An diesem Tag

Johannes Lamparter

Österreichischer Nordischer Kombinierer

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Johannes Lamparter (* 8. November 2001 in Hall in Tirol) ist ein österreichischer Nordischer Kombinierer. Seine bisher größten Erfolge sind der Gewinn des Weltmeistertitels im Gundersen-Wettbewerb von der Großschanze 2021 sowie der Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2022/23 und Saison 2025/26.

Lamparter, der für das Nordic Team Absam startet, absolvierte bereits im Alter von sechs Jahren unter Trainer Andreas Felder seine ersten Sprünge und versuchte sich zeitgleich auch erstmals im Langlauf. Bereits im Jahr 2014 gewann er bei den österreichischen Staatsmeisterschaften als Zweiter seine erste Medaille. Seine ersten FIS-Wettkämpfe absolvierte Lamparter im Jahr 2016. In den folgenden Jahren stellte er sich regelmäßig im Alpencup der Konkurrenz. Bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2018 in Kandersteg wurde er im Teamwettbewerb gemeinsam mit Florian Dagn, Dominik Terzer und Mika Vermeulen Juniorenweltmeister. Im Einzel verpasste er über 10 Kilometer als Vierter knapp die Medaillenränge, wohingegen er im Sprint Achter wurde. Im Anschluss daran debütierte er am 10. Feber 2018 in Eisenerz im Continental Cup und erreichte auf Anhieb die Punkteränge. Dennoch trat er im restlichen Saisonverlauf nicht mehr im Continental Cup, konnte allerdings im Alpencup seine ersten Siege erringen. Auch bei den Nordischen Skispielen der OPA im Februar 2018 gewann er die sowohl im Jugend-Einzel als auch im Team gemeinsam mit Stefan Rettenegger, Fabian Hafner und Manuel Einkemmer die Goldmedaille.

Die ersten beiden Jahre im Weltcup

Im Sommer 2018 absolvierte Lamparter seine ersten Wettkämpfe im Grand Prix der Nordischen Kombination. Auch in dieser Wettkampfserie gewann er bei seinem Debüt auf Anhieb die ersten Punkte, was ihm letztlich bei allen folgenden Wettkämpfen gelang. Sein bestes Einzelresultat stellte der zehnte Platz in Planica dar. In der Grand-Prix-Gesamtwertung belegte er den 25. Platz. Am 22. Dezember 2018 startete er in der Ramsau auch erstmals im Weltcup und erzielte einen Tag später mit dem 21. Platz seine ersten Weltcuppunkte. Anfang Januar 2019 erreichte er bei seinem einzigen Continental-Cup-Wochenende der Saison in Klingenthal hinter Jens Lurås Oftebro und Leif Torbjørn Næsvold seine erste Podestplatzierung. Diese Leistung konnte er bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2019 in Lahti bestätigen, als er neben Julian Schmid der dominante Athlet wurde. Zunächst musste er sich im Sprint Schmid geschlagen geben, ehe er gemeinsam mit Florian Dagn, Max Teeling und Marc-Luis Rainer Bronze mit der Staffel gewann. Schließlich wurde er mit rund 12 Sekunden Vorsprung auf Schmid Juniorenweltmeister im Einzel. Eine Woche später lief Lamparter in Klingenthal mit einem achten Rang erstmals im Weltcup in die Top 10. Auch bei seinem ersten Teamsprint im Weltcup zeigte er sich in guter Form und belegte zusammen mit Bernhard Gruber den sechsten Platz in Lahti. Seine erste Saison auf höchstem Niveau schloss er mit Platz 36 in der Weltcup-Gesamtwertung ab. 2019 wurde er zudem in Villach österreichischer Jugendmeister. Da Lamparter als Jugendweltmeister mit einem Weltcup-Fixplatz ausgestattet war, war er fester Bestandteil des Weltcup-Teams 2019/20, stieg jedoch erst Mitte Dezember in der Ramsau ein. Von da an erreichte er konstant die Punkteränge und konnte sich im Weltcup etablieren. Lamparter galt daher als Mitfavorit bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal, wo er mit deutlichem Rückstand auf Jens Lurås Oftebro die Silbermedaille im Gundersen Einzel gewinnen konnte. Damit erhielt Lamparter auch für die folgende Weltcup-Saison ein persönliches Startrecht zugesprochen. Darüber hinaus wurde er mit der Staffel Erster, womit er bereits seine sechste Medaille bei Juniorenweltmeisterschaften gewinnen konnte. Die Weltcup-Saison schloss er auf dem 28. Platz in der Gesamtwertung ab. Seine besten Platzierungen stellten die beiden vierzehnten Ränge in Val di Fiemme und Oberstdorf dar.

