An diesem Tag

Johannes Dyba

Deutscher Geistlicher und Jurist, römisch-katholischer Bischof von Fulda (1983-2000), Militärbischof

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Johannes Dyba (* 15. September 1929 in Berlin; † 23. Juli 2000 in Fulda) war ein deutscher Geistlicher und Diplomat sowie römisch-katholischer Erzbischof. Nach diplomatischem Dienst für die römische Kurie, unter anderem als Nuntius, war er von 1983 bis zu seinem Tod Bischof von Fulda, ab 1990 zusätzlich Militärbischof der Bundeswehr.

Johannes Dyba wurde als drittes von vier Kindern des Lehrerehepaares Felix und Johanna Dyba, geb. Brüll, in Berlin-Wedding geboren und in der Pfarrkirche St. Georg in Berlin-Pankow getauft. Er besuchte in Berlin-Tegel die Volksschule und Oberrealschule für Jungen. 1941 wechselte er wegen der wachsenden Gefahr alliierter Luftangriffe auf Berlin an die Oberrealschule in Heiligenstadt (Eichsfeld), wo er nach verschiedenen Unterbrechungen bis zum Abitur im Jahr 1947 blieb. Nach bestandenem Abitur floh er über die Zonengrenze nach Fulda. In Bamberg studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Hier wurde er am 14. Mai 1949 bei der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Fredericia im CV als Urmitglied aufgenommen.

Schon seit seiner Gymnasialzeit engagierte sich Dyba in der Politik. Er gehörte dem Allgemeinen Studentenausschuss an und hielt im Wahlkampf 1948 Reden für die neu gegründete CSU. Im Rahmen des Demokratieförderprogramms der US-Regierung erhielt Dyba im Jahr 1949 ein Stipendium an der Duke University in Durham in den Vereinigten Staaten; 1950 wechselte er zur University of Denver.

Nach seiner Rückkehr immatrikulierte er sich an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er im Jahr 1952 das erste juristische Staatsexamen ablegte. Seinen politischen Interessen ging er dort als Mitglied des Bundesvorstandes und zeitweilig als Pressereferent des RCDS nach. Zudem war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Arminia Heidelberg im CV.

Im Sommer 1953 trat er mit dem Ziel, Priester zu werden, in das Kölner Diözesankonvikt Albertinum in Bonn ein und nahm an der Universität zu Köln seine theologischen Studien auf. Im folgenden Jahr wurde er mit einer Arbeit über den Einfluss des Krieges auf völkerrechtliche Verträge an der Universität Heidelberg zum Doktor der Rechte promoviert.

Nach Abschluss des Theologiestudiums wurde er 1957 in das Kölner Priesterseminar in Bensberg aufgenommen und empfing am 2. Februar 1959 im Kölner Dom durch Josef Kardinal Frings die Priesterweihe.

Nach einem kurzen pastoralen Einsatz in Köln-Junkersdorf wurde er Kaplan in Wuppertal-Barmen. Im September 1960 wurde er zum Dienst an der römischen Kurie freigestellt, die im Zuge des konziliaren aggiornamento internationalisiert werden sollte. Dyba nahm in Rom das Studium der Kanonistik an der Päpstlichen Lateranuniversität auf und absolvierte die Päpstliche Diplomatenakademie. Im Jahr 1962 beschloss er seine kirchenrechtlichen Studien mit der Promotion zum Doktor beider Rechte. Seine Dissertation behandelte die Frage nach den Gründen für die einseitige Aufhebung von internationalen Verträgen und Konkordaten.

Als Diplomat des Heiligen Stuhls war Dyba zunächst Attaché in der deutschsprachigen Abteilung der damaligen zweiten Sektion des Staatssekretariates und avancierte später zu deren Leiter. Am 1. Juli 1966 verlieh ihm Papst Paul VI. den Ehrentitel Überzähliger Geheimkämmerer Seiner Heiligkeit (Monsignore). Im Zuge der nachkonziliaren Kurienreform von Papst Paul VI. wurde Dyba in den Außendienst versetzt: 1967 berief man ihn an die Apostolische Nuntiatur in Buenos Aires, ein Jahr später wechselte er als Botschaftssekretär nach Den Haag. 1968 wurde er offizielles Mitglied im Rat der römischen Kurie für Außenbeziehungen. Im Sommer 1972 wurde er als uditore an die Nuntiatur nach Kinshasa versetzt, wo er in einer kirchenpolitisch schwierigen Lage nach der Abberufung des Nuntius interimistischer Geschäftsträger wurde. 1974 erfolgte eine Versetzung als Nuntiaturrat nach Kairo. Am 29. Januar 1976 verlieh ihm Paul VI. den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit.

