An diesem Tag

Johann Strauss (Sohn)

Österreichisch-deutscher Kapellmeister und Komponist (1825–1899)

Anúncio

Johann Baptist Strauss (* 25. Oktober 1825 in St. Ulrich bei Wien, heute ein Teil von Wien-Neubau; † 3. Juni 1899 in Wien) war ein österreichisch-deutscher Kapellmeister und Komponist und wurde als „Walzerkönig“ international geschätzt. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wird er auch als Johann Strauss (Sohn) bezeichnet.

Die Familie stammte im Wesentlichen aus dem Raum Wien und Niederösterreich.

Der Name Strauss ist in Nachschlagewerken häufig mit ß zu finden. Die Familie Strauss, ebenso wie Johann Strauss selbst, schrieb den Namen in der Schreibweise „Strauſs“ mit langem und rundem s (die Unterschrift rechts ist – am h erkennbar – in lateinischer Schreibschrift, weshalb das ſ einem Kurrent-h ähnelt). Die Schreibweise „Strauss“ wird deshalb inzwischen bevorzugt.

Seine Familie nannte ihn Schani (österreichische Koseform für Johann, abgeleitet von französisch Jean), um ihn vom Vater zu unterscheiden. Dieser Spitzname wurde auch unter Musikfreunden für den Komponisten üblich.

Sein Vater Johann Strauss sah für „Johann II.“ ursprünglich eine Laufbahn als Beamter vor, doch seine bald allein erziehende Mutter Anna, geborene Streim (1801–1870), die alles daran setzte, mit der Unterstützung ihres Sohnes Rache für die Untreue ihres Gatten zu nehmen, ermöglichte Johann junior eine Musikausbildung, u. a. bei Joseph Drechsler.

Bereits mit sechs Jahren hatte Johann junior seinen ersten Walzer komponiert; Violinunterricht hatte er heimlich genommen.

Da der Vater mit der Familie gebrochen hatte, musste Johann junior als Ältester für die Ernährung der Familie sorgen und er begann, Konzerte zu geben. Schon sein erster Auftritt im Casino Dommayer am 15. Oktober 1844 im Wiener Vorort Hietzing, einem in der ganzen Region bekannten Vergnügungslokal, wurde ein Riesenerfolg. Tourneen führten ihn mit seinem eigenen Orchester (was die Rivalität zum Vater verstärkte) zunächst durch die Monarchie. Nach dem Tod seines Vaters, 1849, übernahm er dessen Orchester und vereinigte es mit seinem. In den Jahren 1856 bis 1865 reiste er jeden Sommer auf Einladung der russischen Eisenbahngesellschaft nach Pawlowsk bei St. Petersburg. Dort gab er nicht nur Gastspiele. Es entstanden auch viele neue Werke, die er dann in sein Repertoire aufnahm. Außerdem hatte Strauss eine Liebesaffäre mit der russischen Komponistin Olga Smirnitskaja. Weitere Tourneen führten ihn durch Europa und nach Nordamerika.

Da er für die Revolutionäre des Jahres 1848 einige Werke komponiert hatte – z. B. den Freiheitslieder-Walzer und den Revolutions-Marsch – und damit Sympathie für die Aufstandsbewegung zeigte, zog er die Aufmerksamkeit der Zensurbehörden auf sich und fiel bei Hof trotz seiner Popularität in Ungnade. So wurde er deshalb von Kaiser Franz Joseph I. erst 1863 zum „k.k. Hofball-Musikdirektor“ ernannt.

Er leitete nun bis 1871 alle Hofbälle. In dieser Zeit komponierte Strauss nur Tanzmusik, was seinen Ruf, wie auch sein Vater schon so bezeichnet wurde, als (zweiter) „Walzerkönig“ begründete. 1866/1867 komponierte er in seiner damaligen Wohnung, 2., Praterstraße 54, den später weltbekannt gewordenen Donauwalzer (An der schönen blauen Donau), der heute als inoffizielle Hymne Wiens und Österreichs gilt. 1871 wurde sein Ansuchen um Enthebung vom Posten des Hofball-Musikdirektors genehmigt; gleichzeitig wurde ihm der Franz-Joseph-Orden verliehen. Nachfolger wurde sein Bruder Eduard Strauß.

