An diesem Tag

Joe Sakic

Kanadischer Eishockeyspieler

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Joseph Steven „Joe“ Sakic ([sækɨk]; * 7. Juli 1969 in Burnaby, British Columbia) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler und derzeitiger -funktionär. Während seiner Spielerkarriere absolvierte er zwischen 1988 und 2009 mehr als 1.500 Partien für die Nordiques de Québec und deren Nachfolge-Franchise, die Colorado Avalanche, auf der Position des Centers. In seiner 20 Spielzeiten dauernden Karriere in der National Hockey League (NHL) gewann er mit der Avalanche unter anderem zweimal den Stanley Cup sowie 2001 als wertvollster Spieler der NHL die Hart Memorial Trophy. Auf internationaler Ebene erreichte er mit der kanadischen Nationalmannschaft unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1994 und den Olympischen Winterspielen 2002 den Gewinn der Goldmedaille und wurde somit 2002 in den Triple Gold Club aufgenommen.

Sakic wurde 1992 zum Kapitän der Nordiques ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Karriereende 2009 in Colorado inne. Zum Zeitpunkt seines Karriereendes belegte er den achten Platz auf der Liste der erfolgreichsten Scorer der NHL-Geschichte. Sein Stammverein Colorado Avalanche ehrt den Spieler damit, dass seine Rückennummer 19 seit seinem Rücktritt vom aktiven Sport nicht mehr vergeben wird. Zwei Jahre nach seinem Rücktritt nahm er im April 2011 einen Posten im Vorstand der Avalanche an und ist seit 2026 wieder deren General Manager. Im November 2012 wurde Joe Sakic in die Hockey Hall of Fame aufgenommen, bevor er 2017 auch in die IIHF Hall of Fame gewählt wurde.

Joe Sakic wurde als Sohn kroatischer Einwanderer im kanadischen Burnaby geboren. Da im Elternhaus überwiegend Kroatisch gesprochen wurde, lernte der Kanadier erst mit dem Eintritt in den Kindergarten Englisch zu sprechen. Im Alter von vier Jahren besuchte Joe Sakic erstmals ein Spiel der National Hockey League. Nach der Partie der örtlichen Vancouver Canucks gegen die Atlanta Flames entschied der junge Sakic, Eishockeyspieler zu werden.

Sakic lief 1985/86 in 80 Spielen für die Burnaby BC Selects in der British Columbia Amateur Hockey Association auf. Dabei erzielte der Center 83 Tore und insgesamt 156 Scorerpunkte. Daraufhin nahmen die Lethbridge Broncos Sakic unter Vertrag. Bei den Broncos absolvierte der Kanadier 1986 spät in der Saison seine ersten drei Einsätze in der Western Hockey League (WHL). Das Franchise zog während der folgenden Spielzeit nach Swift Current um und nannte sich fortan Swift Current Broncos. Joe Sakic erhielt in der WHL-Saison 1986/87 gemeinsam mit Dennis Holland die Stewart „Butch“ Paul Memorial Trophy als WHL-Rookie des Jahres. Während der Saison ereignete sich für das Team am 30. Dezember 1986 ein großes Unglück: Als die Broncos zu einem Ligaspiel gegen die Regina Pats unterwegs waren, verlor der Fahrer auf glatter Straße die Kontrolle über den Mannschaftsbus, wodurch der Bus eine Böschung herabstürzte. Vier Spieler der Swift Current Broncos verloren bei dem Unfall ihr Leben. Sakic wurde von Glassplittern getroffen und blieb bei dem Unfall unverletzt. Der Spieler weigerte sich allerdings während seiner gesamten Karriere, detailliert über den Unfall zu sprechen. Die jährlich vergebene Auszeichnung des besten Spielers der WHL trägt seit der Saison 1994/95 im Andenken an die vier Verstorbenen den Namen Four Broncos Memorial Trophy.

1987 wurde Joe Sakic beim NHL Entry Draft, einer jährlichen Veranstaltung, bei der sich Mannschaften der National Hockey League die Rechte an hoffnungsvollen Nachwuchsspielern sichern können, in der ersten Runde an insgesamt 15. Position von den Nordiques de Québec ausgewählt. Der Center absolvierte allerdings auf eigenen Wunsch noch eine weitere Saison in der WHL, um sich auf die NHL vorzubereiten. Sakic steigerte seine Punkteausbeute und wurde am Ende der Saison 1987/88 als wertvollster Spieler der WHL ausgezeichnet sowie zum Spieler des Jahres der Canadian Hockey League ernannt. In dieser Saison spielte er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Brian in einer Mannschaft.

Nordiques de Québec (1988–1995)

Am 6. Oktober 1988 debütierte Joe Sakic bei einem Spiel der Nordiques gegen die Hartford Whalers in der National Hockey League. Bei dieser Partie erzielte er eine Torvorlage. Sein erstes Tor erzielte er zwei Tage später gegen Torwart Sean Burke von den New Jersey Devils. In seiner Rookie-Saison trug Sakic die Rückennummer 88 statt seiner favorisierten 19, die er schon seit seiner Kindheit trug. Auf Grund guter Leistungen zu Beginn der NHL-Saison 1988/89 galt Sakic als Kandidat für die Calder Memorial Trophy, die jährlich an den besten Neuprofi vergeben wird. Wegen einer Knöchelverletzung im Dezember 1988 fiel er für zehn Spiele aus und konnte nach seiner Rückkehr zum Team seine Punktequote nicht halten. Er beendete seine erste Spielzeit in der NHL mit 62 Punkten aus 70 Partien. Die Calder Memorial Trophy erhielt in diesem Jahr Abwehrspieler Brian Leetch.

