sich weiter Richtung Norden nach Cincinnati (Ohio) aufmachte. Dort schlug er sich mit ein paar Auftritten in Gospelquartetts und Gelegenheitsjobs durch. 1943 zog Hooker nach Detroit (Michigan), wo er bei Ford eine Arbeit als Hausmeister bekommen hatte.

John Lee Hooker war viermal verheiratet und hatte insgesamt acht Kinder. 1943 heiratete er Alma Hopes und hatte mit ihr eine Tochter namens Frances. Die Ehe wurde nach wenigen Monaten geschieden. Danach heiratete er Sarah Jones. Auch diese Ehe währte nur kurz.

1946 heiratete er Maude Mathis. Sie brachte 1946 die Tochter Diane zur Welt. 1948 folgte Vera, die sich später Zakiya nannte. Sie wurde Blues- und Jazz-Sängerin. 1952 kam sein Sohn John Lee jr. zur Welt, der später selbst Bluesmusiker wurde. 1953 wurde Robert geboren Auch er wurde Musiker und begleitete seinen Vater auf der LP Never Get Out of These Blues Alive (1972) an der Orgel. Später wurde Robert Hooker Prediger und stieg aus dem Musikgeschäft aus. In der Geschwisterreihe folgten Shyvonne und die jüngste Tochter Karen. Insgesamt hatte Hooker laut Shaar Murray mit Maude Mathis sechs Kinder und wahrscheinlich mindestens ein weiteres mit einer anderen Frau. Die phasenweise turbulent verlaufende Ehe wurde 1969 nach 23 Jahren geschieden.

Um das Jahr 1976 heiratete Hooker die Kanadierin Millie Strom. Die Ehe wurde nach wenigen Jahren geschieden.

Karrierebeginn in Detroit (1937 bis 1958)

In Detroit hatte Hooker 1937 in einem Club in der Hastings Street seinen ersten Auftritt. T-Bone Walker, der Hooker gern „Kid“ nannte, schenkte ihm 1940 die erste E-Gitarre. Nach einigen nicht kommerziellen Aufnahmeversuchen spielte Hooker am 3. September 1948 im United Sound Studio insgesamt zehn Titel ein, darunter Boogie Chillen’, Sally May (oder Sally Mae), Highway Blues oder Wednesday Evening Blues, allesamt produziert von Bernard Besman. Auf der ersten Single wurden Sally May und Boogie Chillen’ platziert, veröffentlicht am 3. November 1948 (Modern #627). Toningenieur beim Song mit den typischen Gitarren-Staccatos und dem ungewöhnlichen Fußstampfen war Joe Siracuse; Hooker begleitete sich lediglich auf der Gitarre. Die ersten drei Titel verbrauchten einen Großteil der für drei Stunden anberaumten Aufnahmezeit, so dass Boogie Chillen’ unter Zeitdruck entstand. Boogie Chillen belegte am 19. Februar 1949 eine Woche lang Platz 1 der Billboard-R&B-Charts und war mit einer Million verkaufter Platten der erste Erfolg für John Lee Hooker und für das Detroiter Studio.

Hookers Biograph Charles Shaar Murray beschreibt detailliert, wie die damaligen Verträge zwischen den Musikern und den Musikverlagen so angelegt waren, dass sich aus den Plattenverkäufen fast keine Einnahmen für die Künstler ergaben. Hooker hat an seinem Hit Boogie Chillen kaum etwas verdient. Daher nahm er unter verschiedenen Pseudonymen die gleichen Stücke mehrfach bei verschiedenen Plattenlabels auf. Er nannte sich u. a. Texas Slim, Johnny Williams, Birmingham Sam and his Magic Guitar, The Boogie Man, Delta John, Little Pork Chops und John Lee Booker. Der Produzent Besman stellte Hooker später für die Vertragsauflösung die Bedingung, dass Besman die Hälfte der Tantiemen bekam, indem er sich als Mitkomponist bei allen zusammen aufgenommenen Titeln eintragen ließ – ein Geschäftsgebaren, das damals in der Musikbranche üblich war.

Die zweite Session mit Hooker und dem Produzenten Besman fand am 18./19. Februar 1949 statt (Weeping Willow Boogie, Hobo Blues und Crawling King Snake). Hookers I’m in the Mood wurde am 7. August 1951 aufgenommen, stand vier Wochen lang an der Spitze und erreichte ebenfalls Millionenseller-Status. 1952 und zuletzt 1954 gab es weitere Aufnahmesessions bei United Sound, wo von den über 200 Titeln Hookers aus den frühen Jahren die musikhistorisch wichtigsten entstanden.

Mit seiner Mischung aus Gesang und Sprache und den ansteckenden Beats traf er den Geschmack der schwarzen Plattenkäufer dieser Zeit. Hinzu kam seine elektrisch verstärkte Gitarre, mit der er einen neuartigen und richtungsweisenden Sound schuf. Ebenfalls neu waren seine Instrumentalstücke, die er, nur vom Klacken der Kronkorken unter seinen Schuhsohlen begleitet, auf seiner Gitarre spielte. Hooker spielte in dieser Zeit meistens solo. Ab und zu wurde er von Musikern wie Eddie Burns, Boogie Woogie Red oder Eddie Kirkland begleitet.

In den kommenden Jahren wuchs durch zahlreiche Plattenaufnahmen und Tourneen seine Popularität. Anfang der 1950er Jahre folgte allerdings ein Karriereknick. Durch Musiker wie beispielsweise B.B. King, die über eine ausgefeiltere Spieltechnik verfügten, wurde er in den Hintergrund gedrängt. Mitte der 1950er Jahre feierte Hooker ein Comeback. Mit Jimmy Reed (Mundharmonika), Eddie Taylor (Gitarre), George Washington (Bass) und Tom Whitehead (Schlagzeug) verfügte er über eine starke Begleitband.

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