Vom ersten Weltcup-Podest zum Weltmeistertitel

Da aufgrund der COVID-19-Pandemie keine internationalen Wettkämpfe im Sommer 2020 veranstaltet wurden, dienten die österreichischen Meisterschaften 2020 in Eisenerz und Bischofshofen als wichtiger Leistungsvergleich. Während er im Gundersen Einzel von der Normalschanze den siebten Platz belegte, verpasste er von der Großschanze als Vierter knapp die Medaillenränge. Bei beiden Wettkämpfen war seine Sprungleistung deutlich besser als die Laufleistung. Zum Auftakt in die Saison 2020/21 im finnischen Ruka überraschte Lamparter den Weltcup-Zirkus mit der Schanzenrekordweite von 147,5 Metern, die ihm die Führung nach dem Sprungdurchgang brachte. Beim anschließenden Langlauf über die Sprintdistanz von fünf Kilometern zeigte er eine unerwartete Resilienz und verlor erst beim letzten Anstieg die entscheidenden Meter auf Jarl Magnus Riiber, womit er schließlich Zweiter wurde. Es war seine erste Platzierung auf dem Weltcup-Podest. Auch bei den beiden folgenden Gundersen-Wettkämpfen über zehn Kilometer bestätigte Lamparter den Aufwärtstrend und belegte die Ränge sechs und vier. Damit erreichte er den dritten Platz in der Gesamtwertung der Ruka Tour. In den folgenden Wochen etablierte sich Lamparter in der Weltspitze und lief regelmäßig unter die besten Zehn. Daher reiste er als Topfavorit zu den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2021 nach Lahti, wo er mit einem Vorsprung von 50 Sekunden einen Start-Ziel-Sieg einfuhr. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf belegte er zunächst auf der Normalschanze Rang sieben und gewann dann gemeinsam mit Lukas Greiderer, Lukas Klapfer und Mario Seidl Bronze im Teambewerb. Auf der Großschanze ging er als Führender in den 10-Kilometer-Langlauf und gewann vor Jarl Magnus Riiber und Akito Watabe die Goldmedaille. Mit 19 Jahren kürte er sich damit wenige Wochen nach seinem vierten Juniorenweltmeistertitel zum zweitjüngsten Kombinations-Weltmeister der Geschichte. Zwei Tage später gewann er an der Seite von Greiderer auch im Teamsprint Gold. Beim abschließenden Weltcup-Wochenende in Klingenthal erreichte er als Dritter zum zweiten Mal das Podest, welches er tags darauf als Vierter knapp verpasste. Im Gesamtweltcup belegte er als bester Österreicher den sechsten Rang, in den Disziplinenwertungen wurde er Vierter im Sprunglauf sowie Zwölfter im Langlauf.

Gesamtweltcupführung und Olympiapremiere

Nach bestandener Matura musste Lamparter im Sommer einige Trainingseinheiten aufgrund einer Blinddarmoperation auslassen, weshalb er auch am Sommer Grand Prix nicht teilnehmen konnte. Sein Wettkampfcomeback feierte er bei den Österreichischen Meisterschaften, wo er sowohl auf der Normalschanze als auch auf der Großschanze hinter seinem Zimmerkollegen Mario Seidl Vizestaatsmeister wurde. Beim Saisonauftakt in Ruka setzte er sich im Endspurt gegen Jens Luras Oftebro durch und schaffte es wie im Vorjahr hinter Jarl Magnus Riiber auf Platz zwei. Am Folgetag wurde er beim Premierensieg des Deutschen Terence Weber Achter und verpasste das gelbe Trikot um nur zwei Punkte. Da am dritten Wettkampftag der Sprungdurchgang wegen zu starken Windes abgesagt werden musste, kam der provisorische Wertungsdurchgang zum Einsatz, den Lamparter vor Seidl und Riiber gewonnen hatte. Nach einem starken Rennen bei Minus 20 Grad musste sich Lamparter im letzten Stieg gegen Riiber geschlagen geben, stand aber mit Platz zwei erneut am Podest und belegte auch in der Gesamtwertung der Ruka Tour Rang zwei. Beim Teamwettkampf in Lillehammer ging er erstmals als Schlussläufer in der Staffel an den Start und belegte gemeinsam mit Stefan Rettenegger, Martin Fritz & Lukas Klapfer Rang vier, nachdem er sich im Zielsprint Akito Watabe knapp geschlagen geben musste. Beim Einzelwettkampf am Folgetag belegte er erneut Rang zwei hinter Riiber. Bei den Wettkämpfen im estnischen Otepää belegte er im Massenstart nach Rang fünf im Langlauf Endrang neun, während er am Sonntag mit Rang fünf nur knapp am Podest vorbeischrammte. Bei den Heimwettkämpfen in der Ramsau hatte Lamparter deutlich mit der Schanze zu kämpfen, verbesserte sich aber mit dritt- und viertschnellster Laufzeit noch auf die Ränge vier und elf. Nach dem Jahreswechsel startete Lamparter wieder mit deutlich verbesserter Sprungform in die Wettbewerbe im italienischen Val di Fiemme, wo er am Samstag den Sprungdurchgang für sich entscheiden und vor den Deutschen Vinzenz Geiger und Eric Frenzel seinen ersten Weltcupsieg feiern konnte. Damit wurde Lamparter mit 20 Jahren zum zweitjüngsten Sieger Österreichs nach Mario Stecher. Auch beim zweiten Wettkampf in Val di Fiemme stand Lamparter mit Rang zwei hinter Sieger Vinzenz Geiger erneut am Podest. Damit holte er auch im Gesamtweltcup auf den wegen Rückenproblemen pausierenden Norweger Jarl Magnus Riiber auf. Die beiden Großschanzenwettbewerbe in Klingenthal eine Woche später konnte Lamparter ebenfalls für sich entscheiden, womit er sich zum ersten Mal in seiner Karriere die Führung im Gesamtweltcup holte. Daher durfte er bei seinem Heimwettkampf in Seefeld erstmals mit dem gelben Trikot starten, welches er mit den Plätzen drei, zwei und zwei erfolgreich verteidigen konnte und seinen Vorsprung auf Riiber auf 147 Punkte ausbaute. Am Abschlusstag holte er die erste Laufbestzeit seiner Karriere und belegte in der Gesamtwertung hinter Jorgen Graabak Rang zwei, das bisher beste Ergebnis für einen Österreicher beim Seefeld Triple.

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