Nach zehnjährigem diplomatischem Außendienst wurde Dyba im Jahr 1977 nach Rom zurückberufen und zum Vizesekretär der Päpstlichen Kommission Iustitia et pax bestellt. Am 25. August 1979 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Pronuntius in Liberia und Gambia sowie zum Apostolischen Delegaten für Guinea und Sierra Leone. Gleichzeitig wurde er zum Titularerzbischof von Neapolis in Proconsulari bestimmt, und am 13. Oktober 1979 empfing er durch Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli im Kölner Dom die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Joseph Kardinal Höffner und Duraisamy Simon Kardinal Lourdusamy (Indien). Sein Amtssitz wurde Monrovia in Liberia.

In Liberia setzte sich Johannes Dyba unter anderem für den Bau von Krankenstationen für Lepra-Patienten ein. Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland wurde so die Leprastation in Ganta erheblich aufgewertet. In Liberia wurde er von Terroristen überfallen und musste schwer verwundet in ein Krankenhaus gebracht werden.

1983 wurde Dyba nach dem Rücktritt des Fuldaer Bischofs Eduard Schick vom dortigen Domkapitel zu dessen Nachfolger gewählt. Am 4. Juni 1983 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. unter Beibehaltung des persönlichen Titels eines Erzbischofs zum Bischof von Fulda. Am 4. September wurde er in sein Amt eingeführt. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz leitete Dyba von 1983 bis 1989 die Arbeitsgruppe für das neue Kirchenrecht und gehörte der Kommission Weltkirche an.

Am 30. November 1990 wurde er zusätzlich mit dem Amt des Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr betraut. In dieser Eigenschaft war er von 1991 bis 1999 Mitglied des Zentralbüros für die Militärordinariate in Rom. Ferner war er ab 1993 Mitglied in der römischen Kongregation für die Bischöfe. 1994 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Anlässlich seiner letzten großen Predigt zum Bonifatiusfest am 4. Juni 2000 in Fulda äußerte Dyba seinen wohl bekanntesten Ausspruch:

Dyba erlag am 23. Juli 2000 im Schlaf einem plötzlichen Herztod und wurde in der Johanneskapelle des Doms zu Fulda beigesetzt.

Im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Fulda wurde Dyba vorgeworfen, dass er in seiner Amtszeit als Bischof von Fulda nicht genügend Verantwortung für die Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen übernommen hat. Die Verantwortung hatte er an den Fuldaer Weihbischof Johannes Kapp delegiert, der von 1977 bis 2003 die gesamte Personalverantwortung trug und Personalchef des Bistums war. Dybas Nachfolger Michael Gerber kritisierte dessen Verhalten im Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen: Als Bischof trage man immer die Letztverantwortung.

Dyba war ein leidenschaftlicher Ansichtskartensammler. Seine umfangreiche Sammlung lithografischer deutscher Ansichtskarten erbrachte nach seinem Tod bei mehreren Auktionen in den Jahren von 2001 bis 2005 über 500.000 €.

Johannes Dyba starb am 23. Juli 2000 mit 70 Jahren in Fulda.

Der gevierte Wappenschild zeigt in Feld 1 und 4 je in Silber ein schwarzes Balkenkreuz, das Wappen des Bistums Fulda (Fürstabtei Fulda), in Feld 2 in Rot drei, zwei zu eins gestellte, goldene Kronen, in Feld 3 in Gold einen schwarzen rotbewehrten Bär.

Das Wappen nimmt Bezug auf die Herkunft des Bischofs, Dyba selbst nannte die Wappenfiguren „Symbole für meine irdische Heimat“. Der Berliner Bär steht für den Vater, einen Berliner, und den Geburtsort des Bischofs. Die „Kölner Dreikönigskronen“ stehen für die rheinische Herkunft der Mutter und den Ort seiner Priesterweihe.

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