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Joachim Rukwied

Deutscher Agrarfunktionär

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Joachim Rukwied (* 20. August 1961 in Heilbronn) ist ein deutscher Landwirt und Verbandsfunktionär. Er ist seit 2006 Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg und seit 2012 auch Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Von 2017 bis 2020 war er zudem Präsident des europäischen Bauern-Dachverbandes COPA.

Ausbildung und eigener Landwirtschaftsbetrieb

Rukwied machte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Landwirt. Er studierte dann an der Fachhochschule Nürtingen Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und Abschluss Diplom-Ingenieur (FH). Ab 1987 beteiligte er sich als Partner einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) am elterlichen Hof in Eberstadt im Landkreis Heilbronn, der damals 80 Hektar Land und 25 Milchkühe umfasste (die durchschnittliche Hofgröße in dieser Region lag im Jahr 2012 bei 32 Hektar).

1994 übernahm er den Hof. Seither führt er den Betrieb in achter Generation weiter. Er beendete die Milchviehhaltung. Im Jahr 2012 bewirtschaftete er 290 Hektar. Damals baute er Getreide, Zuckerrüben, Raps, Mais und Kohl an, außerdem betrieb er auf acht Hektar Fläche Weinbau. Als Rukwied im Jahr 2019 gefragt wurde, ob er als Präsident des Deutschen Bauernverbandes noch selbst als Landwirt arbeite, antwortete er: „Nicht so oft, wie ich es gern würde. Bei der Weinlese oder bei der Kohlernte bin ich noch tageweise dabei.“

Rukwied hat seine Ackerflächen durch Pacht konsequent vergrößert. Eine Bekannte berichtete gegenüber dem Spiegel, Rukwied habe ihr gesagt, er werde bei Verpachtungen „meistbietend zuschlagen“, solange er es könne. Im Jahr 2019 bewirtschaftete er mit seinem Landwirtschaftsbetrieb rund 350 Hektar Land und erhielt dafür knapp 100.000 Euro Agrarsubventionen von der EU. Im Jahr 2022 lag die bewirtschaftete Fläche bei rund 360 Hektar, für die Rukwied laut Capital rund 109.000 Euro EU-Subventionen erhielt.

Rukwied war von 1994 bis 2009 für die CDU Mitglied des Eberstadter Gemeinderats und Bürgermeister-Stellvertreter sowie von 2003 bis 2009 Kreisrat im Kreistag des Landkreises Heilbronn. Diese Ämter gab er von sich aus ab, um sich auf die berufsständischen Aufgaben zu konzentrieren. Dies betrifft auch seine Funktion als Ortsvorsitzender der CDU Eberstadt.

Landesbauernverband in Baden-Württemberg

Seit 2000 war er Vorstandsmitglied des Landesbauernverband in Baden-Württemberg, seit 2002 geschäftsführend. Am 2. Oktober 2006 wurde er dessen Präsident. Im Juni 2010 wurde er wiedergewählt.

Beim Deutschen Bauernverband war Rukwied zunächst für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Seit dem 27. Juni 2012 ist er Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Er wurde Nachfolger von Gerd Sonnleitner. Die Wahl fand beim Deutschen Bauerntag 2012 in Fürstenfeldbruck statt, Rukwied erhielt 95,4 Prozent der abgegebenen gültigen Delegiertenstimmen. Im Vorfeld der Wahl hatte sich der Verband auf Rukwied als einzigen Kandidaten geeinigt.

Weitere berufsständische Funktionen

1989 war Rukwied Mitbegründer und danach Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Beratungsdienstes für Kartoffeln und Gemüse im Kreis Heilbronn.

Seit 1993 war er stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Heilbronn. Im Februar 1996 wurde er zum Vorsitzenden gewählt.

Von März 1997 bis Frühjahr 2006 gehörte Rukwied als Vertreter der Landwirte und stellvertretender Vorsitzender zur Landesbraugerstenstelle Baden-Württemberg e. V.

Seit November 2000 war er ehrenamtlich Mitglied im Verbandsausschuss baden-württembergischer Zuckerrübenanbauer, von April 2001 an erster stellvertretender Vorsitzender. 2004 übernahm er den Vorsitz.

Im Jahr 2013 war Rukwied Mitglied im Bundesausschuss Obst und Gemüse sowie im Arbeitsausschuss Vertragsgemüse des Zentralverbandes Gartenbau.

Von September 2017 bis September 2020 war Rukwied Präsident des europäischen Bauern-Dachverbandes COPA.

Rukwied ist Präsident des Forums Moderne Landwirtschaft.

Er ist Vorstandsmitglied im Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

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