An diesem Tag

Joe Biden

46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 2021 bis 2025

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Joseph Robinette „Joe“ Biden, Jr. (Aussprache [[ˈd͡ʒoʊ̯zəf ˌɹɑbɪˈnɛt ˈbaɪ̯dən] ], * 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Er war von 2021 bis 2025 der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Von 1973 bis 2009 gehörte er als Vertreter des Staates Delaware dem US-Senat an. Von 2009 bis 2017 war er in der Amtszeit Barack Obamas der 47. Vizepräsident der Vereinigten Staaten.

Biden studierte Geschichte und Recht und war vor seiner politischen Karriere als Rechtsanwalt tätig. 1972 wurde er als 29-jähriger Lokalpolitiker in den US-Senat gewählt. Dort wirkte er auf die Verschärfung des Strafrechts hin und profilierte sich als Außenpolitiker sowie als katholischer Vertreter der politischen Mitte. An der Seite von Barack Obama gelang ihm 2008 und 2012 die Wahl zum Vizepräsidenten.

2020 setzte sich Biden gegen starke innerparteiliche Konkurrenz vor allem vom linken Parteiflügel als Präsidentschaftskandidat der Demokraten und Herausforderer Donald Trumps durch. In der US-Präsidentschaftswahl 2020 schlug Biden Trump mit 51,3 % der Stimmen und 306 gegen 232 Wahlleuten. Im Januar 2021 trat er das Amt vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und der Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger als bisher ältester Präsident in der amerikanischen Geschichte an. Ursprünglich als erneuter Kandidat seiner Partei für die Präsidentschaftswahl 2024 vorgesehen, zog sich Biden im Juli 2024 kurzfristig aus Altersgründen zurück und schied 2025 aus dem Amt.

Joe Biden, der Sohn von Joseph „Joe“ Robinette Biden, Sr. (1915–2002) und Catherine Eugenia „Jean“ Finnegan (1917–2010), wuchs mit zwei Brüdern, James Brian und Francis W., und einer Schwester, Valerie, auf. Die Familie ist römisch-katholisch und irischer Herkunft. Bidens väterliche Abstammungslinie führt nach England zurück: Sein Ur-Ur-Ur-Großvater war der Steinmetz William Biden, der 1789 in dem Dorf Westbourne in der südenglischen Grafschaft Sussex geboren wurde und 1820 als Einwanderer im US-Bundesstaat Maryland registriert wurde. Dessen ungeachtet betonte Biden öffentlich nur seine irischen Wurzeln.

Als Joe Biden Jr. zehn Jahre alt war, siedelte die Familie nach Claymont in Delaware über, wo er im vorstädtischen New Castle County aufwuchs. Der Vater arbeitete als Autohändler. Im Jahr 1961 schloss Biden in Claymont die römisch-katholische Archmere Academy ab; 1965 graduierte er an der University of Delaware in Newark in den Schwerpunkten Geschichte und Politikwissenschaft. Er erhielt die Gesamtnote „C“.

1968 folgte am College of Law der Syracuse University der Abschluss als Juris Doctor. Danach erhielt Biden die Zulassung als Rechtsanwalt und praktizierte ab 1969 in Wilmington (Delaware). Ab 1991 lehrte er Verfassungsrecht an der Widener University School of Law.

Biden leidet seit seiner Kindheit an Stottern, das sich nach seinen eigenen Angaben seit seinen frühen Zwanzigern verbessert hat. Er sagt, er habe es reduziert, indem er Gedichte vor einem Spiegel rezitiert habe, wobei er eine Vorliebe für irische Dichter, und besonders Seamus Heaney, den er heute noch gern zitiert, entwickelt habe. Geheilt vom Stottern ist er jedoch bis heute nicht. So berichtete der Tagesspiegel über seine Vorbereitung der Rede zur Lage der Nation im Jahr 2023, dass er sein Redemanuskript am Vorabend der Rede mit kleinen Markierungen als Kennzeichnung einer Atempause oder einer für ihn schwierigen Überleitung versehen habe.

1963 lernte Biden beim Spring Break in Nassau auf den Bahamas Neilia Hunter kennen. Kurz darauf zog er nach Syracuse und besuchte dort die Law School. Am 27. August 1966 heirateten Biden und Hunter in Skaneateles (Onondaga County). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Joseph Robinette III (genannt „Beau“, 1969–2015), Robert Hunter (* 1970) und Naomi Christina (1971–1972). Am 18. Dezember 1972 kamen Neilia und Naomi bei einem Verkehrsunfall ums Leben; die beiden Söhne überlebten verletzt. Biden legte seinen Eid für den US-Senat im Januar 1973 an deren Krankenbett ab.

