An diesem Tag

Johannes Dängeli

Schweizer Lehrer und Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Zürich.

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Johannes Dängeli (* 20. März 1811 in Guggisberg; † 6. November 1862 in Oberstrass) war ein Schweizer Lehrer und Direktor der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Zürich.

Johannes Dängeli wurde als Sohn armer Eltern geboren. Sein Vater, Christian Dängeli, und seine Mutter Barbara (geb. Rothen) bewirtschafteten ein bescheidenes, ziemlich verschuldetes Anwesen. Johannes hatte einen Bruder, der später das Zimmerhandwerk erlernte und den elterlichen Hof übernahm. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen, und die Schulbildung, die Johannes erhielt, war äusserst dürftig, wie es für Kinder aus armen Bauernfamilien jener Zeit typisch war.

Ein naher Verwandter war der Lehrer Christian Dängeli (1806–1877).

In Hofwil gründete Dängeli einen eigenen Hausstand, indem er sich im Frühling 1837 mit Anna Maria, († 1867), der Tochter des Landwirts Johann Gygax, verheiratete, die er bereits während seiner Zeit in Schwarzhäusern kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Seine Witwe Anna Maria starb am 23. September 1867 als Opfer der damals in Zürich herrschenden Cholera.

Frühe Jahre und der Weg zum Lehrerberuf

Die Wende in Dängelis Leben kam durch die Aufmerksamkeit des damaligen Pfarrers Rudolf Bernhard Baumgartner (1791–1847) von Guggisberg. Baumgartner erkannte während der Unterweisung seiner Konfirmanden die aussergewöhnlichen Gaben und den natürlichen Verstand des Jungen und bewog ihn, den Lehrerberuf zu ergreifen. Baumgartner erteilte Dängeli die erste Anleitung zur Lehrertätigkeit, eine Unterstützung, die umso notwendiger war, als dessen schulische Vorbildung mangelhaft ausgefallen war.

Bereits im Jahr 1826, im Alter von nur fünfzehn Jahren, verschaffte ihm Pfarrer Baumgartner seine erste Anstellung als Schulmeister im Dorf Plötsch hinter Guggisberg. Der noch sehr jugendliche Pädagoge stand dieser Schule etwa zwei bis drei Jahre vor.

Parallel zu seiner Lehrtätigkeit bemühte sich Dängeli intensiv um seine eigene Weiterbildung. Während eines Sommers nahm er an einem dreimonatigen regulären Kurs unter Oberlehrer Abraham Balmer (1796–1866) in Laupen teil, der hierfür von der Regierung unterstützt wurde. Diese Kurse dienten der systematischen Ausbildung von Volksschullehrern und waren ein wichtiger Bestandteil der damaligen Bildungsreform im Kanton Bern.

Infolge dieser Fortbildungskurse war Dängeli nunmehr imstande, die Patentprüfung vor dem Kirchenrat des Kantons Bern zu absolvieren. Mit diesem offiziellen Lehrerpatent ausgestattet, übernahm er zu Anfang der 1830er Jahre die gemischte Schule in Schwarzhäusern bei Aarwangen, wo er bis 1833 blieb. In Schwarzhäusern besuchte er häufig seinen Kollegen Jakob Schürch (1809–1881), den späteren Schulinspektor und damaligen Oberlehrer in Aarwangen.

Im Sommer 1833 sollte sich Dängelis Lebensweg entscheidend wenden. Er nahm an einem Fortbildungskurs für Schullehrer teil, der unter der Leitung von Pfarrer Jakob Heer in Matt, in Hofwil unter dem Dach von Philipp Emanuel von Fellenberg abgehalten wurde. Fellenberg lud ihn ein, als Lehrer an seinen pädagogischen Einrichtungen zu wirken, und auf dessen Entgegenkommen hin entschloss sich Dängeli, unverzüglich nach Hofwil überzusiedeln.

Dängeli wirkte in Hofwil vom Herbst 1833 bis 1848 und durchlief dabei verschiedene Stellungen in den unterschiedlichen Zweigen der Fellenbergschen Anstalten. Zunächst unterrichtete er an der Realschule und der sogenannten Armenschule unter der Leitung von Johann Jacob Wehrli Deutsch, Geschichte und Naturwissenschaften. In der Realschule und der Wehrlischule fungierte er als Stellvertreter des Direktors, und nach Wehrlis Weggang lag faktisch die Direktion in seinen Händen.

Nach Fellenbergs Tod im Jahr 1843, der für die Anstalten eine schwere Zäsur markierte, und der anschliessenden Auflösung der Realschule wechselte Dängeli an das höhere Knabeninstitut unter Wilhelm Bernhard Mönnich, der 1845 nach Hofwil zurückgerufen worden war. Gleichzeitig erteilte er Unterricht an der landwirtschaftlichen Schule auf der Rütti unter Fellenbergs Sohn Wilhelm Tell von Fellenberg, die jedoch bald wieder aufgelöst wurde. Im Jahr 1848 übernahm er schliesslich – als letztes Vermächtnis der einstigen Reformpädagogik Hofwils – erneut die Leitung einer Armenschule gemeinsam mit einem Hilfslehrer, die jedoch kurz nach seinem Weggang ebenfalls geschlossen wurde.

Später wandte er sich dem Gebiet der Naturkunde zu. Begünstigt durch die Lage Hofwils, durchstreifte er Wald und Flur, um Pflanzen zu sammeln und Herbarien anzulegen; als erstem Lehrer – zumindest in den unteren Klassen – gelang es ihm, seine Schüler nachhaltig für die Botanik zu faszinieren und dieses lang vernachlässigte Fach neu zu beleben. Ebenso gründlich durchforschte er die Gebiete der Physik, Mineralogie und Chemie. In steter Beschäftigung mit Lötrohr, Retorte und chemischen Reagenzien setzte er alles daran, seinen Unterricht durch anschauliche Experimente lebendig zu gestalten. Gleichsam in Vorahnung seines späteren Wirkungskreises verknüpfte er Chemie und Naturkunde mit der Landwirtschaft. Das Profil der Hofwiler Anstalten bot ihm dafür das ideale Umfeld, um diese Disziplinen praktisch nutzbar zu machen.

Unterstützung bei diesen Bestrebungen fand er im Berner Apotheker Christian Müller. Ihn suchte er regelmässig auf, um sich insbesondere in der Analytischen Chemie fortzubilden und dort einen vollständigen Lehrgang zu absolvieren.

Als die Hofwiler Anstalten später unverschuldet infolge unglücklicher Umstände aufgelöst wurden, traf dies Dängeli hart. Nach der Auflösung aller Anstaltszweige in Hofwil kam Dängeli im Herbst 1848 durch Vermittlung eines Freundes und ehemaligen Schülers als Sekundarlehrer nach Aarberg. Dort wirkte er von 1848 bis 1853.

In Aarberg unterrichtete ebenfalls sein späterer Freund Jakob Egger, der auch seinen Nachruf in der Sammlung bernischer Biographien verfasste.

Durch stetige Weiterbildung erweiterte er sein pädagogisches und fachliches Wissen. Neben der Bewirtschaftung eines kleinen Hofes für den Eigenbedarf seiner Familie fand er durch Lektüre und den engen Kontakt zu fortschrittlichen Landwirten seine wahre Berufung. Die Lehrkräfte aus Aarberg und Umgebung erinnerten sich noch lange daran, wie Dängeli ihnen an den freien Winterabenden Chemie unterrichtet und bis Mitternacht experimentiert hatte.

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