Johann Christoph Friedrich Schulz (* 18. Mai 1747 in Wertheim; † 26. Januar 1806 in Gießen) war ein deutscher evangelischer Theologe.
Seine Grundausbildung erhielt in der Schule seines Heimatortes. Ab 1765 besuchte er die Universität Göttingen, um ein Studium der theologischen Wissenschaften zu absolvieren. Nachdem er den akademischen Grad eines Magisters der philosophischen Wissenschaften erworben hatte, wurde er nach Beendigung seines Studiums theologischer Repetent und außerordentliches Mitglied des geschichtlichen Instituts. 1769 hielt er in Göttingen als Dozent Privatvorlesungen, wurde 1771 ordentlicher Professor der morgenländischen Sprachen und griechischen Literatur an der Universität Gießen. Zudem verdiente er sich in Gießen als englischer Sprachmeister ein weiteres Zubrot.
Schulz arbeitet an einer Übersetzung des Neuen Testaments. Obwohl er bereits 1770 die Übersetzung bis einschließlich des 2. Korintherbrief fertiggestellt hatte, und obwohl er 1775 einen zweiten Band seines Neuen Testaments ankündigte, erschien von seiner Übersetzung nicht mehr als der erste Band von 1774, der die Evangelien enthielt.
1773 wurde Schulz außerordentlicher Professor an der theologischen Fakultät, stieg 1783 in die ordentliche vierte theologische Professur auf und wurde 1786 dritter Theologieprofessor. Damit verbunden war er Superintendent der Diözese Alsfeld und erster Burgprediger. 1793 stieg er in die zweite theologische Professur auf und war damit Superintendent der Diözese Marburg. 1803 erhielt er den Titel eines Landgräflich-hessischen Kirchen- und Schulrates. Schulz war ein Experte auf dem Gebiet der biblischen und alttestamentlichen Literatur.
Aus seiner Ehe mit der Tochter des Gießener Superintendenten Johann Hermann Benner (1699–1782) sind folgende Kinder bekannt:
Hermann Christian Schulz (* 12. Juni 1772 in Gießen)
Friedrich Theodor Elisa Schulz (* 7. November 1776 in Gießen; † 6. Juli 1809) er wurde am 1. Juni 1801 Dr. med, 1805 a.o. Prof. med. Gießen, 1808 o. Prof. u. Direktor der Entbindungsanstalt ebd.
Christiane Sophie Wilhelmine Schulz (* 31. März 1774)
Psalmus XLIX varietate lectionis observationibusque philologicis illustratus. Pars I et II. Göttingen 1769–1771
Proben morgenländischer Poesie. 1. St. Leipzig 1770
Gedanken über das Studium der morgenländischen Sprachen, ein Programm. Göttingen 1770
Geschichte des Osmanischen Reichs von seiner Stiftung an bis auf die gegenwärtigen Zeiten; nach dem Französischen des Herrn de la Croin mit Verbesserung herausgegeben. Frankfurt und Leipzig 1770–1771 3. Teile
Neue Einleitung in das Studium und die Kenntniß des Neuen Testaments, aus dem Englischen des Herrn Harwood übersetzt, auch mit Anmerkungen, eigenen Abhandlungen und der Probe einer deutschen Übersetzung des neuern Testaments vermehrt. Halle 1770–1772 3. Teile
Nachricht von seinem cursorischen Vorlesungen über das alte Testament. Göttingen 1771
Bibliothek der griechischen Literatur, zum akademischen Gebrauch. Gießen 1772, Zusätze Gießen 1773, 2. Aufl. Gießen 1775
Bibliothek der vorzüglichsten englischen Predigten. Gießen, Frankfurt und Leipzig 1772–1776 8 Teile
D. Benj. Kennicott notae criticae in Psalmos XLII. XLIII. XLVIII, LXXXIX. ex anglico vertit et appendice auxit P.J. Bruns A.M. notulas adspersit et praefatus est J. C. F. Schulz. Leipzig 1772
Die Psalmen, aus dem hebräischen übersetzt und mit Commentarien erläutert. 1. Teil Ps. 1-50. Leipzig 1772