An diesem Tag

Johannes Altwegg

Schweizer Jurist und Politiker

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Johannes Altwegg (* 21. November 1847 in Herrenhof; † 17. November 1888 in Frauenfeld; heimatberechtigt in Herrenhof) war ein Schweizer Jurist und Politiker.

Johannes Altwegg entstammte einer wohlhabenden Bauernfamilie. Sein Vater Johann Jakob Altwegg war ein vermögender Landwirt und fungierte als Gemeindeammann.

1876 heiratete Altwegg Ida († 31. Januar 1900 in Frauenfeld), Tochter des Fabrikanten Johannes Schoop; gemeinsam hatten sie drei Kinder. Ihr Sohn Paul Altwegg (* 9. März 1884 in Frauenfeld; † 3. Juli 1952 ebenda) wurde Jurist und Politiker.

Einige Jahre vor seinem Tod bezog er in Frauenfeld die Villa «Friedau».

Für wohltätige und gemeinnützige Zwecke vermachte er 5000 Schweizer Franken.

Altwegg wuchs in Herrenhof auf, wo er die Primarschule besuchte. Seine weitere schulische Ausbildung absolvierte er an der Sekundarschule in Altnau und an der thurgauischen Kantonsschule Frauenfeld.

Er absolvierte zwischen 1868 und 1871 ein Rechtsstudium an verschiedenen Universitäten. Sein Ausbildungsgang führte ihn durch die Schweiz und darüber hinaus: Er studierte an der Universität Zürich, an der Universität Genf, beim Rektor Wilhelm von Giesebrecht an der Universität München sowie an der Universität Paris und an der Universität Heidelberg.

Nach Abschluss seines Studiums liess sich Altwegg als Rechtsanwalt in Herrenhof nieder. Seine fachliche Kompetenz und sein juristisches Können führten 1874 zu seiner Ernennung zum Oberrichter am thurgauischen Obergericht in Frauenfeld, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1888 innehatte; ab Mai 1880 war er, als Nachfolger des verstorbenen Johann Messmer, Präsident des Obergerichts. Nach seinem Tod folgte ihm Karl Alfred Fehr.

Altwegg war ab 1872 für den Wahlkreis Altnau Mitglied des Grossen Rats und behielt diesen Sitz bis 1888. Schon im Frühjahr 1873 wurde er Sekretär dieser Behörde, dieses Amt bekleidete er drei Jahre; später, nämlich in den Jahren 1878 und 1879, 1882 und 1883 und 1885 und 1886, wurde er zum Vizepräsidenten beziehungsweise Präsidenten dieser Behörde ernannt. Er prägte die kantonale Gesetzgebung mit und setzte sich aktiv für die Annahme des Entwurfs einer neuen Bundesverfassung ein.

1879 kandidierte er für die Regierungsratswahlen, unterlag jedoch seinem befreundeten Mitbewerber Adolf Deucher.

Vom 29. November 1880 bis zum 17. November 1888 vertrat Altwegg, als Nachfolger des verstorbenen Paul Nagel (1831–1880), den Kanton Thurgau im Ständerat. In diesem Gremium erwarb er sich den Ruf eines gewissenhaften Formaljuristen. Auf Bundesebene galt er als Experte für schwierige juristische Fragestellungen und war massgeblich an der Ausarbeitung verschiedener Bundesgesetze beteiligt. Er positionierte sich als Freisinniger mit radikal-demokratischer Ausrichtung, stimmte in der Bundesversammlung jedoch häufig mit gemässigteren Kräften der Mitte.

Er setzte im Ständerat durch, dass eine Gehaltszulage für den Schweizer Gesandten in Washington als formaler Gesetzesvorschlag behandelt und somit dem Referendum unterstellt wurde, anstatt sie auf einfachem Verordnungsweg zu beschliessen. Ausserdem stand er damals dem neuen Betreibungs- und Konkursgesetz ablehnend gegenüber. Er kritisierte insbesondere die systemische Unterscheidung zwischen der Betreibung auf Konkurs (für im Handelsregister eingetragene Personen) und der Betreibung auf Pfändung.

1883 übernahm Altwegg die Präsidentschaft der Kommission zum Schutz des literarischen und künstlerischen Eigentums (Urheberrecht). 1880 engagierte er sich als Mitglied des thurgauischen Komitees gegen eine erneute Bundesreform, was seine konservativere Haltung in Verfassungsfragen unterstreicht.

Altwegg war wirtschaftspolitisch aktiv und bekleidete mehrere Verwaltungsratsposten. Von 1878 bis 1888 gehörte er dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Nordostbahn an, während er von 1880 bis 1883 als Verwaltungsrat die Thurgauische Hypothekenbank unterstützte.

Gesellschaftliches und kirchliches Wirken

Ab 1874 lebte Altwegg in Frauenfeld, wo er sich auch lokalpolitisch engagierte. Als Schulpräsident setzte er sich über mehrere Jahre für das lokale Schulwesen ein.

Er war reformierter Konfession und engagierte sich im kirchlichen Leben. Ab Februar 1880 gehörte er dem Kirchenrat an und war von Dezember 1881 bis zu seinem Tod Mitglied der evangelischen Synode, in der er mehrmals den Vorsitz führte.

Johannes Altwegg war Mitglied der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft.

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