Johann Ernst Immanuel Walch (* 29. August 1725 in Jena; † 1. Dezember 1778 in Jena) war ein deutscher Rhetoriker, Philologe und Geologe.
Walch war ein Sohn des Professors der Theologie Johann Georg Walch und dessen Frau Charlotte Katharina Buddeus, Tochter des Historikers Johann Franz Buddeus. Nach anfänglicher Ausbildung durch Privatlehrer und durch seinen Vater studierte er semitische Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Jena. Nach Studien bei Johann Gottfried Tympe, Johann Leonard Reckenberger (* 1702 in Regensburg; † 19. Mai 1773 in Apolda), Christian Gottlieb Buder, Johann Peter Reusch, Joachim Georg Darjes, Georg Erhard Hamberger und Basilius Christian Bernhard Wiedeburg erwarb er am 18. Dezember 1745 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie. Anschließend hielt er exegetische Vorlesungen und unternahm 1747 gemeinsam mit seinem Bruder Christian Wilhelm Franz Walch eine Kavaliersreise.
Diese führte beide durch verschiedene deutsche Städte. Dann erkundeten sie die Niederlande, Frankreich die Schweiz und Italien. Nachdem sie sich einen umfangreichen Eindruck ausländischer Bildungseinrichtungen verschafft hatten, kehrten sie 1748 wieder nach Jena zurück. 1750 wurde er außerordentlicher Professor der Philosophie, 1754 ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik, 1759 für Rhetorik und Poetik. Walch beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Salana. So war er einige Male Dekan der philosophischen Fakultät und war in den Sommersemestern 1760 sowie 1770 Rektor der Alma Mater. Er erhielt 1770 den Titel eines Hofrats von Sachsen-Weimar.
Er avancierte 1752 zum Direktor der lateinischen Gesellschaft in Jena, war Herausgeber der Zeitschrift Der Naturforscher (1774–1778) und von 1749 bis 1756 Mitherausgeber der Jenaischen gelehrten Zeitungen. Zudem war er Beisitzer der königlich preußischen Gesellschaft der Wissenschaften in Frankfurt an der Oder, der Königlich Norwegischen Gesellschaft in Trondheim, der kurfürstlich-Mainzerischen Gesellschaft in Erfurt, der akademischen Gesellschaft in Rom, der columbarischen Gesellschaft in Florenz, der deutschen Gesellschaft der höheren Wissenschaften in Jena, der Gesellschaft der Altertümer in Kassel, der deutschen Gesellschaft in Bremen, der lateinischen Gesellschaft in Karlsruhe, der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin und der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig.
Bereits 1771 führte Walch die Bezeichnung Trilobit in seinen geologischen Schriften ein, diese konnte sich aber erst am Anfang des 19. Jahrhunderts in der Wissenschaft allgemein durchsetzten (J. E. I. Walch: Die Naturgeschichte der Versteinerungen zur Erläuterung der Knorrischen Sammlung von Merkwürdigkeiten der Natur. Nürnberg 1771). Seine geologische und Fossilien-Sammlung ist als Teil der Geologischen Sammlung der Universität Jena bis heute erhalten.
Walch verheiratete sich am 27. Dezember 1753 mit Wilhelmina Fides Friederika Hallbauer (* 21. Oktober 1732 in Jena; † 26. Juni 1805 ebd.), die einzige Tochter des Professors der Theologie Friedrich Andreas Hallbauer. Die Ehe blieb kinderlos.
Nach Walch sind die fossilen Pflanzengattungen Walchia Sternb., Walchianthus Florin, Walchiopremnon Florin und Walchiostrobus Florin benannt.
Commentatio I, qua antiquorum Christianorum doctorum de iure iurando sententias percensetur, ac venerando patri de suscepto regimine academico gratulatur. Ritter, Jena 1744. (Digitalisat)
Commentatio II, qua antiquorum Christianorum doctorum de iure iurando sententiae percensentur et diiudicantur. Ritter, Jena 1744.
Commentatio de magistris veterum Romanorum, qua Jo. Frickium de fummis in Philosophia honoribus suo fratrumque nomine gratulatione prosequitur. Ritter, Jena 1745. (Digitalisat)
Dissertatio de vinculis Apostoli Paulli ex antiquitatum prosanarum monimentis illustratis. Ritter, Jena 1746. (Digitalisat)
Diatribe de ortu et progressu artis criticae apud veteres Romanos. Ritter, Jena 1747. (Digitalisat)
Diatribe de arte critica veterum Romanorum. Ritter, Jena 1748. (Digitalisat)
Diatribe De Arte Critica Vetervm Romanorvm. Diatribe Posterior. Ritter, Jena 1749. (Digitalisat)
De arta critica veterum Romanorum Liber. Editio secunda auctior et emendatior. Jena 1757.
Christophori Cellarii Compendium Antiquitatum Romanarum, nunc ex Mauuscripto libro integro editum et adnotationibus illustratum. Waisenhaus, Halle 1748. (Digitalisat)
2. de nominibus Romanorum, ex Car. Sigonio et Onuphio Panvinio.
3. de ritu conviviorum apud Romanos ex Justo Lipsio.