Johann Jakob Häberlin (* 11. Mai 1817 in Berg; † 18. Juli 1887 ebenda; heimatberechtigt in Berg, Andhausen und Mauren) war ein Schweizer Jurist und Politiker.
Als Sohn des Landwirts, Kreisamtmanns und Kantonsrats Hans Jakob Häberlin wuchs Johann Jakob Häberlin in einem politisch geprägten Umfeld auf.
Im Jahr 1842 heiratete Häberlin Esther, die Tochter des Landwirts Jakob Altwegg.
Von 1850 bis 1884 übte Häberlin, trotz fehlender höher Schulbildung, das Amt eines Notars im Kreis Berg aus. Parallel dazu amtierte er zwischen 1850 und 1863 als Steuerkommissär des Bezirks Kreuzlingen.
Seine juristische Kompetenz führte ihn in weitere Positionen: Von 1856 bis 1859 wirkte er als Bezirksrichter in Weinfelden, bevor er 1858 zum Oberrichter berufen wurde, ein Amt, das er bis 1886 ausübte.
Häberlins politisches Engagement erstreckte sich über nahezu fünf Jahrzehnte. Von 1842 bis 1869 sowie erneut von 1872 bis 1887 gehörte er dem Thurgauer Kantonsrat an und war damit über insgesamt 43 Jahre in der kantonalen Legislative vertreten; 1884 gehörte er der Gesetzgebungskommission an. Seine Expertise war besonders bei Verfassungsfragen gefragt: 1849 wirkte er erstmals als Verfassungsrat mit, und zwanzig Jahre später, 1868 bis 1869, war er erneut Mitglied des Verfassungsrats und gehörte zudem der vorberatenden Kommission an.
Im Jahr 1869 wurde Häberlin als Kandidat für den Regierungsrat vorgeschlagen, konnte sich bei der Wahl jedoch nicht durchsetzen. Noch im selben Jahr, am 6. Dezember 1869, begann seine Zeit als Nationalrat, wo er der politischen Linken angehörte. Diese Tätigkeit auf eidgenössischer Ebene währte nur bis zum 1. Dezember 1872; er legte sein Mandat nieder, da die Aufgaben im Nationalrat nicht seinen persönlichen Neigungen entsprachen.
Neben seinen juristischen und politischen Hauptämtern engagierte sich Häberlin in verschiedenen weiteren Gremien und Kommissionen. Von 1864 bis 1865 war er Mitglied der Seminaraufsichtskommission und trug damit zur Überwachung der Lehrerbildung bei. Seine längste Kommissionstätigkeit übte er von 1866 bis 1886 in der Thurkorrektionskommission aus, wo er an der wichtigen wasserbaulichen Regulierung der Thur mitwirkte. Von 1867 bis 1869 gehörte er zudem der evangelischen Synode an und vertrat damit auch kirchliche Interessen.
Johann Jakob Häberlin. In: Thurgau. In: Thurgauer Zeitung vom 20. Juli 1887. S. 2 (Digitalisat).
André Salathé: Johann Jakob Häberlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Johann Jakob Häberlin. In: Schweizerische Eliten im 20. Jahrhundert.
Johann Jakob Häberlin auf der Website der Bundesversammlung .