An diesem Tag

Johann Jakob Froberger

Deutscher Komponist und Organist des Barock

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Johann Jacob Froberger (auch: Johann Jakob Froberger; * 18. Maijul. / 28. Mai 1616greg. in Stuttgart; † wahrscheinlich am 6. Maijul. / 16. Mai 1667greg. auf Schloss Héricourt bei Mömpelgard, Grafschaft Württemberg-Mömpelgard) war ein deutscher Komponist, Organist und Cembalist des Barock. In seiner Musik vereinte der weitgereiste Komponist italienische, deutsche und französische Einflüsse zu einem signifikanten und sehr persönlich gefärbten Individualstil. Er gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten von Tastenmusik überhaupt und wird in dieser Hinsicht mit seinem Lehrer Frescobaldi sowie mit Chopin verglichen. Besonders gerühmt wird sein Einfluss auf die Entwicklung der Claviersuite, in der er teilweise große emotionale Tiefen erreichte.

Frobergers Familie väterlicherseits stammte aus Halle (Saale), wo 1575 sein Vater Basilius Froberger geboren wurde. Dieser zog um 1599 nach Stuttgart um und wurde dort 1621 Kapellmeister der Stuttgarter Hofkapelle.

Johann Jacob Froberger wurde nach neueren Forschungen am 28. Mai 1616 gregorianischer Zeitrechnung als jüngster Sohn des Basilius Froberger und dessen Frau Anna, geb. Schmid (1577–1637), geboren und einen Tag später getauft; das in der Literatur auch heutzutage (Stand 2025) noch häufig anzutreffende Geburtsdatum des 18. Mai (ebenso wie das Sterbedatum 6. Mai 1667) entspricht dem julianischen Kalender. Von seinen zehn Geschwistern wurden vier Brüder ebenfalls an der Stuttgarter Hofkapelle angestellt.

Johann Jacob Froberger wuchs im Umfeld des württembergischen Hofes in einer international geprägten musikalischen Atmosphäre auf. Über seine frühe Ausbildung ist nichts bekannt, es ist jedoch wahrscheinlich, dass er ersten Musik- und Instrumentalunterricht von seinem Vater Basilius und/oder einem älteren Bruder erhielt. Es wird außerdem vermutet, dass Johann Ulrich Steigleder, der 1627 Hoforganist in Stuttgart wurde, sein Lehrer war. Froberger verlor beide Eltern 1637 infolge einer Pestepidemie, lebte zu dieser Zeit jedoch bereits – eventuell seit zwei oder drei Jahren – in Wien, wo er am 1. Januar 1637 eine erste Anstellung als Organist am kaiserlichen Hof antrat. In diesem Zusammenhang und mitten im Dreißigjährigen Krieg konvertierte er vom lutherischen zum römisch-katholischen Glauben.

Wenige Monate später, im Herbst 1637 erhielt er ein kaiserliches Stipendium für eine dreieinhalbjährige Studienfahrt nach Italien zu Girolamo Frescobaldi in Rom. Dort mag er auch Michelangelo Rossi kennengelernt haben. Von April 1641 bis Oktober 1645 nahm er den Dienst am Wiener Hof wieder auf, nun als dritter „Cammerorganist“ neben Wolfgang Ebner und Carlo Ferdinando Simonelli.

Die Zeit zwischen 1645 und 1653 ist kaum dokumentiert; fest steht, dass er vor 1649 eine zweite Reise nach Italien unternahm und dort Kontakte zu Giacomo Carissimi und Athanasius Kircher pflegte. Letzterer überließ ihm eine selbst konstruierte „Kompositionsmaschine“, die sogenannte arca musurgica, die Froberger als eine Art Gesandter Kirchers während seiner Rückreise den Fürsten in Florenz und Mantua und im Sommer 1649 in Wien auch Kaiser Ferdinand III. demonstrierte. Der Kontakt zu Kircher führte außerdem zur Veröffentlichung von Frobergers Fantasia sopra Ut Re Mi Fa Sol La (FbWV 201) in dessen Musurgia universalis (1650).

Im Spätsommer 1649 hörte William Swann, ein Gesandter des Fürsten von Oranien, Froberger auf dem Cembalo („sur les espinettes“) konzertieren und schwärmte von dessen Spiel in einem Brief an Constantijn Huygens, den Sekretär des Prinzen, der in der Folge ein großer Bewunderer und Freund des Komponisten und Sammler seiner Werke wurde.

Im Winter 1649–50 begab sich Froberger – möglicherweise in einer diplomatischen Mission – nach Dresden, wo er dem Kurfürsten einen Brief des Kaisers sowie ein Manuskript mit eigenen Werken übergab. Johann Mattheson berichtet von einem Wettstreit mit dem dortigen Hoforganisten Matthias Weckmann. Obwohl Froberger als Sieger eine goldene Kette gewann, zollte er dem Kontrahenten größten Respekt, und es entstand eine intensive Freundschaft.

