Johann Friedrich Facius (* 26. Januar 1750 in Coburg; † 21. Juni 1825 ebenda) war ein deutscher Pädagoge und Altphilologe.
Johann Friedrich Facius wurde als dritter Sohn des herzoglichen Rates und Geheimen Sekretärs Daniel Wilhelm Facius (5. August 1719 in Coburg; † unbekannt) und dessen Ehefrau Christiane Sophia Elisabeth (* 1727; † 6. September 1787), einer Tochter des Konsistorialrates Johann Christian Pertsch, geboren. Er hatte noch vier weitere Geschwister:
Johann Caspar Lebrecht Facius (* 12. September 1748 in Coburg; † 31. August 1809 ebenda), Hof- und Kammerrat;
Johann Christian Facius (* 24. August 1751 in Coburg; † unbekannt);
Johann Sebastian Facius (* 14. Januar 1753 in Coburg; † 5. Juni 1810), Kammerrat;
Wilhelmina Johanna Christine Facius (* 24. August 1791 in Coburg; † unbekannt), Mutter unbekannt.
Er wurde von einem Hauslehrer unterrichtet und besuchte ab seinem 13. Lebensjahr 1763 das Gymnasium Casimirianum Coburg. Dort wurde er durch den Lehrer Gottlieb Christoph Harleß (1738–1815) unterrichtet, der seine Neigungen zu philologischen Studien förderte, weitere Lehrer waren Erhard Andreas Frommann (1722–1774), Johann Friedrich Gruner, Johann Georg Heinrich Feder, Lorenz Adam Bartenstein (1711–1796) und Christoph Daniel Prätorius (1733–1810).
1767 begann er ein Theologie- und Philologie-Studium an der Universität Göttingen und hörte Vorlesungen bei Christian Gottlob Heyne, in dessen Vorlesungen sein Interesse an der Archäologie und der Kunst geweckt wurde und mit dem er nach dem Studium bis 1807 in Briefverkehr blieb. Während des Studiums trat er in das philologische Seminar der Universität ein.
1769 bekam er eine Anstellung als Hauslehrer in Hannover, gab die Stellung aber kurz darauf wieder auf.
Er hatte sich an der Universität Erlangen um eine Anstellung beworben und hierzu die Epistola critica in aliquot Orphei et Apollonii Rhodii loca beigefügt und 1773 einen Aufsatz über die Aegis drucken lassen; die Bewerbung blieb jedoch erfolglos. Er folgte in diesem Jahr einem Ruf des Abt Erhard Andreas Frommann, der vorher als Lehrer am Gymnasium in Coburg und nun als Lehrer in Kloster Berge bei Magdeburg tätig war, aber auch die Stellung sagte ihm nicht zu. Nach dem Tod des Abtes ging er 1774 wieder zurück nach Coburg und wurde Privatlehrer einiger adeliger Gymnasiasten.
1777 wurde er außerordentlicher Professor am Gymnasium Casimirianum Coburg. 1784 lehnte er einen Ruf an die Universität Dorpat ab, erlangte dann jedoch eine ordentliche Professur am Casimirianum Coburg, hierzu erhielt er 1807 auch den Ratstitel und 1824 erteilte ihm die philosophische Fakultät der Universität Göttingen honoris atque observantiae testandae causa den Doktortitel.
Nach seinem Tod wurde Ernst Ludwig Trompheller sein Nachfolger.
Epistola Critica In Aliquot Orphei Et Apollonii Rhodii Argonaut. Loca Ad Theoph. Christo. Harlesium V. C. Erlangœ, 1772.
Ueber die Aegis: e. antiquar. Abhandlung insbesondere zur Erl. d. Stellen davon im Homer u. Virgil. Erlangen: Walther, 1774.
Euripides; Johann Friedrich Facius; Joshua Barnesius; Christian Gottlob Heyne: Euripidu Orestes. Coburgi : Ahl, 1778.
Vergleichung eines Cod. Msc. des Terenz in Harlesii opusculis. Halle 1778.
Grundriss einer Anleitung zum Styl zu Vorlesungen. Coburg, 1781.
Schulstudien-Plan oder Abriß der Schulstudien für junge Studierende auf Gymnasien. Nürnberg : Gratenauer, 1782.