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Jobst Hermann (Lippe)

Graf zur Lippe, Sternberg und Schwalenberg

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Jobst Hermann zur Lippe-Biesterfeld (* 9. Februar 1625 in Detmold; † 6. Juli 1678 in Biesterfeld) war Graf zur Lippe, Sternberg und Schwalenberg und gilt als Begründer der Linie zur Lippe-Biesterfeld durch Schaffung des Herrensitzes in Biesterfeld zwischen 1654 und 1665.

Unter dem Gesellschaftsnamen Der Zuträgliche wurde er als Mitglied in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Katharina geborene Gräfin von Nassau-Wiesbaden-Idstein und einer einjährigen Trauerzeit heiratete Simon VII. Graf und Edler Herr zur Lippe (1587–1627) am 27. April 1623 die Gräfin Maria Magdalena zu Waldeck-Wildungen (1606–1671), Tochter des Grafen Christian zu Waldeck. Jobst Hermann wurde am 9. Februar 1625 im Schloss zu Detmold nach Christian (1624–1634) als zweiter Sohn geboren; ihm folgte noch die Schwester Sophie-Elisabeth (1626–1688).

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1627 zog die Mutter mit Jobst Hermann und seinen beiden Geschwistern auf die ihr als Witwensitz überschriebene Burg Schwalenberg. In den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Burg wiederholt belagert, eingenommen und geplündert; die Familie flüchtete 1631 und 1634 nach Detmold und fand dort Schutz im Schloss.

Als Zwölfjähriger wurde Jobst Hermann vom regierenden Grafen Simon Ludwig nach Detmold entführt: Hier sollte der evangelisch-lutherisch erzogene Jobst Hermann im Sinne der evangelisch-reformierten Konfession erzogen werden, aber durch eine List gelang es seiner Mutter ihn zu befreien. Sie gab Jobst Hermann in die Obhut seiner Halbschwester Magdalene, Äbtissin im Stift Herford. Schon bald führte ihn sein Weg zurück nach Detmold: Nach Simon Ludwigs Tod hatte Jobst Hermann von dessen Nachfolger, Simon Philipp, in konfessioneller Hinsicht nichts zu befürchten.

Jobst Hermann verlebte seine Kinder- und Jugendzeit in Schwalenberg, Herford und an den Höfen von Detmold sowie Arolsen. Nach seinem Schulabschluss reiste er nach Orléans in Frankreich, später studierte er an den Universitäten in Gießen und Marburg. Nach den Studien reiste Jobst Hermann zusammen mit seinem Cousin Graf Johann zu Waldeck nach England, Frankreich, Italien sowie Holland: Sie lernten Sprachen und Volksbräuche.

Am 10. Oktober 1654 heiratete Jobst Hermann die erst zwanzigjährige Elisabeth Juliane Gräfin zu Sayn, Wittgenstein und Hohnstein, Lohra und Klettenberg (* 4. Oktober 1634; † 23. Juni 1689) in Wittgenstein und zog mit ihr zunächst auf die Burg in Schwalenberg.

Seine Mutter, seit 1630 in Besitz der Meierei Biesterfeld, überschrieb Jobst Herrmann anlässlich seiner Hochzeit ihren Biesterfelder Besitz. Diese Besitzverschreibung begründete die adlige Seitenlinie des Hauses Lippe, Lippe-Biesterfeld.

Zusammen mit seiner Frau zeugte Graf Jobst Hermann während ihrer 24-jährigen Ehe (1654 bis 1678) zwanzig Kinder, jeweils zehn Mädchen und Jungen.

01. Simon Johann (* 7. Juli 1655 in Biesterfeld; † 5. Mai 1656 in Biesterfeld) [knapp 11 Monate]

02. Juliana Elisabeth (* 15. Juni 1656 in Biesterfeld; † 29. April 1709) [52 Jahre]

⚭ am 6. Juni 1678 mit Christoph Graf zu Leiningen-Westerburg (* 11. März 1656; † 17. Mai 1728)

03. Johann August (* 15. Oktober 1657 auf Wittgenstein; † 7. September 1709 in Biesterfeld) [52 Jahre]; geisteskrank, bestattet in der Klosterkirche Falkenhagen

04. Sophia Charlotta (* 16. September 1658 in Biesterfeld; † 25. April 1672 in Lemgo) [13 Jahre]

05. Simon Christian (* 8. Oktober 1659 in Biesterfeld; † 9. November 1660 in Biesterfeld) [1 Jahr]

06. Theodor Adolf (* 22. Oktober 1660 in Biesterfeld; † 9. März 1709 in Schwalenberg) [48 Jahre]

07. Maria Christine (* 12. Februar 1662 in Biesterfeld; † 14. Juni 1710 in Biesterfeld) [48 Jahre]

08. Christine Eleonore (* 1663; † 28. Dezember 1686) [23 Jahre]; am 31. Dezember in der Klosterkirche Falkenhagen beigesetzt

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Jobst Hermann (Lippe) | World in Stories