Weitere Reisen führten den Komponisten im Frühjahr 1650 nach Brüssel, an den Hof von Leopold Wilhelm, dem Bruder des Kaisers und Statthalter der Spanischen Niederlande, und 1652 nach Paris. In einer Pressenotiz vom 26. September 1652 über ein Konzert Frobergers in Paris wurde er als „deutscher Dicksack“ und „mittelmäßige Persönlichkeit“ bezeichnet.

Froberger pflegte während dieser Zeit Kontakte zu dem Lautenisten Charles Fleury, Sieur de Blancrocher (um 1607–1652), dem er nach einem tödlichen Unfall in Frobergers Gegenwart ein berühmtes Tombeau (FbWV 632) widmete. Wahrscheinlich lernte er auch den Lautenisten Denis Gaultier, den damals führenden französischen Clavecinisten Jacques Champion de Chambonnières und den jungen Louis Couperin kennen. In einem Brief an Kircher vom 9. Februar 1654 erwähnt Froberger seine Reisen in Deutschland, den Niederlanden, England und Frankreich.

Im April 1653 kehrte Froberger nach Wien als Hoforganist zurück. Nach dem Tode Ferdinand III. am 2. April 1657 komponierte Froberger eine bewegende Lamentation (FbWV 633). Der neue Kaiser Leopold I. reduzierte jedoch nach seinem Amtsantritt das Personal der Wiener Hofmusikkapelle, und Frobergers Stellung wurde nach Juli 1658 gestrichen. Die Gründe dafür waren wahrscheinlich politischer Natur: Leopold I. mag in Froberger einen Parteigänger Leopold Wilhelms gesehen haben, welcher am Hofe als rivalisierender Kandidat als Nachfolger des Kaisers gehandelt wurde.

Die Zeit von 1658 bis 1664 im Leben des Komponisten liegt mehr oder weniger im Dunkeln. Möglicherweise hielt er sich im Sommer 1658 während der Kaiserkrönung Leopolds I. in Frankfurt am Main auf. Wahrscheinlich kehrte er nach seiner Entlassung zurück zu Verwandten in seine Heimat Stuttgart. Um 1660 scheint er wieder in Paris gewesen zu sein, eventuell zu den Hochzeitsfeierlichkeiten Ludwigs XIV. mit Maria Teresa von Spanien.

Ab etwa 1662 oder 1664 ließ sich Froberger bei der musikbegeisterten Herzogin Sibylla von Württemberg-Mömpelgard nieder und wohnte auf deren Witwensitz Schloss Héricourt. Zu dieser Zeit reiste er vielleicht mit der Herzogin nach Madrid.

Am 16. September 1665 hielt er sich in Mainz am Hof des dortigen Fürsterzbischofs auf und begegnete dort überraschend Constantijn Huygens. Aus einem Brief Huygens’ an Froberger vom Oktober 1666 geht hervor, dass der Komponist zu dieser Zeit hoffte, schon bald nach Wien zurückkehren zu können (als Nachfolger von Wolfgang Ebner ?) – möglicherweise stand er sogar in Verhandlungen mit dem Kaiserhof.

Froberger starb am 16. oder 17. Mai 1667 während des Vespergebets in der Kapelle von Schloss Héricourt an den Folgen eines Schlaganfalls. Die Umstände seines Todes werden in einem Brief der Herzogin an Huygens beschrieben. Der Komponist wurde am 10. Maijul. / 20. Mai 1667greg. auf eigenen Wunsch, den er nur einen Tag vor seinem Tode geäußert hatte, in der katholischen Kirche von Bavilliers neben dem Altar begraben. Sein Grab ist nicht erhalten.

Froberger schuf fast ausschließlich Musik für Tasteninstrumente. Seine Toccaten, Capricci, Canzonen, Ricercare und Fantasien sind auf Orgel, Cembalo, Virginal oder Clavichord spielbar, seine Suiten und Einzelsätze, wie z. B. Tombeaus, sind spezifisch für die genannten Kielinstrumente oder Clavichord bestimmt. Die meisten Stücke verwenden einen Manualumfang von C–c3 mit gebrochener kurzer Oktave, manchmal auch nur (FGA–g2a2).

Der Einfluss seines Lehrers Frescobaldi ist in seinen kontrapunktisch polyphonen Werken am deutlichsten. Dabei ist allerdings festzustellen, dass bei Froberger die Begriffe „Fantasia“ und „Ricercar“ meistens austauschbar sind und ein fugiertes Stück in ruhigem Tempo meinen, meistens in mehreren Abschnitten. Ebenso sind bei ihm „Canzonen“ und „Capricci“ mehr oder weniger dasselbe („essentially similar“), nämlich ein mehrteiliges fugiertes Werk in lebhafterem Tempo, wobei das eingangs vorgestellte Fugenthema in den späteren Abschnitten variiert wird. Besonders in seinen Canzonen und Capricci ist Froberger eigentlich der einzige, der bezüglich kompositorischer Kunstfertigkeit überhaupt in der Lage war, an Frescobaldis Vorbild anzuknüpfen. Dies wurde im 17. und 18. Jahrhundert auch allgemein anerkannt und bewundert, heutzutage (Stand 2025) dagegen erfreuen sich seine „Fugen“ einer geringeren Beliebtheit als die übrigen Werke.

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