Joachim Nowotny (* 16. Juni 1933 in Rietschen, Kreis Rothenburg (Ob. Laus.); † 13. Januar 2014 in Leipzig) war ein deutscher Schriftsteller.
Joachim Nowotny entstammte einer Arbeiterfamilie aus dem damals schlesischen Teil der Oberlausitz. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und arbeitete in diesem Beruf. 1954 legte er an einer Arbeiter-und-Bauern-Fakultät die Reifeprüfung ab und studierte anschließend bis 1958 Germanistik an der Karl-Marx-Universität. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Verlagslektor. Seit 1962 lebte er als freier Schriftsteller in Leipzig. Von 1967 bis 1982 wirkte er als Dozent am dortigen Literaturinstitut Johannes R. Becher. Nowotny war Mitglied der SED. In seinen letzten fünfundzwanzig Lebensjahren war er aufgrund eines Unfalls querschnittgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.
Joachim Nowotny ist Verfasser von Erzählungen, Romanen, Hör- und Fernsehspielen. Den Schwerpunkt seines Werkes bilden Kinder- und Jugendbücher; thematisch ist er eng mit seiner Heimatregion, der Lausitz, verbunden. Nowotny behandelte als einer der ersten DDR-Autoren am Beispiel des Lausitzer Braunkohle-Tagebaus Themen wie Landschafts- und Umweltzerstörung. Von 1972 bis 1981 wurde Nowotny als GMS bzw. Inoffizieller Mitarbeiter Dozent vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR genutzt.
Ab 1974 war Nowotny Mitglied im Schriftstellerverband der DDR und 1978 bis 1989 dessen Vizepräsident. Seit 1990 war er Mitglied des Verbands Deutscher Schriftsteller. Er erhielt unter anderem folgende Auszeichnungen: 1971 den Alex-Wedding-Preis, 1977 den Heinrich-Mann-Preis, 1978 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze, 1979 einen Nationalpreis der DDR (II. Klasse für Kunst und Literatur) sowie 1986 den Kunstpreis des FDGB.
Nowotny starb am 13. Januar 2014 mit 80 Jahren an einer Lungenentzündung in einem Leipziger Krankenhaus.
Hochwasser im Dorf, Berlin 1963
Hexenfeuer, Halle (Saale) 1965
Jakob läßt mich sitzen, Berlin 1965
Labyrinth ohne Schrecken, Halle (Saale) 1967
Der Riese im Paradies, Berlin 1969
Sonntag unter Leuten, Halle (S.) 1971
Ein gewisser Robel, Halle (Saale) 1976
Ein seltener Fall von Liebe, Halle [u. a.] 1978
Letzter Auftritt der Komparsen, Halle [u. a.] 1981
Die Äpfel der Jugend, Berlin [u. a.] 1983
Ein Lächeln für Zacharias, Berlin 1983
Der erfundene Traum und andere Geschichten, Berlin 1984
Schäfers Stunde, Halle [u. a.] 1985