Zu Beginn der Saison 1989/90 wechselte Sakic seine Rückennummer zur 19, da deren vorheriger Träger Alain Côté seine Karriere beendete. In seiner zweiten Saison erzielte Joe Sakic erstmals mehr als 100 Scorerpunkte. Diesen Erfolg wiederholte er in der folgenden Spielzeit. Zudem wurde er in dieser Saison zum Mannschaftskapitän der Nordiques de Québec ernannt. Das Amt teilte er sich mit Steven Finn – Sakic war Kapitän bei Heimspielen, Finn bei Auswärtsspielen. Trotz der guten Leistungen von Sakic waren die Nordiques nach wie vor eines der schlechtesten Teams der Liga. Während der ersten vier Jahre mit Sakic im Team belegte die Mannschaft stets den letzten Platz der Adams Division und von 1989 bis 1991 dreimal in Folge den letzten Platz der gesamten Liga.

Mit Beginn der Spielzeit 1992/93 wurde Joe Sakic alleiniger Kapitän der Nordiques. Unter seiner Führung erreichte Québec in dieser Saison erstmals seit 1987 wieder die Play-offs. Gleichzeitig wurden teaminterne Rekorde für die meisten Siege und Tabellenpunkte in einer Saison aufgestellt. Joe Sakic erzielte zum dritten Mal in fünf Jahren mehr als 100 Punkte in der regulären Saison. Die Nordiques schieden in der ersten Runde der Play-offs in der Best-of-Seven-Serie nach sechs Spielen gegen die Montréal Canadiens aus. Das Team verpasste 1994 zum wiederholten Male die Play-offs. Vor Beginn der auf Grund eines Lockouts verkürzten Saison 1994/95 wurden die Nordiques in die Northeast Division versetzt. In dieser Spielzeit gewannen sie erstmals nach 1986 wieder einen Divisions-Titel. Das Aus in den Play-offs folgte erneut in der ersten Runde, diesmal gegen die New York Rangers.

Colorado Avalanche (1995–2009)

Im Mai 1995 verkündeten die Nordiques de Québec den Verkauf des Teams an einen anderen Besitzer. Zu Beginn der Spielzeit 1995/96 zog das Franchise nach Denver im US-Bundesstaat Colorado um und nannte sich fortan Colorado Avalanche. Im ersten Jahr in Denver absolvierte Sakic mit 120 Punkten seine erfolgreichste Saison. Colorado belegte am Ende der Vorrunde hinter den Detroit Red Wings den zweiten Platz der Western Conference. In den anschließenden Play-offs gewann die Avalanche das Conference-Viertelfinale gegen Vancouver, das Conference-Halbfinale gegen Chicago sowie das Conference-Finale gegen Detroit mit 4:2-Spielen. Im Stanley-Cup-Finale spielte Colorado gegen das Siegerteam der Eastern Conference, Florida Panthers. Die Colorado Avalanche besiegte das Team aus Miami mit einem 4:0-Sweep und gewann ihren ersten Stanley Cup. Joe Sakic bestritt alle 22 Play-off-Spiele Colorados, dabei gelangen ihm 18 Tore und 16 Assists. Der Kanadier erhielt im Anschluss an das vierte Spiel in Florida die Conn Smythe Trophy, die jährlich an den wertvollsten Spieler der Play-offs vergeben wird.

In der Saison 1996/97 bestritt der Center auf Grund einer Wadenverletzung nur 65 von 82 möglichen Spielen. Das Franchise gewann zum dritten Mal in Folge einen Divisions-Titel und zum ersten Mal überhaupt die Presidents’ Trophy als punktbestes Team der regulären Saison. In den anschließenden Play-offs scheiterte die Avalanche im Finale der Western Conference an den Detroit Red Wings. Sakics Vertrag lief am Ende der Spielzeit aus und wurde nicht vorzeitig verlängert. Im Sommer 1997 unterschrieb der Kanadier als Restricted Free Agent einen so genannten Offer Sheet, eine Art Vertragsangebot. Der angebotene Vertrag kam von den New York Rangers, hatte eine Laufzeit von drei Jahren und sprach Sakic ein jährliches Festgehalt von 7 Millionen US-Dollar zu. Auf Grund der in den NHL-Regularien festgelegten Bindung zum aktuellen Verein als Restricted Free Agent hatte die Colorado Avalanche eine Woche Zeit, ein gleichwertiges Angebot zu unterbreiten, um den Spieler im Team zu halten, was sie auch taten. Die hohe Gehaltsaufstockung für ihren Kapitän – von vorher 3,1 Millionen US-Dollar pro Spielzeit auf 7 Millionen US-Dollar – ebnete den Weg für viele weitere Gehaltserhöhungen in der NHL.

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