John Richard Deacon (* 19. August 1951 in Oadby, Leicestershire) ist ein britischer Musiker. Er wurde als Bassist der britischen Rockband Queen bekannt, für die er auch Songs wie Another One Bites the Dust, I Want to Break Free, Friends Will Be Friends und Spread Your Wings schrieb. Er ist seit 1997 nicht mehr bei Konzerten aufgetreten.
John Deacon wuchs in Oadby, einem Vorort von Leicester in der britischen Grafschaft Leicestershire auf. Sein Vater Arthur Henry Deacon arbeitete bei der Versicherung Norwich Union. Er nahm ihn oft zum Angeln und zum Train-Spotting mit. Mit sieben Jahren bekam John eine rote Tommy-Steel-Special-Plastikgitarre geschenkt. Als Deacon elf Jahre alt war, starb sein Vater unerwartet, wodurch die Mutter, Lilian Molly Deacon, allein für den Lebensunterhalt sorgen musste.
Mit fünfzehn gründete John seine erste Band The Opposition, wo er Rhythmusgitarre spielte. Vor allem die Beatles inspirierten ihn. Als er wegen mangelnder Fähigkeiten entlassen werden sollte, wechselte Deacon zum E-Bass. Nebenher archivierte er sämtliche Zeitungsartikel über die Band. Nach vier Jahren spielte Deacon im August 1969 sein letztes Konzert mit der Band, die sich inzwischen in The Art umbenannt hatte. Er verließ die Gruppe, weil er am Chelsea College of Science and Technology, einem heute nicht mehr existierenden Teil der University of London, aufgenommen worden war und dort Elektrotechnik studierte.
Während seiner Examenszeit gründete er im Oktober 1970 die für drei Monate aktive Band Deacon. Im Oktober 1970 sah Deacon einen Auftritt von Queen.
Nach Abschluss des Studiums hatte er eine Stelle als Teilzeitlehrer an einer Grundschule angenommen, die er auch während der ersten Zeit mit Queen behielt. Anfang 1971 lernte er Roger Taylor und Brian May kennen.
Queen suchten einen Bassisten. Nachdem er im Februar 1971 vorgespielt hatte, war die Besetzung komplett – sie blieb über zwanzig Jahre bis zum Tod von Freddie Mercury 1991 unverändert. Mit 19 Jahren war Deacon das jüngste Bandmitglied.
In einer von VOX ausgestrahlten Dokumentation zum 40-jährigen Bestehen wird er als zurückhaltend und ruhig beschrieben. Es wird erwähnt, dass er zeitweilig unter Depressionen litt und Antidepressiva einnahm. Im Booklet zu Queens Debütalbum Queen wurde er als „Deacon John“ aufgeführt, um „ihn interessanter klingen zu lassen“.
Auf dem dritten Album Sheer Heart Attack wurde die Deacon-Komposition Misfire veröffentlicht. Unter den wenigen Songs, die er schrieb, befinden sich zwei der größten Hits der Band: Another One Bites the Dust aus dem Jahr 1980, das es an die Spitze des US-amerikanischen Charts schaffte, und I Want to Break Free von 1984. Nach Mercurys Tod hatte Deacon nur noch drei Auftritte zusammen mit den verbliebenen Mitgliedern:
Am 20. April 1992 während des zu Ehren Mercurys und für den Kampf gegen AIDS veranstalteten Freddie Mercury Tribute Concert,
am 18. September 1993 zusammen mit Roger Taylor bei einem Festival im Cowdray Park, bei dem auch Genesis, Eric Clapton, Paul Young und Pink Floyd auftraten,
am 17. Januar 1997 mit Taylor, May und Elton John als Leadsänger mit dem Song The Show Must Go On anlässlich der Eröffnungsgala zum Ballett Le Presbytère n’a rien perdu de son charme, ni le jardin de son éclat von Maurice Béjart. Die Thematik dieses Stückes bezieht sich auf Aids und den frühen Tod von Mercury und Jorge Donn, dem ersten Tänzer der Compagnie. Eine Aufnahme des Auftrittes wurde auf Queens Greatest Hits III-Album veröffentlicht.
Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück, war aber noch an der frühen Vorbereitungsphase des Musicals We Will Rock You beteiligt. 2001 berichtete die britische Boulevard-Zeitung The Sun, dass er von Robbie Williams’ Interpretation des Queen-Hits We Are the Champions nicht angetan sei; Williams hatte das Stück gemeinsam mit Brian May und Roger Taylor für den Film Ritter aus Leidenschaft neu aufgenommen. Obwohl sich Deacon an den ab 2005 unter anderem unter der Bezeichnung Queen + Paul Rodgers laufenden Tourneen nicht beteiligt, toleriert er, dass Taylor und May unter dem Namen „Queen“ aktiv sind.
Er lebt im Südwesten Londons zusammen mit seiner Frau Veronica Agnes Mary Tetzlaff, die er 1975 in Kensington heiratete und mit der er fünf Söhne und eine Tochter hat. Deacons Vermögen wurde 2019 auf 130 Millionen britische Pfund geschätzt.
John Deacon ist ein bedeutender Bassist, der zusammen mit dem Schlagzeuger Roger Taylor den komplexen Songs der Band ein verlässliches rhythmisches Rückgrat verlieh. Zu seinen besonders erwähnenswerten Stücken als Bassist gehören Another One Bites the Dust und Under Pressure.
Er spielte hauptsächlich einen Fender Precision Bass und gelegentlich einen Music-Man-StingRay-Bass. Zuweilen spielte er auch andere Instrumente, zum Beispiel eine akustische Gitarre in den Songs Who Needs You und Spread Your Wings. Als Rhythmusgitarrist ist er in Staying Power (live) oder Back Chat zu hören.
In '39 und in Bring Back That Leroy Brown spielte er Kontrabass. In You’re My Best Friend spielte er E-Piano; es war der erste Song, den er an einem Keyboard geschrieben hatte. Ab 1980 spielte er bei vielen Stücken auch Synthesizer; im Video zu One Vision von 1985 sitzt er am Schlagzeug.
Deacon hat als einziges Bandmitglied nie auf einem Queen-Album gesungen. Er sagte in Interviews, dass er nicht in der Lage sei, mit den restlichen drei starken Sängern mitzuhalten; bei Konzerten steuerte er aber Backing Vocals bei.
Songs, die Deacon allein oder mit Bandmitgliedern geschrieben hat, sind folgende: