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Johann August von Hellfeld

Deutscher Rechtswissenschaftler

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Johann August von Hellfeld (* 9. Februar 1717 in Gotha; † 13. Mai 1782 in Jena) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Hellfelds Vorfahren stammen ursprünglich aus Westfalen, wo diese dem Adel angehörten und unter dem Namen Helleveld oder auch von Hellefeld bekannt waren. Die Nachkommen des Geschlechts wurden genötigt, Westfalen zu verlassen. Ein Nicolaus Hellfeld begab sich als Theologe im 16. Jahrhundert in das Gothaer Land, wo er als Pfarrer in Hausen, Laucha und Siebleben wirkte. Nachkömmlinge dieses Theologen bekleideten verschiedene geistliche und weltliche Stellen im Herzogtum Sachsen-Gotha, ohne jedoch Anspruch auf das Adelsprädikat zu erheben. Aus jenem Umkreis stammte auch Johann Augusts gleichnamiger Vater. Dieser war Advokat des Herzogs von Sachsen-Gotha-Altenburg. Aus seiner Ehe mit Charlotta Friederika Mattenberg, Tochter des Meininger Bürgermeisters Johann Andreas Mattenberg (* 15. Juni 1640 in Gotha; † 24. September 1726 in Meiningen), ging 1717 Johann August hervor.

1754 übernahm er die Vormundschaft und Erziehung des späteren Kanzlers und Generallandschaftsdirektors August Friedrich Karl von Ziegesar.

Aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammend, erhielt Hellfeld in seiner frühen Jugend Privatlehrer. Diese bereiteten ihn so weit vor, dass er das renommierte Gymnasium Illustre seiner Geburtsstadt absolvieren konnte, welches unter der Leitung des damaligen Rektors Johann Heinrich Stuß (1686–1775) stand. Am 17. Mai 1734 immatrikulierte er sich an der Universität Jena, um ein Studium der Rechtswissenschaften zu absolvieren. Hierzu gehörte zur damaligen Zeit ein philosophisches Grundstudium, welches Hellfeld bei Heinrich Köhler, Georg Ludwig Herzog (* 1712 in Aurich; † 1737 in Jena) und Christian Gottlieb Buder (1693–1763) absolvierte. Danach frequentierte er juristische Vorlesungen. Zu diesem Zweck besuchte Hellfeld die Ausführungen von Johann Caspar Heimburg, Johann Georg Estor, Burkhard Gotthelf Struve und Johann Rudolph Engau.

Im Anschluss an seine Studien verlangte sein Vater ihn zurück nach Gotha, wo er kurze Zeit als Advokat fungierte. Da ihm diese Aufgabe wenig Freude abrang, zog er wieder nach Jena, wo er am 27. Mai 1739 zum Doktor der Rechte promovierte. Danach hielt er Vorlesungen in Jena, wurde 1745 Advokat am Hofgericht in Jena, am 23. März 1748 ordentlicher Professor und 13. März 1749 Assessor am Schöppenstuhl. Im akademischen Kontext aufsteigend, übernahm er am 16. Mai 1753 die ordentliche Professur der Instituten, 1755 wurde er Professor der Pandekten und sächsisch-gothaischer Hofrat. 1756 war er Senior des Schöppenstuhls, 1759 übernahm er die Professur des Codex und der Novellen, wurde Senior der Juristenfakultät und 1763 geheimer Regierungsrat von Sachsen-Weimar-Eisenach und Sachsen-Gotha-Altenburg. Hellfeld war Mitglied der Teutschen Gesellschaft in Jena und nachdem er 1764 seinen Adelstitel sich bestätigen ließ, wurde er Erbherr von Pösen und Jägersdorf. Zudem beteiligte sich Hellfeld an den organisatorischen Aufgaben der Salana. So war er einige Male Dekan der Juristenfakultät und in den Sommersemestern 1755, 1761 Rektor der Alma Mater.

Hellfelds Hauptwerk ist Jurisprudentia forensis secundum ordinem pandectarum, welches durch seinen Schwiegersohn abermals aufgelegt wurde. Es diente als Vorlage für Christian Friedrich von Glück und Christian Friedrich Mühlenbruchs Ausführungen zu den Pandekten und war bis ins 19. Jahrhundert ein beliebtes Lehrbuch.

Hellfeld war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er mit Sophia Maria Struve († 1745 in Jena), der Tochter des Professors Burkhard Gotthelf Struve. Nach deren Tod ging er mit Friederike Ludovika Rus, die Tochter des Professors Johann Reinhard Rus, eine zweite Ehe ein. Von den Kindern kennt man:

Amalie Ulrike Sophie von Hellfeld verheiratete sich mit dem Juristen Gottlob Eusebius Oeltze (* 20. März 1734; † 27. Februar 1807 in Helmstedt)

Ernst August von Hellfeld (* Jena) 21. Februar 1749 Uni. Jena, wurde Major in englischen und Schiffskommandeur in niederländischen Seediensten

Christian August Friedrich von Hellfeld (* 15. November 1757 in Jena; † 7. November 1840 ebd.) wurde Professor in Jena

Bernhard Gottlieb Huldreich von Hellfeld (* 13. November 1759 in Jena; † 14. Juli 1788 ebd.)

Johann August Christian von Hellfeld (* 23. Oktober 1765 in Jena; † 7. Februar 1835 ebd.) immatr. 26. September 1782 Uni. Jena, Ober-Appellationsgerichts-Advokat von Sachsen-Weimar

Caspar Ludwig Carl von Hellfeld (* Jena), immatr. 28. Juli 1780, Amtskommissar in Jena verh. Amalie Wilhelmine Henriette Jagemann

Diss. inaug. de condictione mulieri intercedenti competente. Jenae 1739 (Präsens. J. C. Heimburgio)

Progr. de disputationibus fori. Jena 1739 (Online)

Historia juris Romani, accedunt leges Regiae, XII Tabularum; Series Edicti perpetui et Lex Papia Poppea. Jena und Leipzig 1740

Historia iuris Germanici et Canonico-Pontificii. Jena 1741 (Online)

Diss. jur. de hypotheca mobilium. Jena 1743 (Resp. Johann Andreas Hoffmann (Tambach), Online)

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