Johann Strauss’ Bruder Josef Strauss nahm ab 1853 an der Leitung des Straussorchesters teil, und ab 1861 gesellte sich der damals 25-jährige Eduard Strauß offiziell als weiterer Dirigent zu der Kapelle, die er bis 1870 gemeinsam mit seinem Bruder Josef leitete.

Jacques Offenbach, mit dem er 1864 zusammengetroffen war, hatte Strauss zur Komposition von Operetten angeregt, die Strauss selbst immer als „komische Oper“ bezeichnete. Am 10. Februar 1871 hatte dann seine erste Operette, Indigo und die 40 Räuber, im Theater an der Wien Premiere. Ebenfalls an diesem Theater fand am 5. April 1874 die Uraufführung seiner erfolgreichsten und der wahrscheinlich bekanntesten Operette überhaupt statt, Die Fledermaus. Dieses Werk wurde 1894 in das Repertoire der k.k. Hofoper (heute Wiener Staatsoper) aufgenommen und ist die einzige Operette, die dort bis heute gespielt wird. Es folgten eine Reihe weiterer Operettenpremieren, darunter Der lustige Krieg und Eine Nacht in Venedig. Strauss wurde zu einer zentralen Figur der „Goldenen Ära der Wiener Operette“.

1876 erhielt Strauss die Baugenehmigung für ein Wohnhaus im Bezirk Wieden, Igelgasse 4/6, das Strauss im Haus 4 für sich und seine Familie selbst nutzte. Dieses sogenannte „Strauss-Palais“ wurde 1878 fertiggestellt. Es lag nahe dem Palais Erzherzog Rainer und der Wiedner Hauptstraße, durch die man direkt in die Altstadt gelangte. 1944 wurde es bei Luftangriffen durch Bomben zerstört.

Von Juli 1880 bis 1893/94 gehörte ihm außerdem eine Villa in Schönau an der Triesting, die 1864 für den Industriellen Paul Pacher von Theinburg erbaut worden war. Strauss nutzte sie vornehmlich während der Sommermonate. In dieser Villa entstanden die Operetten Eine Nacht in Venedig und Der Zigeunerbaron, Teile der Oper Ritter Pásmán sowie Tanzkompositionen, u. a. Rosen aus dem Süden und der Kuss-Walzer.

Anlässlich seines 40-Jahre-Jubiläums als Künstler, das er wieder beim „Dommayer“ feierte, wurde ihm von der Stadt Wien 1884 das Wiener Bürgerrecht verliehen. Mit der Aufgabe der österreichischen Staatsbürgerschaft durch ihn erlosch dieses allerdings bereits 1886 wieder.

1885 war Premiere des Zigeunerbarons mit Alexander Girardi in der Hauptrolle, darauf folgten einige heute weniger bekannte Operetten. Seine letzte Operette, Die Göttin der Vernunft, vollendete er nur, weil er sich vertraglich u. a. gegenüber Alexandrine von Schönerer zu der Komposition verpflichtet hatte. Da er das Libretto von Alfred Maria Willner ablehnte, distanzierte er sich vom Werk und erschien nicht einmal zur Premiere am 13. März 1897, die wiederum im Theater an der Wien stattfand.

Strauss war insgesamt drei Mal verheiratet. Alle drei Ehen blieben kinderlos.

Seine erste Ehefrau war Henriette, geborene Chalupetzky, geb. 1818, als Sängerin bekannt unter dem Namen Jetty Treffz (dem Mädchennamen ihrer Mutter). Das Paar heiratete am 27. August 1862 im Wiener Stephansdom und bezog noch im gleichen Jahr in Hietzing, Hetzendorfer Straße 18 (seit 1894 Maxingstraße), ein Sommerquartier und kaufte 1870 das bis 1878 als ständigen Wohnsitz. Er komponierte dort im Sommer 1873 den Großteil seiner Operette Die Fledermaus. In der Wintersaison wohnte das Paar bis 1870 meist im 1. oder 2. Bezirk, von 1866 an an der Adresse 2., Praterstraße 54 (heute Johann-Strauss-Wohnung des Wien Museums).

Jetty starb 1878 in dem Haus in Hietzing. Im selben Jahr wurde das „Strauss-Palais“ an der Igelgasse im 4. Bezirk fertiggestellt.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Johann Strauss (Sohn) | World in Stories