Am 17. Juni 1977 heiratete er in New York City Jill Tracy Jacobs; die gemeinsame Tochter Ashley kam 1981 zur Welt. Am 30. Mai 2015 starb sein Sohn Beau an einem Gehirntumor. Zur Zeit von Bidens Präsidentschaft wohnten neben Joe und Jill Biden auch seine Enkeltochter Naomi Biden (Tochter von Hunter Biden) und ihr Mann Peter Neal im Weißen Haus. Naomi Biden und Peter Neal heirateten dort im November 2022. Am 8. Januar 2025, also kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident, wurde seine Enkelin Naomi Mutter eines Sohnes und Joe Biden damit Urgroßvater.

Im Mai 2025 wurde bei Biden Prostatakrebs diagnostiziert. Wenige Monate später wurde Biden wegen Hautkrebs operiert. Bereits im Jahr 2023 war Biden wegen eines Basalzellkarzinoms behandelt worden.

Im August 2026 gab sein Sohn, Hunter Biden, in einem Interview bekannt, dass der Prostatakrebs sich ausgebreitet habe und in seine Knochen metastasiert sei.

Politische Karriere bis zur Präsidentschaft

US-Senator für Delaware (1973–2009)

1968 wurde Biden politisch aktiv, weil die Inhaber der Anwaltskanzleien, in denen er arbeitete, aktive Lokalpolitiker waren. Seine anfängliche Registrierung als Unabhängiger führte er darauf zurück, dass er weder den republikanischen Präsidenten Richard Nixon noch den demokratischen Gouverneur Charles L. Terry leiden konnte – Letzterer hatte die Nationalgarde nach Rassismusunruhen in Wilmington patrouillieren lassen und war als „The Great Divider“ („der große Spalter“) bekannt. Biden engagierte sich nicht in der Bürgerrechtsbewegung, nannte sie aber oft als einen Auslöser seiner Politisierung.

Biden gewann sein erstes politisches Mandat, als er, nunmehr als Demokrat, im November 1970 in den Rat des New Castle County gewählt wurde. Bei der Wahl zum US-Senat 1972 trat er gegen Cale Boggs an, der als ehemaliger Gouverneur von Delaware und langjähriger republikanischer Vertreter des Bundesstaates im US-Senat ein etablierter Politiker war. Als einer der Jüngsten überhaupt siegte Biden mit 29 Jahren und vertrat ab 1973 bis zum Antritt der Vizepräsidentschaft 2009 den Bundesstaat Delaware im US-Senat. Dabei gewann er sechs Wiederwahlen.

Als täglicher Bahnfahrer vertrat er im Senat die Interessen von Amtrak und sah sich als Interessenvertreter der Dover Air Force Base und der Hühnerverarbeitungsindustrie von Delaware. Als Redner war er bekannt für seine sprachgewandten und emotionalen, oft langen Reden. Viele Jahre saß er im United States Senate Committee on the Judiciary und United States Senate Committee on Foreign Relations. In Letzterem war er zuletzt Vorsitzender und damit einer der profiliertesten Außenpolitiker des US-Kongresses.

Biden war im Justizausschuss des US-Senats von 1987 bis 1995 Vorsitzender und von 1981 bis 1987 sowie von 1995 bis 1997 Ranking Minority Member. In seine Amtszeit als Vorsitzender fielen die stark umstrittenen Verhandlungen zu den Nominierungen der konservativen Supreme-Court-Richter Robert Bork (1987, vom Senat abgelehnt) und Clarence Thomas (1991).

Biden war maßgeblich am Violent Crime Control and Law Enforcement Act (1994) beteiligt, der Waffenbesitz einschränkte, die Todesstrafe und die Ermittlungszuständigkeit für eine Reihe von Verbrechen auf die Bundesebene wie bestimmte Immigrationsverbrechen, Hass- und Bandenkriminalität oder Sexualverbrechen ausdehnte. Teil des Gesetzes war der Violence Against Women Act, der Frauenrechte ausweitete. Biden war 2003 Autor des Reducing Americans’ Vulnerability to Ecstasy Act (RAVE Act), der wegen seiner umfassenden Maßnahmen von der elektronischen Musikszene kritisiert wurde.

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