An diesem Tag

John Hancock

Amerikanischer Kaufmann und Politiker

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John Hancock (* 12. Januarjul. / 23. Januar 1737greg. in Braintree, Province of Massachusetts Bay; † 8. Oktober 1793 in Quincy, Massachusetts) war ein britisch-amerikanischer Kaufmann und einer der politischen Führer der Dreizehn Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen das britische Mutterland. Er war der dritte Präsident des Kontinentalkongresses und erster Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung.

John Hancock war der Sohn des Pastors John Hancock († 1744) und dessen Frau Mary Hawke. Er entstammte einer wohlhabenden Bostoner Kaufmannsfamilie, die ihm ein Studium mit einem Fokus auf Klassische Altertumswissenschaft an der Harvard University und 1760 eine einjährige Bildungsreise nach England ermöglichte. Nach seinem Abschluss 1754 arbeitete er einige Jahre lang im Handelshaus seines Onkels Thomas Hancock, bevor er es nach dessen Tod 1764 erbte. 1762 wurde er auf einer Geschäftsreise in Québec in der Marchants Lodge No. 277 als Freimaurer aufgenommen.

Wie viele seiner Zeitgenossen stand er den Versuchen des britischen Parlaments, den Staatshaushalt durch neue Steuern in den 13 Kolonien aufzubessern, kritisch gegenüber. Abgesehen davon, dass sie seinem Geschäft schadeten, sah er sich in seinen „Rights as Englishman“, also seinen Rechten als Engländer verletzt (vgl. No taxation without representation). In seiner Rolle als Bostoner Stadtrat (1765–1774) und Abgeordneter im General Court, dem Parlament der Province of Massachusetts Bay, schloss er sich nach einigem Zögern den Patrioten an, die einen Kampf gegen die britische Krone forderten. Sein Wahlerfolg hing auch mit seinem Wohlstand zusammen: Seine vielen Schuldner sahen sich nämlich meist genötigt, für ihn abzustimmen. In die Kontroverse mit der britischen Regierung war Hancock bald persönlich involviert: Als britische Zollbeamten sein Slup, die Liberty, unter dem Vorwurf des Schmuggel beschlagnahmten, löste dies in Massachusetts Krawalle aus (vgl. Liberty Affair). Dass Hancock tatsächlich schuldig war, wurde von der antibritischen Presse ignoriert. Er war Mitglied der Sons of Liberty und gehörte 1773 zu den Organisatoren der Boston Tea Party.

Die Versuche der britischen Regierung, den Widerstand in Boston mit den so genannten Intolerable Acts (zu Deutsch etwa: „unerträgliche Gesetze“) zu brechen, verschärfte die Krise nur und führte dazu, dass der General Court sich 1774 als Provincial Congress zu einem Revolutionsparlament mit Hancock als Präsident umbildete. Im Dezember desselben Jahres wurde er zum Delegierten von Massachusetts zum Zweiten Kontinentalkongress gewählt. Der Versuch der Briten, ihn und Samuel Adams als Aufrührer festzunehmen, scheiterte an ihrer Flucht und führte zu den Gefechten von Lexington und Concord. Diese markierten den Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

In Philadelphia, dem Tagungsort des Kongresses, angekommen, wurde Hancock am 24. Mai 1775 zum Präsident des Kontinentalkongresses gewählt. In diesem Amt hatte er besonders im Vergleich zum modernen Präsidenten der Vereinigten Staaten nur wenig Macht und Einfluss und ähnelte eher einem einfachen Vorsitzenden als einem alleinigen Staatsoberhaupt. Als erster Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung ging er dennoch in die amerikanische Geschichte ein. Die markante und mit 13 cm – im Vergleich zu allen anderen Unterzeichnern – extrem große Signatur auf dem Dokument hat den Namen John Hancock im amerikanischen Englisch zum Synonym für Unterschrift werden lassen – analog zum deutschen Friedrich Wilhelm. Seine als pompös geltende Amtsführung führte vor allem unter Neuengländern, die ein solches Gebaren mit ihrer republikanischen Gesinnung nicht in Einklang bringen konnten, zu Unmut. Als er im Oktober 1777 das Abgeordneten- und Präsidentenamt aus Gesundheitsgründen niederlegte, weigerte sich die Delegation von Massachusetts, ihm ihren Dank auszusprechen. Er sollte noch im Sommer 1778 kurze Zeit als Delegierter im Kontinentalkongress dienen. Später diente er als Major General der Miliz von Massachusetts.

Hancock wurde 1780 zum ersten Gouverneur von Massachusetts unter der neuen, revolutionären Verfassung gewählt. Im Amt war Hancock darauf bedacht, zu kontroversen Themen keine Stellung zu beziehen und sich als Moderater zu zeigen. Unter dem einfachen Volk machte er sich durch Spenden an Bedürftige beliebt. Er wurde mehrfach wiedergewählt, trat allerdings 1785 überraschend zurück – offiziell aus Gesundheitsgründen. Der eigentliche Grund waren vermutlich eher die desolate Lage der Staatskassen, die nach seinem Rücktritt erst zu einer Steuererhöhung und dann zu einem Aufstand in den ländlichen Gebieten von Massachusetts führten. Bei der darauffolgenden Wahl besiegte er seinen politischen Rivalen und Nachfolger James Bowdoin eindeutig und kehrte 1787 in sein Amt zurück. In der Zwischenzeit war er erneut zum Präsidenten des Kontinentalkongresses gewählt worden, führte das Amt allerdings aus Gesundheitsgründen nicht aus. Während der Debatte um die Ratifizierung einer neuen Bundesverfassung bezog Hancock nach einigem Zögern und mit einigen Einschränkungen Stellung für die Föderalisten, also für die Unterstützer einer neuen Verfassung. Seine Stimme war entscheidend dafür, die Verfassung in Massachusetts zu ratifizieren.

Am 24. August 1775 heiratete er Dorothy Quincy, mit der er zwei Kinder haben würde, die beide vor Erreichen des zehnten Lebensjahrs verstarben. 1780 gehörte er zu den ersten Mitgliedern der American Academy of Arts and Sciences.

Er starb während seiner zweiten Amtszeit und wurde auf dem Granary Burying Ground in Boston beigesetzt.

Nach John Hancock sind zahlreiche Straßen und Gebäude in den USA benannt, darunter das John Hancock Center in Chicago sowie der John Hancock Tower in Boston. Die US-Marine benannte bereits mehrere Schiffe nach ihm u. a. die Hancock, einen Flugzeugträger der Essex-Klasse, und den Zerstörer der Spruance-Klasse Hancock, der als Besonderheit die Unterschrift Hancocks am Heck trug. Auch ein Versicherungsunternehmen hat sich nach ihm benannt.

Harlow Giles Unger: John Hancock: Merchant King and American Patriot. John Wiley & Sons, New York 1980, ISBN 978-0-471-07763-3.

Brooke Barbier: King Hancock: The Radical Influence of a Moderate Founding Father. Harvard University Press, Cambridge 2023, ISBN 978-0-674-27177-7.

William M. Fowler: Hancock, John. In: American National Biography. Oxford University Press; abgerufen am 4. August 2026 (englisch, Zugriff beschränkt).

John Hancock im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)

John Hancock in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Gleiche Kenner im Quelltext und in Wikidata

John Hancock in der National Governors Association (englisch)

Biografie (Memento vom 29. Januar 2013 im Webarchiv archive.today), Massachusetts Hall (englisch)

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